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Die vollständige Bezeichnung lautet .22 WMR bzw. .22 Winchester Magnum Rimfire. Gängige Kurzformen sind 22 Mag und .22 WinMag. Es handelt sich um eine Randfeuerpatrone (Rimfire) – der Zündsatz sitzt im Rand der Hülse, nicht im Zündhütchen der Mitte wie bei Zentralfeuerpatronen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bezeichnung | .22 WMR / .22 Winchester Magnum Rimfire |
| Synonyme | 22 Mag, .22 WinMag |
| Typ | Randfeuer (Rimfire) |
| Geschossdurchmesser | 5,6 mm (.224″) |
| Hülsenlänge | 26,8 mm (1,055″) |
| Gesamtlänge | 34,0–34,5 mm |
| SAAMI MAP | 24.000 psi (165,5 MPa) |
| C.I.P. pmax | Keine belastbare Angabe verfügbar |
| Geschossgewichte | 30 gr (1,9 g) / 40 gr (2,6 g) / 50 gr (3,2 g) |
| V0-Bereich | 470–670 m/s (1.530–2.200 fps) |
| E0-Bereich | ca. 354–426 J |
Hinweis: Der C.I.P.-pmax-Wert (der europäische Druckprüfstandard) ist für die .22 WMR aus verifizierbaren Quellen nicht belastbar belegbar. Er darf nicht mit dem SAAMI-MAP-Wert von 24.000 psi gleichgesetzt werden, da beide Normen unterschiedliche Messmethoden verwenden.
Die .22 WMR verschießt Geschosse von 30 bis 50 Grain mit Mündungsgeschwindigkeiten zwischen 470 und 670 m/s und erreicht dabei Mündungsenergien von ca. 354 bis 426 Joule. Als leistungsstärkste gängige Randfeuerpatrone im Kaliber .22 schließt die .22 WMR die Lücke zwischen der .22 LR und kleinen Zentralfeuerkartuschen. Haupteinsatzgebiete sind die Raubwildjagd, Varmint-Bejagung und Schädlingsbekämpfung. Für Schalenwild ist sie in Deutschland nicht zugelassen – dazu mehr im Abschnitt zur jagdlichen Eignung.
Aktuelle Preise lassen sich am besten direkt im Preisvergleich prüfen. Allgemein gilt: Die .22 WMR ist spürbar teurer als .22 LR, kostet aber deutlich weniger als typische Zentralfeuermunition. Die Verfügbarkeit in Deutschland ist geringer als bei der .22 LR. Das Sortiment konzentriert sich auf wenige Hersteller, vor allem CCI, Hornady und Remington.
Die .22 WMR erreicht auf Varmint-Wild eine effektive jagdliche Reichweite von rund 100–115 Metern (Point Blank Range ca. 125 Yards). Darüber hinaus fällt die Energie für eine zuverlässige Wirkung im Wild rasch ab.
Die folgende Tabelle zeigt die belegten Mündungswerte für die drei gängigen Laborierungen. Distanzwerte auf 50, 100 und 200 m liegen aus verifizierbaren Quellen nicht vor und werden hier nicht ergänzt.
| Laborierung | Geschossgewicht | Typ | V0 (m/s) | V0 (fps) | E0 (J) | V/E auf Distanz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Standard 40 gr | 40 gr (2,6 g) | Hohlspitze | 572 | 1.875 | ca. 425 | Keine verifizierten Daten |
| Heavy 50 gr | 50 gr (3,2 g) | Unklar | 470 | 1.530 | ca. 354 | Keine verifizierten Daten |
| Light 30 gr | 30 gr (1,9 g) | Polymer-Tip | 670 | 2.200 | ca. 426 | Keine verifizierten Daten |
Detaillierte Ballistiktabellen mit Werten auf 50, 100 und 200 m liegen für die .22 WMR derzeit nicht aus verifizierten Quellen vor. Die Mündungswerte variieren je nach Geschossgewicht erheblich – von 470 m/s bei der 50-gr-Laborierung bis zu 670 m/s bei der 30-gr-Variante. Ballistikkoeffizient-Werte (BC nach G1 oder G7) sind für keine der drei Laborierungen belegt und werden deshalb hier nicht angegeben.
Die angegebenen V0-Werte beziehen sich auf eine nicht dokumentierte Referenz-Lauflänge. Das ist praxisrelevant: Wer die .22 WMR in einem Revolver verschießt, muss mit deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten rechnen als bei einer Repetierbüchse mit langem Lauf. In Büchsen mit ca. 50–61 cm Lauf liegt die V0 erwartungsgemäß höher als in Kurzwaffen – konkrete Vergleichswerte liegen jedoch nicht vor.
Die .22 WMR ist keine Long-Range-Patrone. Aufgrund des geringen Geschossgewichts, eines für Rimfire-Geschosse typisch niedrigen Ballistikkoeffizienten und einer Mündungsenergie unter 430 J wird die Patrone jenseits von 100–120 m zunehmend windanfällig und energiearm. Für präzise Schüsse auf größere Distanzen empfehlen sich Zentralfeuerkartuschen.
