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Entwickelt wurde die .40 S&W 1990 gemeinsam von Smith & Wesson und Winchester – als verkürzte Variante der 10 mm Auto, speziell für die Anforderungen des FBI. Die Idee dahinter war simpel: die Leistung der 10 mm Auto in ein Format packen, das in kompaktere Griffstücke passt. Die Hülse mit 21,59 mm Länge macht genau das möglich.
Metrisch lautet die Bezeichnung 10×22 mm. Synonyme wie „10 mm Smith & Wesson kurz“ oder einfach „40 S&W“ begegnen Ihnen im Handel regelmäßig – gemeint ist immer dasselbe Kaliber. Eine NATO-Kennung existiert nicht.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Metrische Bezeichnung | 10×22 mm |
| Zündungstyp | Zentralfeuer |
| Geschossdurchmesser | 10,17 mm (0,400 in) |
| Hülsenlänge | 21,59 mm |
| Patronen-Gesamtlänge (C.I.P. L3 max.) | 28,96 mm |
| C.I.P. pmax | 225 MPa (32.600 psi) |
| SAAMI MAP | 241,32 MPa (35.000 psi) |
| Drall | 1:406 mm (1:16 in), 6 Rillen |
| Landdurchmesser | 9,91 mm |
| Nutendurchmesser | 10,17 mm |
| Geschossgewichte | 105–200 Grain (6,8–13,0 g), Schwerpunkt 135–180 Grain |
| Mündungsgeschwindigkeit (V0) | 360–433 m/s (je nach Laborierung) |
| Mündungsenergie (E0) | mind. 575 Joule (135-Grain-JHP-Laborierung) |
Ein kurzer Hinweis zu den Druckwerten: C.I.P. und SAAMI messen nach unterschiedlichen Methoden und setzen unterschiedliche Grenzwerte fest – 225 MPa gegenüber 241,32 MPa. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Folge zweier verschiedener Normierungssysteme. Beim Wiederladen und bei der Auswahl kommerzieller Laborierungen sollten Sie wissen, welche Norm für Ihre Munition gilt.
Die .40 S&W verschießt 10-mm-Geschosse zwischen 105 und 200 Grain (6,8–13,0 g) mit dokumentierten Mündungsgeschwindigkeiten von 360 bis 433 m/s und einer E0 von mindestens 575 Joule bei der 135-Grain-JHP-Laborierung. Energetisch liegt sie damit zwischen der 9 mm Parabellum und der 10 mm Auto.
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Die .40 S&W ist eine Kurzwaffenpatrone mit einer praxisüblichen Einsatzdistanz von 25 bis 50 Metern. Für größere Entfernungen – etwa 100 m und mehr – ist sie konstruktionsbedingt nicht vorgesehen und in dieser Disziplin auch nicht sinnvoll einzusetzen.
Für zwei dokumentierte Laborierungen liegen Mündungswerte vor. Die Federal Premium JHP Reduced Recoil mit 135 Grain erreicht eine V0 von 360 m/s (1.190 fps) und eine E0 von 575 Joule. Die leichtere National Police Ammo SDR-Laborierung mit 105 Grain kommt auf 433 m/s (1.420 fps) – damit startet das leichtere Geschoss schneller aus dem Lauf. Erfahrungsgemäß verlieren leichtere Geschosse jedoch schneller an Energie, da kein ballistischer Koeffizient (BC) vorliegt, lässt sich das hier nicht exakt quantifizieren.
Ballistiktabellen über Distanz – also Geschwindigkeit, Energie und Geschossabfall auf 50, 100 oder 200 m – liegen für die .40 S&W in keiner der gesichteten Quellen vor. Eine seriöse Befüllung einer solchen Tabelle ist mit den verfügbaren Daten nicht möglich. Hinzu kommt: Die Referenz-Lauflänge für die genannten V0-Werte ist nicht dokumentiert. Das schränkt die Vergleichbarkeit der Mündungswerte ein, weil V0 stark von der Lauflänge abhängt.
Eine Long-Range-Patrone ist die .40 S&W nicht – und das war auch nie ihr Zweck. Langstreckenballistik ist weder konstruktiv beabsichtigt noch durch belastbare Daten belegbar. Für Distanzen jenseits der 50 m greifen Sportschützen und Jäger zu Büchsenpatronen. Im Nahbereich bis 50 m dagegen erfüllt die .40 S&W ihre Aufgabe zuverlässig – sei es auf dem Schießstand oder als Fangschuss-Patrone.
Die Antwort ist klar: Die .40 S&W eignet sich in Deutschland nicht als Büchsenkaliber für die Jagd auf Schalenwild. Als Fangschuss-Patrone hingegen ist sie gesetzlich zulässig und leistungstechnisch gut aufgestellt.
