
















Jahrzehntelang war die 9×18 mm Makarov die Standard-Pistolenmunition des Warschauer Pakts – und sie ist bis heute relevant für alle, die eine Makarov PM oder eine verwandte Ostblock-Pistole besitzen. In Deutschland kommt die Patrone heute fast ausschließlich im Sportschießen zum Einsatz.
Bei der 9 mm Makarov handelt es sich um eine Zentralfeuer-Pistolenpatrone, die Ende der 1940er-Jahre in der Sowjetunion für die Makarov PM (Pistolet Makarowa) entwickelt wurde. Sie trägt mehrere gleichwertige Bezeichnungen: 9×18 mm Makarov, 9 mm Makarow und 9×18 PM – eine NATO-Bezeichnung existiert nicht. Der Geschossdurchmesser liegt bei 9,22 bis 9,27 mm, die Hülsenlänge beträgt 18,10 mm und die Patronen-Gesamtlänge 25,00 mm.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bezeichnung | 9×18 mm Makarov / 9 mm Makarow / 9×18 PM |
| NATO-Bezeichnung | Keine |
| Typ | Zentralfeuer-Pistolenpatrone |
| Geschossdurchmesser | 9,22–9,27 mm |
| Hülsenlänge | 18,10 mm |
| Patronen-Gesamtlänge | 25,00 mm |
| Drall | 240 mm, 4 Nuten |
| C.I.P. pmax | 160 MPa (23.206 psi) |
| Geschossgewichte (Standard) | 5,75–6,15 g (88–95 gr) |
| V0 (Bereich) | 290–319 m/s |
| E0 (Bereich) | ca. 293–313 Joule |
Die Patrone entstand als Ablösung der 7,62 mm Tokarev in der sowjetischen Kurzwaffenbewaffnung und verbreitete sich rasch in den Streitkräften der Ostblockstaaten. Ihre Konstruktion folgte einem klaren Prinzip: stärker als .380 ACP, aber schwächer als 9×19 mm Parabellum. Das war kein Kompromiss, sondern eine bewusste Designentscheidung – denn der niedrigere Druckpegel von 160 MPa erlaubt einfache Rückstoßlader-Pistolen ohne aufwendigen Verriegelungsmechanismus.
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Die typischen Geschossgewichte der Standardlaborierungen liegen zwischen 5,75 und 6,15 g (88–95 Grain) bei Vollmantelgeschossen. Die Patrone verschießt diese Geschosse mit Mündungsgeschwindigkeiten von 290–319 m/s und entwickelt dabei eine Mündungsenergie von rund 293–313 Joule. Mit einem C.I.P.-Maximaldruck von 160 MPa liegt sie deutlich unter dem Druckniveau der 9×19 mm Parabellum, die mit 235 MPa arbeitet – das macht den grundlegenden Unterschied in der Waffenkonstruktion aus.
Zu beachten: Die V0-Angaben variieren je nach Quelle zwischen 290 und 319 m/s, weil die Referenz-Lauflängen für Herstellerangaben nicht einheitlich dokumentiert sind. Preislich liegt das einzige in Deutschland aktuell verfügbare Produkt – Sellier & Bellot Vollmantel 6,1 g, 50er-Packung – bei 31,50 € und damit bei 0,63 € pro Schuss (Stand 03/2026, Frankonia).
Die 9 mm Makarov ist eine Kurzwaffen-Patrone für Distanzen unterhalb von 50 Metern. Mit einer Mündungsenergie von rund 293–313 Joule und einem sehr niedrigen ballistischen Koeffizienten verliert das Geschoss rapide an Geschwindigkeit und Energie – für längere Schussdistanzen ist die Patrone konstruktionsbedingt nicht ausgelegt.
Drei Laborierungen sind in der Fachliteratur dokumentiert. Die Sellier & Bellot Vollmantel-Ladung (6,1 g / 95 Grain) erreicht eine Mündungsgeschwindigkeit von 310 m/s und eine Mündungsenergie von 293 Joule. Eine russische Standard-FMJ-Laborierung (5,75–6,15 g) liefert 290–315 m/s – und ist die einzige Variante, für die ein ballistischer Koeffizient veröffentlicht wurde: G1 = 0,06. Eine dritte Referenzlaborierung (6,0 g / 95 Grain) gibt 319 m/s und 313 Joule an.
