
























































Die .17 Hornady Magnum Rimfire – kurz .17 HMR – ist eine hochpräzise Randfeuerpatrone, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten als spezialisierte Lösung für Raubwildjäger und Präzisionsschützen etabliert hat. Mit einem Geschossdurchmesser von 4,37 Millimetern und Mündungsgeschwindigkeiten bis zu 724 m/s bietet sie eine bemerkenswert flache Flugbahn bis 100 Meter – deutlich präziser als die vergleichbare .22 WMR. Doch die Verfügbarkeit in Deutschland bleibt begrenzt, und die jagdliche Zulassung erfordert landesrechtliche Prüfung. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, ob die .17 HMR die richtige Wahl für Ihre Jagdsituation ist.
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Die .17 HMR wurde 2002 von Hornady entwickelt: Durch das Einziehen des Hülsenhalses der .22 WMR entstand eine neue Dimension für Kleinkaliberjagd. Das Resultat ist eine Patrone mit 4,37 Millimetern Geschossdurchmesser und einer nominalen Hülsenlänge von 23,54 Millimetern. Die Zündung erfolgt am Rand der Hülse – typisch für Rimfire-Munition.
Technisch unterscheidet sich die .17 HMR fundamental von ihrer „Mutter“ .22 WMR: Sie ist schneller, präziser bis 100 Meter, aber auch bedeutend seltener verfügbar. Der SAAMI-Maximaldruck liegt bei 1.840 bar – deutlich geringer als bei Zentralfeuerkaliber wie der .308 Winchester (4.000 bar).
Typische Geschossgewichte liegen zwischen 13 und 20 Grain (0,84 bis 1,3 Gramm). Die populärsten Laborierungen nutzen 17 oder 20 Grain-Geschosse. Die CCI GamePoint-Laborierung mit 20 Grain erreicht eine Mündungsgeschwindigkeit von 724 m/s und entwickelt 340 Joule Mündungsenergie – das ist der Benchmark für Raubwildjagd.
Beim Preisvergleich zeigt sich: Die .17 HMR kostet deutlich mehr als die .22 LR (0,05–0,15 Euro pro Schuss), liegt aber im gleichen Segment wie die .22 WMR. Ein 50er-Pack CCI FMJ kostet etwa 22 Euro, was 0,44 Euro pro Schuss entspricht. Andere Standard-Laborierungen liegen im Bereich von 0,40 bis 0,50 Euro pro Schuss. Premium-Munition (Federal TNT, Hornady V-Max) kostet geschätzt 0,50 bis 0,70 Euro pro Schuss – allerdings sind aktuelle Preislisten nur bei wenigen deutschen Fachhändlern transparent verfügbar.
Marktposition: Die .17 HMR positioniert sich präzise zwischen der schwachen .22 LR und der kräftigeren .17 Hornet. Sie ist das Kaliber für Jäger, die Schalenwild nicht jagen, aber Raubwild mit wissenschaftlicher Präzision bejagen möchten.
Die effektive Jagdreichweite der .17 HMR liegt bei maximal 100 Metern. Darüber hinaus fallen Geschossabfall und Energieverlust kritisch ab – nicht vertretbar für waidgerechte Jagd.
Die CCI GamePoint-Laborierung zeigt klassisches Verhalten: Mit 100 Metern Nullung erreicht die Patrone exakt dort Treffpunkt null. Bei 50 Metern liegt der Schuss 3,1 Zentimeter über der Nullung, bei 150 Metern bereits 15,5 Zentimeter darunter. Das entspricht einer flachen Flugbahn – präzise für Ansitzjagd auf Fuchs oder Marder, aber schnell zu steil für größere Distanzen.
Entscheidend ist die Restenergie auf der Jagdstrecke: Bei 100 Metern liefert die CCI GamePoint (20 gr) noch 181 Joule. Das reicht für Raubwild – liegt aber deutlich über den minimalen Grenzwerten (typischerweise 50–100 Joule für kleinere Raubwildarten). Auf 150 Metern sinkt die Energie geschätzt unter 100 Joule. Hier wird jagdlich fragwürdig, was auch das Geschossabfall-Problem verschärft.
Zum Vergleich: Die .22 WMR erreicht etwa 125 Meter effektive Reichweite (mit Restenergie von etwa 400–550 Joule bei der Mündung, deutlich weniger bei 125 m), aber mit steilerer Flugbahn. Die .17 Hornet (Zentralfeuer) trägt bis 150–200 Meter und entwickelt etwa 802 Joule Mündungsenergie – die Premium-Alternative für Langstrecken-Raubwild.
