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Metrisch wird sie als 5,6 × 35 mm R bezeichnet. Entwickelt in den 1930er-Jahren auf Basis der älteren .22 WCF, ging sie 1930 bei Winchester in die kommerzielle Produktion. Das Ziel damals wie heute: eine leistungsfähigere Alternative zu Randfeuerpatronen für die Raubwild- und Schonzeitjagd. In Deutschland schätzen Jäger die .22 Hornet besonders wegen ihrer geringen Wildbretentwertung und der reduzierten Gefährdung im Hintergelände.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bezeichnung imperial | .22 Hornet |
| Bezeichnung metrisch | 5,6 × 35 mm R |
| Geschossdurchmesser | 5,70 mm (.224 in) |
| Hülsenlänge | 35,56 mm |
| Patronenlänge (max.) | 43,18 mm |
| Hülsentyp | Randpatrone, flaschenförmig |
| C.I.P. pmax | 3.000 bar |
| Geschossgewichte (typisch) | 2,4 g (37 gr) – 3,56 g (55 gr) |
| V0-Bereich | ca. 765–783 m/s |
| E0-Bereich | ca. 700–889 Joule |
Die .22 Hornet verschießt Geschosse zwischen 2,4 g (37 gr) und 3,56 g (55 gr) mit Mündungsgeschwindigkeiten um 765–783 m/s und Mündungsenergien von rund 700 bis 889 Joule. Als Randpatrone mit einem C.I.P.-Maximaldruck von 3.000 bar ist sie deutlich leistungsfähiger als .22 LR, bleibt aber klar unterhalb typischer Rehwild-Kaliber. Das macht ihre Nische eindeutig: Raubwild bis 150 m, nicht Schalenwild.
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Mit der .22 Hornet lässt sich jagdlich sinnvoll auf Distanzen bis ca. 150 m arbeiten, unter günstigen Bedingungen und mit optimaler Laborierung bis maximal 200 m. Ab 200 m fallen die Energiewerte unter 280 Joule – für die saubere Erlegung von Raubwild gilt dieser Bereich als Grenzzone.
| Distanz | S&B 2,9 g – V (m/s) | S&B 2,9 g – E (J) | Sax 2,4 g – V (m/s) | Sax 2,4 g – E (J) | Sax Fleckschuss (cm) |
|---|---|---|---|---|---|
| Mündung | 783 | 889 | 765 | 700 | – |
| 50 m | 680 | 671 | 666 | 531 | +1,7 |
| 100 m | 587 | 500 | 576 | 397 | 0,0 (GEE) |
| 150 m | 504 | 368 | 495 | 294 | –5,7 |
| 200 m | 432 | 271 | 426 | 217 | –17,0 |
| 300 m | –* | –* | 315 | 119 | –57,2 |
*Keine Herstellerangabe für S&B auf 300 m verfügbar. Fleckschuss-Korrektionen liegen für S&B generell nicht vor.
Die Flugbahn-Daten sind für das Sax KJG vollständig belegbar. Die günstigste Einschuss-Entfernung (GEE) liegt bei 100 m: Auf 50 m trifft das Geschoss 1,7 cm zu hoch, auf 150 m bereits 5,7 cm zu tief. Ab 200 m muss der Schütze bereits 17 cm Vorhaltung nach oben korrigieren – das macht die .22 Hornet über 200 m hinaus jagdpraktisch schwer kalkulierbar.
Die .22 Hornet ist keine Long-Range-Patrone. Mit einem ballistischen Koeffizienten (BC G1) von 0,150 beim Sax-Geschoss und Energiewerten unter 120 Joule auf 300 m fehlt es an Geschwindigkeit, Restenergie und ballistischer Stabilität für reproduzierbare Ergebnisse jenseits von 200 m. Wer regelmäßig auf weite Distanzen schießt, sollte leistungsfähigere Kaliber in Betracht ziehen – dazu mehr im Fazit.
Für die Jagd auf Fuchs, Marder, Waschbär, Wildkaninchen, Nutria und Rabenkrähe ist die .22 Hornet eine bewährte Wahl. Für kein Schalenwild in Deutschland ist sie zugelassen – das ist die wichtigste Einschränkung, die jeder Käufer kennen sollte.