Dieser BC-Wert von 0,06 ist selbst für Pistolenmunition außergewöhnlich niedrig. Zum Vergleich: 9×19 mm Parabellum-Geschosse erreichen je nach Typ typischerweise Werte um 0,10–0,14. Das bedeutet: Die Makarov-Patrone verliert ihre Energie überproportional schnell, sodass die ohnehin geringe Mündungsenergie von rund 300 Joule auf 50 m bereits deutlich darunter liegt.
Der einzige dokumentierte Präzisionswert stammt vom Hersteller: R50 = 32 mm auf 25 m. Das bedeutet, 50 Prozent der Treffer liegen in einem Kreis von 32 mm Durchmesser auf dieser Distanz – ein für eine Pistolenpatrone akzeptabler Wert. Typische Schussdistanzen im sportlichen Einsatz liegen zwischen 15 und 25 Metern.
Eine Long-Range-Tauglichkeit besitzt die Patrone nicht. Wer Werte für 100 m oder 200 m benötigt, wird bei keinem Hersteller fündig – Ballistiktabellen über verschiedene Distanzen existieren für dieses Kaliber nicht. Für Pistolensport auf Standarddistanzen bis 25 m liefert die Patrone jedoch ausreichende Leistung.
Die 9 mm Makarov ist nach deutschem Jagdrecht nicht für die Jagd auf Schalenwild zugelassen. Mit einer Mündungsenergie von ca. 293–313 Joule unterschreitet sie die gesetzlich geforderten Mindestenergien so deutlich, dass keinerlei Ausnahme möglich ist.
Das Bundesjagdgesetz (BJagdG § 19) schreibt für Büchsenmunition auf Rehwild eine Restenergie auf 100 m (E100) von mindestens 1.000 Joule vor – für alles größere Schalenwild sind es sogar 2.000 Joule. Die Makarov-Patrone erreicht an der Mündung gerade einmal etwa 300 Joule. Selbst diese E0 liegt um rund 700 Joule unter dem Rehwild-Minimum auf 100 m.
| Anforderung (BJagdG § 19) | Gesetzlicher Mindestwert | 9 mm Makarov E0 | Erfüllt? |
|---|---|---|---|
| Schalenwild (ohne Rehwild) | E100 ≥ 2.000 J, Kaliber ≥ 6,5 mm | ca. 293–313 J | Nein |
| Rehwild | E100 ≥ 1.000 J | ca. 293–313 J | Nein |
| Fangschuss (Kurzwaffe) | E0 ≥ 200 J (Praxis) | ca. 293–313 J | Grundsätzlich denkbar |
Für den Fangschuss überschreitet die Patrone mit ihren rund 300 Joule E0 die in der Praxis als Untergrenze betrachteten 200 Joule. Ob sie für diesen Zweck tatsächlich eingesetzt werden darf, hängt von den jagdrechtlichen Regelungen des jeweiligen Bundeslandes zur Kurzwaffenverwendung ab. Jäger sollten das zuständige Landesrecht prüfen, bevor sie eine Kurzwaffe in diesem Kaliber für den Fangschuss in Betracht ziehen.
Die klare Einordnung lautet: Die Patrone ist eine reine Sport- und Übungspatrone. Für die Bejagung jeglichen Schalenwildes in Deutschland ist sie weder zugelassen noch ballistisch sinnvoll. Auch optimierte Laborierungen oder Hohlspitzgeschosse können an dieser Realität nichts ändern – die Energielücke ist schlicht zu groß.
Das Sortiment an Geschosstypen für die 9×18 Makarov ist historisch breiter, als die aktuelle Verfügbarkeit in Deutschland vermuten lässt. Für Sportschützen hierzulande ist die Auswahl allerdings auf ein einziges dokumentiertes Produkt zusammengeschrumpft.