Das Bundesjagdgesetz schreibt für Rehwild mindestens 1.000 Joule auf 100 m vor, für stärkeres Schalenwild mindestens 2.000 Joule auf 100 m – bei einem Kaliber von mindestens 6,5 mm. Die .40 S&W erreicht diese Energiewerte auf 100 m nicht. Schon auf der Mündung liefert die leistungsstärkste dokumentierte Laborierung lediglich 575 Joule – die Anforderung für Rehwild würde damit selbst bei direktem Kontakt verfehlt.
Für den Fangschuss mit der Kurzwaffe gilt eine deutlich niedrigere Mindestanforderung: 200 Joule E0. Die Federal Premium JHP Reduced Recoil mit 135 Grain erzeugt 575 Joule an der Mündung und übertrifft diese Schwelle um den Faktor 2,9. Auch schwerere Laborierungen mit 180 Grain dürften diese Grenze klar überschreiten, auch wenn deren E0 nicht explizit dokumentiert ist.
Bleifreie .40-S&W-Laborierungen sind in den gesichteten Quellen nicht dokumentiert. Sollten Sie in einem Gebiet mit Bleiverbot jagen, prüfen Sie das aktuelle Angebot der Hersteller gesondert. Grundsätzlich gilt: Prüfen Sie immer die aktuell geltenden Regelungen Ihres Bundeslandes, bevor Sie die .40 S&W für jagdliche Zwecke einsetzen.
Das Geschossgewicht und der Geschosstyp entscheiden maßgeblich darüber, wie sich die .40-S&W-Munition im Einsatz verhält. Das Spektrum reicht von 105 bis 200 Grain – der praktische Schwerpunkt liegt zwischen 135 und 180 Grain.
| Geschossart | Typisches Gewicht | Einsatz | Ballistischer Koeffizient | Bleifrei |
|---|---|---|---|---|
| FMJ / FMC (Vollmantel) | 180 Grain (11,7 g) | Training, Sportschießen | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert |
| JHP (Hohlspitz) | 135 Grain (8,7 g) | Expansion, Fangschuss, Dienst | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert |
| SDR (Simulated Duty Round) | 105 Grain (6,8 g) | Training (Pflichtübungs-Simulation) | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert |
Die Magtech .40 S&W FMC mit 180 Grain ist die klassische Wahl für das Training und den Schießstand. Vollmantelgeschosse (FMJ/FMC) verformen sich nicht und liefern zuverlässige Funktion in nahezu allen Plattformen – ideal, wenn es um Mengenschuss geht.
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Die Federal Premium JHP Reduced Recoil mit 135 Grain geht einen anderen Weg. Der Hohlspitz (JHP – Jacketed Hollow Point) deformiert beim Aufprall und überträgt so mehr Energie auf das Ziel. Die „Reduced Recoil“-Auslegung wurde gezielt für rückstoßempfindliche Schützen und schnelle Folgeschüsse entwickelt. Mit 575 Joule E0 und 360 m/s V0 bietet sie dokumentierte Leistungsdaten.
Die National Police Ammo SDR mit 105 Grain ist eine Spezialität: Als Simulated Duty Round dient sie der Pflichtübungs-Simulation und erreicht mit 433 m/s die höchste V0 im Vergleich. Für jagdliche Zwecke ist sie nicht konzipiert.
Match-Munition und Subsonic-Laborierungen in .40 S&W sind in den gesichteten Quellen nicht dokumentiert. Bleifreie Optionen fehlen ebenfalls – falls Sie in Gebieten mit Bleiverbot unterwegs sind, prüfen Sie das Herstellerangebot aktuell. Ballistischer Koeffizient (BC) liegt für keine einzige Laborierung vor; Schätzwerte werden hier bewusst nicht angegeben.
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Die .40 S&W ist ausschließlich ein Kurzwaffenkaliber. Klassische Büchsen gibt es dafür nicht; einzelne Pistol-Caliber-Carbines (Langwaffen mit Pistolenpatronen) sind eine Nische. Im Mittelpunkt stehen halbautomatische Pistolen im mittleren Griffstückformat mit doppelreihigen Magazinen.
Ein wesentlicher Konstruktionsvorteil: Die .40 S&W wurde bewusst so dimensioniert, dass sie in Griffstücke passt, die ursprünglich für 9-mm-Patronen ausgelegt wurden. Die kurze Hülse von 21,59 mm macht das möglich. Das historische Referenzmodell ist die Smith & Wesson Model 4006, abgeleitet aus dem 4506-Design in 10 mm Auto.
Typische Lauflängen bei Kompakt- und Full-Size-Pistolen liegen zwischen 90 und 115 mm (3,5 bis 4,5 Zoll). Die Referenz-Lauflänge für die veröffentlichten V0-Werte ist nicht dokumentiert – das ist beim Vergleich von Mündungsgeschwindigkeiten zu beachten. Der Drall beträgt 1:406 mm (1:16 Zoll) bei 6 Rillen.
Magazine fassen je nach Modell bis zu 18 Schuss. In Deutschland sind diese Pistolen für Sportschützen (IPSC Standard/Production) und als Fangschuss-Kurzwaffe auf der Jagd relevant.