Die Antwort ist klar: Die .22 WMR eignet sich für Raubwild und Schädlinge, nicht für Schalenwild. Warum das so ist und welche Grenzen die Patrone hat, erklärt dieser Abschnitt.
Unter Vorbehalt der jeweiligen landesrechtlichen Regelungen ist die .22 WMR grundsätzlich einsetzbar für:
Für sämtliches Schalenwild – also Rehwild, Schwarzwild und Rotwild – ist die .22 WMR in Deutschland weder zugelassen noch geeignet. Das deutsche Jagdrecht fordert für Rehwild mindestens 1.000 Joule auf 100 m; für übriges Schalenwild sogar mindestens 2.000 Joule auf 100 m bei einem Geschossdurchmesser von mindestens 6,5 mm. Die .22 WMR erreicht maximal ca. 425 Joule an der Mündung – und liegt damit weit unter diesen gesetzlichen Mindestanforderungen.
Die Mündungsenergie von ca. 354–426 J überschreitet die gesetzliche Mindestgrenze von 200 Joule für den Fangschuss deutlich. Allerdings variiert die Zulassung für den Fangschuss je nach Bundesland. Wer die .22 WMR für diesen Zweck einsetzen möchte, sollte vorab die zuständige Jagdbehörde konsultieren. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.
Beim Fuchs auf Distanzen über 80 m ist Vorsicht geboten. Da keine belegten Energiewerte auf 100 m vorliegen, lässt sich der Energieabfall nur schwer einschätzen. Konservative Empfehlung: Schussdistanzen unter 80 m bevorzugen, um eine zuverlässige Wildwirkung sicherzustellen.
Im Rahmen der Recherche wurden keine bleifreien .22-WMR-Laborierungen dokumentiert. Für Reviere mit Bleirestriktionen ist die Verfügbarkeit bleifreier Munition in diesem Kaliber unklar. Bei Bedarf sollten Sie beim Händler nachfragen oder auf ein alternatives Kaliber mit belegtem bleifreien Angebot ausweichen.
Rechtlicher Hinweis: Die hier genannten Energiewerte und Wildarten-Zuordnungen ersetzen keine rechtliche Beratung. Maßgeblich sind die Jagdgesetze des jeweiligen Bundeslandes.
Die richtige Laborierung entscheidet über Wirkung, Sicherheit und Präzision. Für die .22 Win. Mag. stehen drei dokumentierte Geschossarten zur Wahl.
| Geschossart | Typisches Gewicht | BC (G1) | Einsatz | Bleifrei | Beispiel |
|---|---|---|---|---|---|
| Hohlspitze (HP) | 40 gr (2,6 g) | Nicht belegt | Raubwild, Varmint – Expansion | Nicht dokumentiert | CCI Standard 40 gr |
| Polymer-Tip | 30 gr (1,9 g) | Nicht belegt | Varmint, Schädlinge – Flachschuss, Magazinsicherheit | Nicht dokumentiert | Hornady V-Max 30 gr |
| Polymer-Tip | 33 gr (2,1 g) | Nicht belegt | Varmint – Expansion, Magazinsicherheit | Nicht dokumentiert | Remington 33 gr |
| Vollmantel (FMJ) | 50 gr (3,2 g) | Nicht belegt | Penetration, Training | Nicht dokumentiert | Hersteller nicht dokumentiert |
40 Grain ist die Standard-Laborierung mit der breitesten Verfügbarkeit. Die Hohlspitze expandiert beim Aufprall zuverlässig und eignet sich gut für Raubwild bis ca. 100 m. 30 Grain liefert die höchste Geschwindigkeit (670 m/s) und eine besonders flache Flugbahn – vorteilhaft auf kurze bis mittlere Distanzen bei Varmint und Schädlingen. 50 Grain bietet die höchste Durchschlagskraft, aber die geringste Mündungsgeschwindigkeit von 470 m/s.
Wer eine Waffe mit Röhrenmagazin verwendet, sollte auf Polymer-Tip-Geschosse achten. Bei Röhrenmagazinen liegen die Patronen hintereinander – die Spitze einer Patrone berührt den Zündsatz der nächsten. Eine scharfe Metallspitze könnte beim Rückstoß eine unbeabsichtigte Zündung auslösen. Der Kunststoffpunkt des Polymer-Tip-Geschosses verhindert das. Zudem initiiert er beim Aufprall eine kontrollierte Expansion – ein doppelter Vorteil gegenüber Vollmantelgeschossen.
CCI ist der meistverbreitete Hersteller für .22-WMR-Standardmunition. Hornady bietet mit der Hornady V-Max 30 gr eine jagdlich optimierte Varmint-Laborierung. Remington ist als dritter relevanter Anbieter im deutschen Markt vertreten. BC-Werte liegen für keine dieser Laborierungen aus verifizierten Quellen vor. Subsonic-Varianten, Match-Munition und bleifreie Laborierungen sind für die .22 WMR im Rahmen der Recherche nicht dokumentiert.