Das Vollmantelgeschoss (FMJ) in der 95-Grain-Klasse (6,0–6,1 g) ist die mit Abstand wichtigste Variante. Sie ist die einzige in Deutschland aktuell verfügbare Laborierung: Sellier & Bellot bietet das Vollmantelgeschoss mit 6,1 g in 50er-Packungen für 31,50 € an (0,63 €/Schuss). Die tschechische Marke gilt als zuverlässige Mitteklasse-Option. Da auf dem deutschen Markt kein zweites Produkt verfügbar ist, lässt sich kein Budget-Premium-Vergleich aufstellen – Sellier & Bellot ist schlicht die einzige Wahl.
Alle Standardlaborierungen bewegen sich mit V0-Werten zwischen 290 und 319 m/s bereits im Unterschallbereich. Schallgeschwindigkeit liegt bei rund 343 m/s. Spezielle Subsonic-Laborierungen gibt es für dieses Kaliber daher nicht – sie wären auch nicht notwendig.
Russische Hersteller haben das breiteste Sortiment produziert. Dazu zählen das TMJ (Total Metal Jacket), bei dem das Blei vollständig ummantelt ist und damit Bleidämpfe beim Hallenschießen reduziert werden. Das Deformationsgeschoss (SP) mit Weichspitze ist auf erhöhte Aufpilzung ausgelegt, das SP-7 als Hohlspitze auf maximale Energieabgabe bei 6,0 g (92,6 Grain). Als bleifreie Variante existiert der RG028 mit Stahlkern und 6,0 g – eine Konstruktion militärischer Herkunft, konzipiert für Panzerdurchschlag. Für zivile Schützen in Deutschland ist weder seine Verfügbarkeit noch die waffenrechtliche Zulässigkeit gesichert.
Aufgrund von Sanktionen und Importbeschränkungen seit 2022 sind russische Munitionsprodukte in der EU praktisch nicht mehr erhältlich. Die genannten Varianten sind daher vor allem historisch relevant. Wer heute in Deutschland 9×18 Makarov Munition kaufen möchte, ist auf Sellier & Bellot angewiesen.
Die 9×18 Makarov ist ausschließlich eine Pistolenpatrone – Büchsen, Repetierer oder Gewehre für dieses Kaliber existieren nicht. Das schränkt die Waffenauswahl stark ein, hat aber einen klaren Grund: Die Patrone wurde spezifisch für das Blowback-Prinzip entwickelt, also den einfachen Rückstoßlader ohne Laufverriegelung.
Die Makarov PM (Pistolet Makarowa) ist die namensgebende Dienstpistole, seit 1951 in der sowjetischen Armee eingeführt. Sie ist kompakt, robust und zuverlässig – Eigenschaften, die ihr über Jahrzehnte Dienst in zahlreichen Streitkräften eingebracht haben. Drall und Laufgeometrie (240 mm, 4 Nuten) sind auf die Patronengeometrie der 9×18 mm abgestimmt. Heute ist sie vor allem als Sammler- und Sportwaffe relevant.
Neben der Makarov PM gibt es weitere Pistolen, die dieses Kaliber verschießen. Aus verschiedenen Ländern des ehemaligen Ostblocks stammen unter anderem die CZ 82 (Tschechoslowakei), die P-64 (Polen) und die FEG PA-63 (Ungarn). Auch die sowjetische Stechkin APS als Schnellfeuerpistole sowie Makarov-PM-Varianten aus DDR-, bulgarischer und chinesischer Produktion sind auf dem Gebrauchtmarkt anzutreffen.
Alle gängigen Pistolen für dieses Kaliber arbeiten mit kurzen Läufen von typischerweise 91–100 mm. Neuproduktionen für den zivilen Markt existieren kaum noch. Wer eine Waffe in 9×18 mm sucht, ist daher auf gebrauchte Exemplare angewiesen – meist ehemalige Militärbestände, die im Preisbereich von etwa 200 bis 500 € gehandelt werden.
Unabhängige Tests der 9 mm Makarov aus deutschsprachigen oder internationalen Fachmedien wie VISIER, All4Shooters oder Shooting Times liegen für den Zeitraum 2024–2026 nicht vor. Die verfügbaren Daten stammen fast ausschließlich von Herstellern. Wer vor dem Kauf unabhängige Testergebnisse sucht, wird bei diesem Kaliber kaum fündig – das ist ein ehrlicher Befund, den Käufer einkalkulieren sollten.
