

















































































Die .22 Long Rifle (.22 LR) ist eine Randfeuerpatrone mit einer metrischen Bezeichnung von 5,6 × 15 mm R und gehört zu den weltweit verbreitetsten Kaliber-Optionen für Kleinkaliber-Büchsen und -Pistolen. Mit ihrem ausgewogenen Leistungsprofil und der hohen Verfügbarkeit ist sie sowohl für Sportschützen als auch für Jäger eine bewährte Wahl – ob beim Präzisionssport, bei der Kleinwildjagd oder beim Fangschuss. In diesem umfassenden Überblick erfahren Sie alles Wichtige zu Technologie, Einsatzbereichen und praktischen Anwendungen dieses klassischen Kalibers.
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Die .22 LR ist eine Patrone mit präzise definierten Abmessungen und hohen Qualitätsstandards. Der Geschossdurchmesser beträgt 5,69 mm, die Hülsenlänge genau 15,00 mm. Die Gesamtlänge einer fertigen Patrone liegt bei 25,40 mm, was das kompakte Format dieser Randfeuerpatrone unterstreicht.
Nach internationalen C.I.P.-Vorgaben (Commission Internationale Permanente) ist der zulässige Maximaldruck auf 170,00 MPa begrenzt. Dies ist ein wichtiger Sicherheitswert, der sowohl für Waffen als auch für Munition gilt. Der Standarddrall für .22-LR-Waffen ist auf 406 Millimeter Ganglänge (1:16 Zoll) festgelegt. Dieser moderate Drall sorgt für eine stabile Flugbahn ohne zu viel rotative Kraft auf das leichte Geschoss.
Die typischen Geschossgewichte liegen zwischen 36 und 40 grain, wobei 40 grain (etwa 2,6 Gramm) die Standardlast darstellt. Diese geringen Massen ermöglichen sehr unterschiedliche Laborierungen mit deutlich verschiedenen Leistungscharakteristiken.
Die .22 LR wird in mehreren Leistungsvarianten angeboten, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen:
Standard Velocity Ladungen erreichen etwa 329 m/s Mündungsgeschwindigkeit bei einer Mündungsenergie von rund 140 Joule. Dieses ausgewogene Profil bietet sehr gute Präzision und eignet sich hervorragend für Sportschützen im Präzisionssport sowie für ruhige Schießplätze.
High Velocity Varianten beschleunigen das Geschoss auf etwa 405 m/s und entwickeln dabei eine Mündungsenergie von etwa 213 Joule. Diese zusätzliche Energie kann je nach Anwendung Vorteile bei größeren Distanzen bieten – ein Vorteil bei Langdistanz-Anwendungen und jagdlichen Einsätzen.
Auch Subsonic-Ladungen sind am Markt erhältlich. Diese werden speziell für den Einsatz mit Schalldämpfern konstruiert und bleiben unter der Schallgeschwindigkeit von etwa 320 m/s, um ein möglichst leises Schießen zu ermöglichen. Die Lapua Pistol King etwa erreicht als Subsonic-Alternative 310 m/s bei einer Mündungsenergie von etwa 125 Joule.
| Laborierung | Geschossgewicht | Mündungsgeschwindigkeit | Mündungsenergie | Charakteristik |
|---|---|---|---|---|
| Standard Velocity | 40 grain (2,6 g) | 329 m/s | 140 J | Präzision, Training |
| High Velocity | 40 grain (2,6 g) | 405 m/s | 213 J | Reichweite, Jagd |
| Subsonic (z. B. Lapua Pistol King) | 40 grain (2,6 g) | 310 m/s | ~125 J | Schalldämpfer, leise |
Diese unterschiedlichen Laborierungen zeigen die Vielseitigkeit der .22 LR: Sie können je nach Einsatzgebiet zwischen hoher Präzision bei Standard Velocity, zusätzlicher Reichweite bei High Velocity oder minimaler Lautstärke bei Subsonic-Varianten wählen.
Die praktische Reichweite der .22 LR wird maßgeblich durch die gewählte Laborierung bestimmt. Die energetischen Unterschiede zwischen Standard Velocity (140 Joule) und High Velocity (213 Joule) entsprechen etwa einer 50-prozentigen Steigerung der Mündungsenergie. Dies wirkt sich direkt auf die verbleibende Restenergie und den Energieabfall über die Distanz aus.