Die .22 WMR lässt sich sowohl in Langwaffen als auch in Kurzwaffen einsetzen. In Deutschland ist der Einsatz in der Repetierbüchse für die Raubwildjagd am häufigsten anzutreffen.
Zu den üblichen Plattformen zählen Repetierbüchsen mit Röhren- oder Kastenmagazin, teils auch halbautomatische Büchsen sowie Revolver. Konkrete Modellbezeichnungen mit Praxistests liegen für dieses Briefing nicht aus verifizierten Quellen vor. Allgemein bieten verschiedene Hersteller Repetierbüchsen und Revolver in diesem Kaliber an – eine Anfrage beim Fachhändler gibt hier schnell Aufschluss über aktuelle Modelle.
Trotz ähnlichem Geschossdurchmesser von 5,6 mm unterscheiden sich .22 WMR und .22 LR in Hülsenlänge und Hülsendurchmesser deutlich. Die .22 WMR erfordert eigene Kammern. Das Verschießen von .22 LR in einer .22-WMR-Kammer – oder umgekehrt – ist nicht möglich und gefährlich. Einige Hersteller bieten Wechseltrommeln oder Wechselsysteme an, die beide Kaliber in derselben Waffe ermöglichen. Das ist jedoch die Ausnahme, nicht die Regel.
In Büchsen sind Lauflängen von ca. 50–61 cm (20–24 Zoll) üblich. Kürzere Revolverläufe reduzieren die Mündungsgeschwindigkeit merklich – konkrete V0-Verlustwerte pro Zoll Lauflänge liegen nicht aus verifizierten Quellen vor und werden hier nicht angegeben. Der Drall der Läufe ist ebenfalls nicht dokumentiert. Für maximale Leistung der .22 WMR empfiehlt sich in der Jagdpraxis grundsätzlich eine Büchse mit vollem Lauf.
Zum Zeitpunkt der Recherche lagen keine aktuellen, verifizierbaren Testberichte aus deutschen oder internationalen Fachmedien zur .22 WMR vor. Sobald aktuelle Testergebnisse aus Fachmedien wie WILD UND HUND, VISIER oder vergleichbaren Publikationen verfügbar sind, werden diese hier ergänzt.
Die .22 WMR gilt als präziser als die .22 LR auf Distanzen jenseits von 50 m. Die höhere Geschwindigkeit reduziert die Windanfälligkeit etwas, was bei jagdlichem Einsatz auf 80–100 m spürbar ist. Der Rückstoß ist minimal – die Patrone eignet sich gut für rückstoßempfindliche Schützen und kann in manchen Bundesländern auch für Jugendliche auf der Jagd relevant sein. Die Lautstärke liegt über der .22 LR, bleibt aber deutlich unter der eines Zentralfeuerkalibers – der Einsatz eines Schalldämpfers kann je nach Bundesland und Situation sinnvoll sein.
Zuverlässigkeit ist ein weiteres Thema: Randfeuerpatronen haben systembedingt eine geringfügig höhere Versagerquote als Zentralfeuerpatronen. Bei der .22 WMR ist diese Eigenschaft nicht stärker ausgeprägt als bei der .22 LR – sie ist jedoch bei der Jagd einzukalkulieren.
Besonders aufschlussreich wären Vergleichstests zwischen CCI Standard 40 gr Hohlspitze und Hornady V-Max 30 gr hinsichtlich Präzision und Wildwirkung auf 50 und 100 m. Falls Sie solche Ergebnisse aus verlässlichen Quellen kennen, nehmen wir diese gern in die nächste Aktualisierung auf.
Die .22 WMR ist die richtige Wahl für einen klar definierten Einsatzbereich. Wer ihre Stärken kennt und ihre Grenzen akzeptiert, bekommt eine vielseitige und effiziente Jagdpatrone.
Die .22 WMR eignet sich besonders für Jäger, die eine rückstoßarme, präzise Randfeuerpatrone für die Raubwild- und Schädlingsbekämpfung auf Distanzen bis ca. 100 Meter suchen. Mit Mündungsenergien zwischen 354 und 426 Joule bietet sie eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der .22 LR, ohne die Kosten und den Rückstoß von Zentralfeuerkartuschen. Für Schalenwild ist sie weder zugelassen noch geeignet.
Wer häufiger trainiert und günstigere Munition bevorzugt, ist mit der .22 LR besser bedient – sie ist breiter verfügbar und deutlich günstiger, aber auf kurze Distanzen unter 50 m begrenzt. Die .17 HMR übertrifft die .22 WMR in der Leistung, ist aber noch schwieriger zu beschaffen. Wer mehr Reichweite oder Schalenwild-Tauglichkeit benötigt, muss zu Zentralfeuerkartuschen wechseln – etwa .22 Hornet, .222 Rem. oder .223 Rem..
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