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Zum Zeitpunkt der Erstellung lagen uns keine aktuellen deutschsprachigen Fachtests (2025–2026) zur .40-S&W-Munition aus Publikationen wie VISIER, Caliber oder All4Shooters vor. Sobald redaktionelle Tests verfügbar sind, werden sie hier ergänzt.
Was sich aus der Praxis beschreiben lässt, ist gut belegt: Der Rückstoß der .40 S&W wird allgemein als spürbar stärker als bei der 9 mm Parabellum beschrieben, bleibt aber moderater als bei der 10 mm Auto. Wer von der 9 mm wechselt, wird den Unterschied beim ersten Schuss bemerken.
Die 180-Grain-FMJ-Laborierungen gelten als zuverlässige Standard-Trainingsmunition, die in den meisten Plattformen störungsfrei funktioniert. Sie ist der Arbeitspferd-Typ in dieser Kaliberfamilie. Demgegenüber wurden 135-Grain-JHP-Reduced-Recoil-Varianten – wie die Federal Premium JHP Reduced Recoil – gezielt für rückstoßempfindliche Schützen und schnelle Folgeschüsse entwickelt. Das macht sie für Sportschützen interessant, die Trefferpunkte schnell nachführen müssen.
Die .40 Smith & Wesson besetzt eine klare Nische: mehr Leistung als die 9 mm Parabellum, mehr Kontrolle als die 10 mm Auto. Wo genau sie steht, zeigt der direkte Vergleich.
| Merkmal | .40 S&W | 9 mm Parabellum | 10 mm Auto | .45 ACP |
|---|---|---|---|---|
| Geschossdurchmesser | 10,17 mm | 9,01 mm | 10,17 mm | 11,43 mm |
| Hülsenlänge | 21,59 mm | 19,15 mm | 25,20 mm | 22,81 mm |
| C.I.P. pmax | 225 MPa | 235 MPa | 230 MPa | 131 MPa |
| Typische E0 | ca. 470–680 J* | ca. 400–580 J* | ca. 550–900+ J* | ca. 350–540 J* |
| Rückstoß (relativ) | mittel | niedrig | hoch | mittel-hoch |
| Magazinkapazität (typ.) | 12–16 | 15–19 | 10–15 | 7–13 |
*E0-Bereiche teilweise Fachwissen-Einordnung
Die .40 S&W liefert rund 15 bis 25 % mehr Mündungsenergie als die 9 mm Parabellum – bei spürbar höherem Rückstoß und etwas geringerer Magazinkapazität. Allerdings hat die 9 mm Para mit modernen JHP-Geschossen in den letzten Jahren erheblich aufgeholt. Das FBI wechselte 2015 von der .40 S&W zurück zur 9 mm Parabellum. Für Sportschützen spricht die 9 mm Para mit günstigeren Preisen, weniger Rückstoß und höherer Kapazität.
Die .40 S&W ist die „gezähmte“ Version der 10 mm Auto: kürzere Hülse, niedrigerer Druck, deutlich weniger Rückstoß. Wer maximale Leistung aus der 10-mm-Plattform möchte, greift zur 10 mm Auto. Wer Kontrollierbarkeit priorisiert und trotzdem mehr als 9 mm Para will, ist bei der .40 S&W besser aufgehoben.
Gegenüber der .45 ACP punktet die .40 S&W mit höherer Mündungsenergie bei kompakterem Patronenformat. Die .45 ACP setzt auf einen deutlich größeren Geschossquerschnitt (11,43 mm) bei vergleichsweise niedrigem Arbeitsdruck – 131 MPa gegenüber 225 MPa bei der .40 S&W. Zwar ist der Druck niedriger, aber die Patronen sind größer und Magazine entsprechend kleiner.
Die .40 S&W ist ein Kaliber mit einem klar definierten Profil. Ihre Stärken liegen im Sportschießen und als Fangschuss-Kurzwaffe – nicht in der Jagd auf Schalenwild.
Allerdings hat das Kaliber auch klare Grenzen. Als Büchsenkaliber für Schalenwild scheidet es in Deutschland aus – die Energieanforderungen von 1.000 Joule (Rehwild) bzw. 2.000 Joule auf 100 m sind nicht erreichbar. Zudem verliert die .40 S&W gegenüber der 9 mm Parabellum seit Jahren Marktanteile, was sich langfristig auf Verfügbarkeit und Preise auswirken kann. Bleifreie Optionen sind bislang nicht dokumentiert, und belastbare Ballistiktabellen über Distanz fehlen vollständig.
Für Sportschützen im IPSC-Bereich (Standard/Production), die mehr Leistung als die 9 mm Parabellum suchen, und für Jäger, die eine Fangschuss-Kurzwaffe mit ausreichend Energiereserve wünschen, bietet die .40 S&W eine bewährte Option. Die typische Einsatzdistanz liegt bei 25 bis 50 Metern. Für die Jagd als Langwaffenkaliber kommt sie in Deutschland nicht in Frage.
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