Bei größeren Distanzen zeigt die .22 LR ihre natürlichen Grenzen: Das leichte Geschoss ist wind- und flugempfindlich und verliert Energie kontinuierlich. High-Velocity-Ladungen bieten aufgrund höherer Mündungsenergie prinzipielle Vorteile bei größeren Distanzen, wobei konkrete Reichweiten von weiteren Faktoren abhängen. Allerdings ist die .22 LR insgesamt energetisch limitiert – die maximale Mündungsenergie von 213 Joule bleibt deutlich hinter Hochleistungskalibern zurück.
Für präzise Aussagen zu effektiven Reichweiten auf 50, 100 oder 200 Meter – etwa zu Energiewerten oder Geschossabfall – sind detaillierte Ballistiktabellen erforderlich, die je nach Geschosstyp, Luftdichte und Umgebungsbedingungen variieren. Die praktische Reichweite hängt also stark von Ihrem individuellen Anwendungsfall ab.
Die .22 LR hat sich in jagdlichen Kontexten vor allem in zwei Bereichen bewährt: beim Fangschuss und bei der Fallenjagd. Diese Einsätze sind in der Jagdliteratur dokumentiert und zeigen die praktische Tauglichkeit des Kalibers.
Der Fangschuss ist eine wichtige jagdliche Anwendung, etwa beim Nachsuch von beschossenem Wild oder zur Tötung von gefangenem Wild. Hier bietet die .22 LR mit ihren Laborierungen (140–213 Joule Mündungsenergie) eine ausreichend sichere Lösung, sofern die Distanzen gering bleiben und die Schussplatzierung präzise ist.
Die Fallenjagd nutzt die .22 LR gezielt zur schnellen Tötung von Kleinwild in fallen. Die geringe Schallentwicklung bei Standard Velocity oder Subsonic-Varianten ist hier ein Vorteil, da weitere Tiere nicht verschreckt werden.
Für die allgemeine Kleinwildjagd wird die .22 LR häufig empfohlen, konkrete Wildarten und Distanzgrenzen sind aber im Standard nicht festgelegt. Hier ist es sinnvoll, sich mit Ihrem örtlichen Jagdschutzverband oder einem Jagdberater zu unterhalten, da die Regelungen zwischen den Bundesländern variieren.
Wichtiger Hinweis: Für Schalenwild wie Rehe oder Schwarzwild fehlen belastbare Daten zur jagdrechtlichen Eignung und zu Mindestenergie-Anforderungen. Eine Beratung mit dem zuständigen Jagdverband ist vor dem Einsatz auf größerem Wild erforderlich.
Bei der Auswahl der richtigen .22-LR-Munition entscheiden Sie nicht nur über die Laborierung (Standard, High Velocity, Subsonic), sondern auch über den Geschosstyp. Jeder Typ verfolgt eine andere Zielsetzung:
Vollmantel (Full Metal Jacket, FMJ) Geschosse sind in einer dünnen Kupferhülle eingebunden und bieten maximale Durchschlagskraft. Sie deformieren nicht, sondern durchschlagen ihr Ziel sauber. Diese Munition ist ideal für Training und Schießplatzalltag – kostengünstig und zuverlässig.
Hohlspitz-Geschosse (Hollow Point) haben eine Aushöhlung in der Spitze, die bei Aufprall zu einer kontrollierten Expansion führt. Die Energie wird gezielt an das Ziel abgegeben, und die Eindringtiefe ist geringer als bei Vollmantel. Für Kleinwildjagd und Fangschuss sind Hohlspitze die bessere Wahl.
Rundkopf-Geschosse (Round Nose) sind ein klassisches Design ohne spezielle Optimierungen. Sie kombinieren moderate Durchschlagskraft mit annehmbarer Ballistik und eignen sich für vielseitige Anwendungen.
Match-Munition wird speziell für Präzisionsdisziplinen im Sportschießen entwickelt. Hier wird besonderer Wert auf Konsistenz gelegt – die Streuung von Patrone zu Patrone ist minimiert, um beste Genauigkeit zu ermöglichen.
Bleifreie Alternativen aus Kupfer oder Kupfer-Zink-Legierungen werden zunehmend relevant, etwa für Schießstände mit Umweltauflagen oder in Regionen mit Vorschriften zum Bleischutz. Sie bieten ähnliche Ballistiken wie herkömmliche Blei-Geschosse.