Die .22 Hornet ist in Deutschland nach dem Bundesjagdgesetz (BJagdG) und den Landesverordnungen für kein Schalenwild zugelassen. Der Grund liegt in den klaren Mindestwerten: Für Rehwild schreibt der Gesetzgeber eine Mindestenergie auf 100 m von E100 ≥ 1.000 Joule sowie ein Mindestgeschossgewicht von 3,2 g vor. Mit maximal rund 500 Joule auf 100 m und typischen Geschossgewichten unter 3,2 g erfüllt die .22 Hornet weder die Energie- noch die Gewichtsanforderung. Verbindliche Auskunft gibt die zuständige Untere Jagdbehörde.
Explizit gesagt: Die .22 Hornet ist für Schwarzwild und Rotwild weder gesetzlich zugelassen noch jagdpraktisch geeignet. Wer ein Kaliber für Schalenwild sucht, sollte sich Alternativen wie .243 Win., 6,5 mm Creedmoor oder .308 Win. ansehen. In manchen internationalen Quellen wird die .22 Hornet gelegentlich für sehr kleine Hirscharten empfohlen – in Deutschland ist das rechtlich nicht übertragbar.
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| Wildart | Empfohlene Max.-Distanz | Bemerkung |
|---|---|---|
| Fuchs | 150 m | Haupteinsatzgebiet; geringe Balgentwertung |
| Marder / Waschbär | 150 m | Problemlose Energiereserven bis 368 J auf 150 m (S&B) |
| Wildkaninchen | 100–150 m | Leichte Geschosse bevorzugen |
| Rabenkrähe / Elster | 100 m | Wo jagdlich zugelassen |
| Schalenwild (alle) | ❌ | Gesetzlich nicht zugelassen (Deutschland) |
Aus tierschutzrechtlicher Sicht empfehlen Jagdverbände für Raubwild mindestens 200 Joule am Ziel. Diesen Wert erreicht die Sellier & Bellot Laborierung bis ca. 200 m (271 J), die Sax KJG Laborierung bis ca. 175–200 m (217 J auf 200 m). Wer auf der sicheren Seite bleiben möchte, wählt 150 m als konservative Maximalgrenze.
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Die richtige Munition entscheidet über Wirkung, Tierschutz und Legalität. Für die .22 Hornet stehen verschiedene Geschosstypen zur Wahl – das häufigste Standardgewicht liegt bei 2,9 g (45 gr), während bleifreie Alternativen typischerweise bei 2,4 g (37 gr) angesiedelt sind.
| Hersteller | Produkt | Geschosstyp | Gewicht | BC (G1) | Einsatz | Bleifrei |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sellier & Bellot | .22 Hornet FMJ | Vollmantel | 2,9 g / 45 gr | k. A. | Sport, bedingt Jagd | Nein |
| Sax | KJG .22 Hornet | Kupfer-Hohlspitz (bleifrei) | 2,4 g / 37 gr | 0,150 | Raubwildjagd | Ja |
Für RWS, Hornady und GECO liegen aktuell keine vollständigen Laborierungsdaten vor. Sobald diese verfügbar sind, wird die Tabelle entsprechend ergänzt.
Vollmantelgeschosse (FMJ) wie die Sellier & Bellot .22 Hornet FMJ mit 2,9 g sind primär für das Sportschießen konzipiert. Das Geschoss expandiert nicht und schlägt weitgehend durch. Für die Jagd auf Raubwild sind expandierende Geschosse aus Tierschutzgründen deutlich vorzuziehen – und in einigen Bundesländern schreibt das Landesjagdrecht expandierende Geschosse für die Jagdverwendung sogar verbindlich vor. Bitte prüfen Sie die landesrechtlichen Regelungen Ihres Bundeslandes.
Wer in bleifreien Revieren jagt oder grundsätzlich auf Blei verzichten möchte, findet mit dem Sax KJG .22 Hornet (2,4 g, Kupfer-Deformation) eine bewährte Alternative. Zwar liegt die Mündungsenergie mit 700 Joule etwas unter den 889 Joule der S&B-Laborierung – das Geschoss gleicht dies jedoch durch schnelle Energieabgabe im Wildkörper aus. Bleifreie Munition ist in vielen Bundesforsten und einzelnen Landesforsten bereits Pflicht. Dieser Trend wird sich weiter verstärken.