Sportschützen schätzen die .17 HMR bis 100 Meter für ihr präzises Verhalten: Die flache Bahn ermöglicht Zentimetergenaues Schießen auf Standscheiben. Herstellerangaben sprechen von „Zentimeter-Präzision auf 100 Meter“ – wobei konkrete Streukreis-Werte (etwa Streukreis-Größe bei 10 Schuss) nicht öffentlich verfügbar sind.
Diese Wildarten können mit .17 HMR bejagt werden:
Raubwild wie Fuchs, Marder und Hermelin stehen an erster Stelle. Mit der CCI GamePoint-Laborierung (181 Joule auf 100 Meter) liegt die Restenergie oberhalb typischer Mindestvorgaben. Allerdings: Es gibt keine bundeseinheitliche Energievorgabe für Raubwild im Bundesjagdgesetz. Das bedeutet: Jedes Bundesland regelt einzeln, ob die .17 HMR zulässig ist. Vor dem Jagdeinsatz müssen Sie die Landesjagdverordnung (z. B. NRW, Bayern, Baden-Württemberg) konsultieren – eine Online-Recherche beim zuständigen Landesministerium ist obligatorisch.
Schadwild wie Ratten, Kaninchen und Eichhörnchen profitiert von der hohen Präzision und geringen Wildbretentwertung. Die CCI A17 Varmint Tip (17 gr) mit ihrer Kunststoffspitze bietet flache Ballistik speziell für diese Einsätze.
Diese Wildarten sind rechtlich ausgeschlossen:
Rehwild benötigt mindestens 1.000 Joule Restenergie auf 100 Metern – die .17 HMR liefert nur 181 Joule, also 82 Prozent weniger. Das Kaliber ist zu schwach. Noch deutlicher wird es bei Rotwild, Damwild, Schwarzwild oder Muffelwild: Sie erfordern 2.000 Joule plus einen Geschossdurchmesser von mindestens 6,5 Millimetern. Die .17 HMR mit 4,37 Millimetern ist rechtlich ausgeschlossen.
Geschossauswahl nach Wildart macht den Unterschied:
Die CCI GamePoint TMS (Teilmantel-Softpoint) in 20 Grain gilt als erste Wahl für Fuchs und Marder. Fachhändler beschreiben sie mit „hoher Energieabgabe ohne Ausschuss“ – die Geschosse deformieren im Wildkörper und minimieren Wildbretentwertung. Bei der Federal Premium Speer TNT (17 gr) handelt es sich um ein TNT-Deformationsgeschoss, das gezielt für balgschonende Raubwildjagd entwickelt wurde – besonders relevant, wenn Sie Ballgschöne erzielen möchten.
Für reines Schadwildmanagement (Ratten, Kaninchen) ist die CCI A17 Varmint Tip mit Kunststoffspitze erste Wahl – die verbesserte Ballistik der Kunststoffspitze sorgt für flachere Flugbahn bis 100 Meter. Im Sportschießen sparen Sie mit der CCI FMJ (Vollmantel, 20 gr) Geld: Sie kostet nur 0,44 Euro pro Schuss und ist nicht deformierend – ideal für Standscheiben-Training. Zur Bleifrei-Thematik: Hornady bietet bleifreie .17 HMR-Varianten aus Kupferlegierung an – doch in aktuellen deutschen Händlerdatenbanken sind diese praktisch nicht lieferbar. Falls Ihr Revier in einem Bleifrei-Pflichtgebiet liegt, klären Sie vorher mit dem Fachhändler, ob Kupfergeschosse beschaffbar sind.
Vier Haupttypen dominieren das .17 HMR-Sortiment: Varmint Tip, Teilmantel-Softpoint, TNT-Deformationsgeschosse und Vollmantel.
Die CCI A17 Varmint Tip (17 gr) mit ihrer Kunststoffspitze ist das Multitalent für Präzision und Jagd. Sie wurde speziell für die Savage A17 Selbstlader entwickelt – die Pulverladung ist auf diese Waffe abgestimmt. Mit Kunststoffspitze profitiert das Geschoss von verbesserter Ballistik, was sich in flacher Flugbahn bis 100 Meter manifestiert. Sie empfehlen sich für Raubwild bis 100 Meter und auch für Schadwild.
Die CCI GamePoint TMS (20 gr, Teilmantel-Softpoint) liefert mehr Gewicht und damit höhere Restenergie. Die Teilmantel-Konstruktion führt zu unkontrollierter Expansion – das Geschoss soll im Wildkörper „explodieren“, wie Fachhändler es beschreiben. Ohne Ausschuss bedeutet: Das Geschoss bleibt im Wild und gibt seine Energie ab, statt den Körper zu durchschlagen. Für Fuchs und Marder auf Ansitz bis 100 Meter die klassische Wahl.