Ein weit verbreitetes Beispiel ist die Lapua Pistol King mit 40 grain Gewicht, 310 m/s Mündungsgeschwindigkeit und etwa 125 Joule Mündungsenergie – eine etablierte Laboriering für Pistolenschützen und Subsonic-Anwendungen.
Die Wahl hängt von Ihrem Einsatzzweck ab: Trainieren Sie regelmäßig auf einem Schießstand? Dann sind Budget-FMJ-Varianten wirtschaftlich sinnvoll. Jagen Sie Kleinwild? Hohlspitzgeschosse sind die richtige Wahl. Streben Sie in Präzisionswettbewerben an? Match-Munition lohnt sich.
Die .22 LR wird in einer großen Vielfalt an Waffensystemen angeboten. Um die richtige Waffe zu wählen, sollten Sie die Systemtypen kennen:
Repetierbüchsen sind handbetätigt – nach jedem Schuss arbeiten Sie manuell den Verschluss, um das nächste Geschoss in den Lauf zu laden. Repetierer bieten höchste Zuverlässigkeit, sehr gute Präzision und sind wartungsarm. Sie sind ideal für Sportschützen im Präzisionssport und für Jäger, die Wert auf Sicherheit und Kontrolle legen.
Selbstladebüchsen laden automatisch neu, indem sie die Rückstoßenergie nutzen. Dieses System (meist Blowback-Betätigung bei .22 LR) ermöglicht schnelleres Schießen und ist bei Sportschützen beliebt, die mehrere Schüsse schnell hintereinander abgeben möchten. Allerdings sind Selbstlader komplexer und erfordern mehr Wartung als Repetierer.
Ein wichtiges technisches Detail ist der Drall: Um zuverlässig mit Ihrer .22-LR-Munition zu funktionieren, sollte Ihre Waffe einen Drall von 1:16 Zoll (406 mm Ganglänge) haben – der C.I.P.-Standard. Dies ist bei praktisch allen modernen .22-LR-Waffen der Fall.
Waffen für .22 LR gibt es in verschiedenen Lauflängen – von kurzen Varianten um 41 Zentimeter bis zu längeren Ausführungen mit über 60 Zentimeter Lauflänge. Kürzere Läufe sind handlicher, längere ermöglichen höhere Geschwindigkeiten und bessere Präzision durch längere Beschleunigungsstrecke.
Die .22 LR ist ein bewährtes, vielseitiges Kaliber mit klaren Stärken und sinnvollen Grenzen. Mit ihrer Mündungsenergie zwischen 125 und 213 Joule (je nach Laborierung) und ihrem stabilen Leistungsprofil erfüllt sie eine wichtige Rolle in den Bereichen Training, Sportschießen und ausgewählter jagdlicher Anwendungen.
Ideal geeignet für:
Sportschützen in Präzisionsdisziplinen profitieren von der exzellenten Verfügbarkeit von Match-Munition, der hohen Zuverlässigkeit und den geringen Kosten pro Schuss. Der standardisierte Drall von 1:16″ ermöglicht stabile Flugbahnen.
Jäger im Fangschuss und bei der Fallenjagd finden in der .22 LR ein etabliertes und bewährtes Werkzeug. Die Kombination aus ausreichender Energie (140–213 J) und geringem Schallentwicklungspotenzial macht sie praxistauglich.
Einsteiger im Schießsport schätzen die geringe Rückstoßentwicklung, die einfache Handhabung und die wirtschaftliche Munitionsversorgung.
Geringere Eignung für:
Langdistanz-Schießen ist aufgrund der energetischen Begrenzung nicht das optimale Einsatzfeld. Die Geschosse sind leicht und wind- sowie flugempfindlich.
Schalenwildjagd auf größerem Wild (Rehe, Schwarzwild): Hier fehlen dokumentierte Energiestandards und sichere Einsatzgrenzen. Eine Klärung mit den zuständigen Behörden ist erforderlich.
Praktischer Hinweis für Ihre Kaufentscheidung: Bevor Sie sich für eine bestimmte .22-LR-Munition oder Waffe entscheiden, sollten Sie sich mit aktuellen Fachtests, Händlerempfehlungen und Ihrem örtlichen Jagdverein beraten. So stellen Sie sicher, dass Sie das für Ihre Anforderungen optimale System wählen.
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