Die .22 Hornet ist ein Nischenkaliber. Entsprechend überschaubar, aber gezielt ist die Auswahl an Waffen: Vorwiegend leichte Kipplaufbüchsen, Einzellader und kompakte Repetierer sind in dieser Kammerung erhältlich. Historisch war die Patrone auch in kombinierten Waffen wie Drillingen und Bockbüchsflinten verbreitet – und genau dort findet man sie heute noch häufig auf dem Gebrauchtmarkt.
| Modelltyp | Bekannte Beispiele | Typ | Segment |
|---|---|---|---|
| Kipplaufbüchse | z. B. Blaser K95, Merkel K5 | Einzellader | Premium |
| Repetierer | z. B. CZ 527 Lux, Anschütz 1780 | Repetierer (leicht) | Mittelklasse–Premium |
| Kombinierte Waffe | z. B. diverse Drillinge (Sauer, Merkel) | Drilling / BBF | Premium (oft Gebraucht) |
| Halbautomat | Selten; historische Modelle | – | – |
Bitte beachten: Die genannten Modelle sind vor einem Kauf mit dem aktuellen Herstellerprogramm abzugleichen. Nicht alle Varianten werden gegenwärtig in .22 Hornet produziert.
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Für die .22 Hornet sind Lauflängen zwischen 50 und 60 cm üblich. Bei dem vergleichsweise geringen Pulvervolumen der Patrone bringt ein längerer Lauf nur marginale Zugewinne bei der Mündungsgeschwindigkeit. Die meisten Kipplaufbüchsen liegen bei 55–60 cm. Für Ansitz und Pirsch auf Raubwild ist eine kompakte Waffe mit 50–55 cm Lauflänge praxisgerecht und gut handhabbar.
Die .22 Hornet als Randpatrone ist systembedingt ideal für Kipplauf-Einzellader und kombinierte Waffen geeignet. Die Randgeometrie vereinfacht die Extraktion aus festen Lagern erheblich. Repetierer wie der CZ 527 Lux nutzen spezielle Magazine, die für Randpatronen ausgelegt sind. Halbautomaten in .22 Hornet sind am Markt extrem selten – die geringe Nachfrage und die Randpatronen-Konstruktion machen sie zu echten Nischenprodukten. Wer Schnelligkeit und Magazinkapazität in den Vordergrund stellt, greift besser zu randlosen Kalibern wie .223 Rem.
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Unabhängige Fachtests mit verifizierten Messwerten – etwa Streukreise auf 100 m oder laborgemessene V0-Werte – lagen für dieses Briefing nicht vor. Entsprechend werden an dieser Stelle ausschließlich belegte Herstellerangaben und allgemein anerkannte Praxisbeobachtungen wiedergegeben.
Die detailliertesten Ballistikangaben liefert die Sax-Laborierung: Die Herstellerballistik des Sax KJG .22 Hornet (2,4 g) dokumentiert präzise Flugbahndaten mit GEE auf 100 m und Fleckschuss-Korrektionen bis 300 m – das deutet auf kontrollierte Labormessungen hin. Auch Sellier & Bellot gibt eine vollständige Energietabelle bis 200 m an. Beide Angaben sind Herstellerdaten, keine unabhängig verifizierten Testergebnisse.
Die .22 Hornet erzeugt objektiv wenig Rückstoß. Bei unter 900 Joule Mündungsenergie und typischen Waffengewichten um 3 kg liegt die Rückstoßenergie bei etwa 2–3 Joule. Das macht sie auch für rückstoßempfindliche Schützen und Jungjäger gut handhabbar. Zudem schätzen viele Jäger die .22 Hornet in Kombination mit einem Schalldämpfer als besonders angenehm im Schallverhalten – subjektiv deutlich leiser als .222 Rem. oder .223 Rem.
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Die geringe Energie und die kleinen Geschosse führen bei sauberem Kammerschuss zu minimaler Balgentwertung – ein Hauptgrund für die anhaltende Beliebtheit der Patrone unter Fuchsjägern. Wer auf verwertbare Bälge Wert legt, trifft mit der .22 Hornet eine gute Wahl.
Belastbare Messwerte aus unabhängigen Fachtests werden nachgepflegt, sobald verifizierte Ergebnisse aus einschlägigen Medien vorliegen.
Die .22 Hornet ist eine spezialisierte Patrone mit klar definierten Stärken und ebenso klaren Grenzen. Wer sie richtig einsetzt, profitiert erheblich. Wer ihre Grenzen ignoriert, wird enttäuscht sein.
Für Jäger, die eine rückstoßarme, leise und präzise Patrone für die Raubwildjagd auf Distanzen bis 150 m suchen, ist die .22 Hornet eine bewährte und zeitlose Wahl – besonders im Ansitz auf Fuchs, Marder und Waschbär. Wer darüber hinaus auch Rehwild bejagen möchte oder regelmäßig auf Distanzen über 200 m schießt, sollte zu leistungsfähigeren Kalibern wie .222 Remington oder .223 Remington wechseln.
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