Die Federal Premium Speer TNT (17 gr) arbeitet mit Deformationsbohrungen. Das TNT-Geschoss bietet kontrollierte Expansion speziell für balgschonende Abschüsse – relevant, wenn Sie Raubwildballge in gutem Zustand erhalten möchten. Der Ballistics Coefficient von 0,110 ist eher gering, beeinflusst aber die flache Bahn bis 100 Meter nicht wesentlich.
Die CCI FMJ (Full Metal Jacket, 20 gr) ist der Klassiker für Sportschützen. Der Vollmantel deformiert nicht – ideal für Standscheiben, wo Geschosse ganz bleiben sollen. Mit 0,44 Euro pro Schuss ist sie die kostengünstigste Option.
Bleifreie Optionen existieren von Hornady in der internationalen Linie (Kupferlegierung), sind aber in Deutschland kaum verfügbar.
Die Wahl der Munition entscheidet über Erfolg und Waidgerechtigkeit: Für echte Jagd ist die CCI GamePoint oder Federal TNT erste Wahl. Für Schadwild empfehlt sich die A17 Varmint Tip. Für Sport: CCI FMJ.
Das Waffensortiment für .17 HMR ist überschaubar – deutlich kleiner als bei .22 LR oder .308 Winchester. Repetierer dominieren, doch es gibt eine bemerkenswerte Ausnahme.
Die Savage A17 Sporter ist die einzige dokumentierte Halbautomat-Option. Sie wurde speziell für die CCI A17 Varmint Tip entwickelt: Die Pulverladung dieser Munition ist auf die Selbstlader-Funktion dieser Waffe abgestimmt. Mit etwa 525 Millimetern Lauflänge und einem 5-Schuss-Magazin bietet sie schnelle Schussfolge für Nachschüsse – praktisch für Raubwild-Einsätze. Das Schichtholzschaft und die Gesamtlänge von etwa 1.010 Millimetern machen sie zu einer handlichen Waffe für Ansitz und Pirsch. Das Gewicht liegt bei etwa 3.200 Gramm.
Weitere bekannte Hersteller wie Anschütz, CZ oder Tikka bieten keine dokumentierten .17 HMR-Varianten an – der Markt ist schlicht zu klein. Für reine Repetierer-Systeme (manuelle Zuführung) gelten etwas andere Anforderungen: Sie brauchen keine Munitionsbindung und funktionieren mit allen .17 HMR-Laborierungen zuverlässig.
Zur Lauflänge: Die Standard-Lauflänge von etwa 525 Millimetern ist Balance zwischen Handlichkeit und Geschwindigkeitszuwachs. Längere Läufe würden marginal mehr Geschwindigkeit bringen, helfen aber beim Jagdeinsatz weniger als beim Präzisions-Schießstand (dort stabilere Auflage, weniger Mündungsunruhe).
Repetierer versus Selbstlader:
Repetierer-Systeme bieten extrem hohe Zuverlässigkeit durch manuelle Zuführung – der Verschluss ist stiffer und präziser. Selbstlader (wie die Savage A17) ermöglichen schnellere Schussfolge (30–40 Schuss pro Minute geschätzt), sind aber munitionsabhängig. Die Savage A17 funktioniert zuverlässig mit CCI A17 Varmint Tip; andere Laborierungen könnten Feeding-Probleme verursachen.
Praktischer Tipp: Wenn Sie einen Halbautomat für .17 HMR suchen, führt faktisch nur ein Weg: zur Savage A17. Alle anderen Plattformen sind Repetierer. Der Vorteil des A17 ist schnelle Schussfolge für Raubwild-Nachschüsse. Der Nachteil: Sie sind auf CCI A17 Varmint Tip gebunden – andere Laborierungen laufen möglicherweise nicht zuverlässig.
Die aktuelle Testabdeckung für .17 HMR-Munition ist dünn. Große deutsche Jagdzeitschriften wie WILD UND HUND oder VISIER haben keine aktuellen Tests (2024/2025) veröffentlicht. Internationale Fachmedien (Shooting Times, Gun Dog, Sports Afield) folgen ebenfalls dem Trend nicht – die Nische ist zu klein.
Das bedeutet: Herstellerangaben und Fachhändler-Beschreibungen ersetzen unabhängige Tests. Die CCI GamePoint wird von Fachhandels-Plattformen mit „hoher Energieabgabe ohne Ausschuss“ beschrieben – eine Herstellerangabe, nicht durch externe Tests verifiziert. Die Ballistik-Tabelle (50 m: −3,1 cm, 100 m: 0 cm, 150 m: −15,5 cm bei Nullung 100 m) stammt von CCI-Datenblättern.
Die CCI A17 Varmint Tip wird als „optimiert für Savage A17 Selbstlader mit Präzision bis 100 Meter“ beschrieben – konkrete Streukreis-Werte sind nicht öffentlich. Federal Premium Speer TNT ist dokumentiert mit BC-Wert 0,110 G1, aber ohne konkrete Wildbreitergebnisse.
Was das bedeutet: Kaufentscheidungen basieren bei .17 HMR stärker als bei .308 Winchester oder .22 LR auf Herstellerangaben und Erfahrungsberichten aus Jäger-Foren, nicht auf standardisierten Tests. Das ist der Preis für ein Nischen-Kaliber.
Die richtige Wahl hängt von Ihren Prioritäten ab.
Gegen die .22 WMR: Die .22 WMR entwickelt 400–550 Joule Mündungsenergie (25–60 Prozent mehr als .17 HMR) und erreicht bis 125 Meter effektive Jagdreichweite. Allerdings: Die Flugbahn wird steil – ab 100 Meter wird Precision-Schießen kritisch. Die .17 HMR ist bis 100 Meter präziser. Die .22 WMR kostet etwas weniger (0,30–0,45 Euro pro Schuss geschätzt) und ist häufiger verfügbar. Fazit: Für Raubwild-Ansitzjagd bis 100 Meter ist .17 HMR besser (Präzision); für höhere Reichweite: .22 WMR.
Gegen die .17 Hornet: Dies ist das Premium-Kaliber. Die .17 Hornet ist Zentralfeuer (nicht Rimfire), entwickelt etwa 802 Joule Mündungsenergie (2,4-fach höher), trägt bis 150–200 Meter und öffnet Türen zu kleineren Schalenwildarten (je nach Landesrecht). Die .17 Hornet kostet aber 0,50–0,70 Euro pro Schuss und ist noch seltener als .17 HMR. Fazit: Für Langstrecken-Raubwild und größere Reichweitenflexibilität ist .17 Hornet besser – wer aber gezielt bis 100 Meter jagt, benötigt sie nicht.
Gegen die .22 LR: Die .22 Long Rifle ist ubiquitär verfügbar, kostet nur 0,05–0,15 Euro pro Schuss und funktioniert überall zuverlässig. Allerdings: Mit 170–200 Joule Mündungsenergie ist sie halb so stark wie .17 HMR. Die Flugbahn wird ab 75 Metern merklich steil. Fazit: Für reines Sport-Schießen oder Kaninchen-Jagd: .22 LR; für echte Raubwild-Jagd: .17 HMR.
Die .17 HMR ist die Wahl für spezialisierte Raubwild-Jäger, die bis 100 Meter präzise arbeiten – Ansitzjagd auf Fuchs oder Marder mit wissenschaftlicher Genauigkeit. Mit 181 Joule auf 100 Meter, flacher Flugbahn und minimalem Geschossabfall ist sie jagdlich vorbildlich. Die Geschossauswahl erlaubt balgschonende Abschüsse (TNT) oder maximale Energieabgabe (GamePoint TMS).
Gleichzeitig sind die Grenzen klar:
Nicht geeignet für: Schalenwild jeglicher Art (Rehwild benötigt 1.000 Joule – Sie haben 181), Distanzen über 100 Meter (Geschossabfall wird zu groß), Budget-orientierte Sportschützen (.22 LR ist 5–10× günstiger) oder Drückjagden (zu schwach, unüblich in dieser Jagdform).
Kritische Prüfschritte vor dem Kauf:
Konsultieren Sie Ihre Landesjagdverordnung – die .17 HMR hat keine bundeseinheitliche Zulassung für Raubwild. Ob Bayern, NRW oder Baden-Württemberg: Jedes Bundesland entscheidet einzeln.
Verfügbarkeit prüfen – nur zwei deutsche Fachhändler haben transparente Listings. Rufen Sie an, bevor Sie Munition bestellen.
Waffensystem wählen – Repetierer für Zuverlässigkeit, Savage A17 Sporter für schnelle Schussfolge (aber gebunden an CCI A17 Varmint Tip).
Alternativen in Betracht ziehen:
Wenn Sie bis 125 Meter jagen: .22 WMR (mehr Energie, besser verfügbar).
Wenn Langstrecke wichtig ist (150–200 m): .17 Hornet (Premium, aber seltener).
Wenn Budget kritisch: .22 LR (für Sport und Kaninchen unschlagbar günstig).
Die .17 HMR bleibt ein Nischen-Kaliber – präzise, zuverlässig, aber mit kleinerem Angebot. Ihre Stärke liegt in der Nische: professionelle Raubwild-Präzision bis 100 Meter.
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