Der einzige dokumentierte Präzisionswert ist die bereits erwähnte Herstellerangabe: R50 = 32 mm auf 25 m. Für eine Pistolenpatrone auf dieser Distanz ist das ein akzeptabler Wert, jedoch nicht durch unabhängige Chronograph-Messungen oder Schießtests bestätigt. Auch die V0-Angaben der Hersteller zwischen 290 und 319 m/s sind bislang nicht extern verifiziert.
Aus der Praxis des Schießsports lässt sich ergänzen: Die Makarov PM und ähnliche Pistolen gelten als robust und funktionszuverlässig. Der Rückstoß der Patrone ist moderat – vergleichbar mit oder leicht stärker als .380 ACP – und für viele Schützen gut beherrschbar. Typische Schussdistanzen im sportlichen Betrieb liegen bei 15 bis 25 Metern. Wer tiefergehende Praxiserfahrungen sucht, findet diese am ehesten im Austausch mit anderen Schützen in Schießsportvereinen.
Auf dem Papier klingt „9 mm“ ähnlich – doch zwischen 9×18 Makarov, 9×19 Parabellum und .380 ACP liegen erhebliche Unterschiede, die für die Kaufentscheidung entscheidend sind.
| Merkmal | 9×18 Makarov | 9×19 Parabellum | .380 ACP (9×17) |
|---|---|---|---|
| Geschossdurchmesser | 9,22–9,27 mm | 9,01 mm | 9,01 mm |
| Hülsenlänge | 18,10 mm | 19,15 mm | 17,30 mm |
| C.I.P. pmax | 160 MPa | 235 MPa | 150 MPa |
| Typische E0 | 293–313 J | ca. 500–550 J | ca. 200–260 J |
| Typische V0 | 290–319 m/s | 350–400 m/s | 280–310 m/s |
| Verfügbarkeit Deutschland | Stark eingeschränkt | Sehr gut | Gut |
| Waffenauswahl | Sehr begrenzt (Gebraucht) | Sehr groß | Groß |
Wichtiger Hinweis: Verwechslungsgefahr
9×18 Makarov und 9×19 Parabellum sind nicht austauschbar. Der Geschossdurchmesser der Makarov beträgt 9,22–9,27 mm, der der 9×19 nur 9,01 mm. Eine Verwendung von 9×18-Patronen in einer 9×19-Waffe – oder umgekehrt – ist nicht möglich und potenziell gefährlich. Die ähnliche Bezeichnung täuscht: Es handelt sich um völlig verschiedene Patronen.
Die 9 mm Makarov entwickelt nur etwa 55–60 % der Mündungsenergie einer 9×19. In puncto Verfügbarkeit, Munitionsauswahl, Waffenplattformen und Preis-Leistungs-Verhältnis ist die 9×19 in jeder Hinsicht überlegen. Der einzige Grund für die Makarov-Patrone ist der Besitz einer passenden Waffe.
Gegenüber der .380 ACP ist die Makarov-Patrone die leistungsstärkere der beiden – mit rund 15–20 % mehr Mündungsenergie. Allerdings ist .380 ACP in modernen Kompaktpistolen weit verbreitet und deutlich besser verfügbar. Wer neu in eine Kurzwaffe investiert, hat mit .380 ACP eine deutlich größere Auswahl an modernen Waffen und Munition.
Die 9×18 mm Makarov ist eine historisch bedeutsame Patrone mit einer klaren Zielgruppe: Sportschützen und Waffenliebhaber, die bereits eine Pistole in diesem Kaliber besitzen. Für alle anderen gibt es bessere Alternativen.
Die Stärken auf einen Blick:
Die Grenzen sind ebenso klar:
Die klare Empfehlung lautet: Die 9 mm Makarov richtet sich ausschließlich an Sportschützen und Waffenliebhaber, die bereits eine Pistole in diesem Kaliber besitzen. Für Jäger hat die Patrone keine Relevanz. Wer eine Kurzwaffe für Sport und Training neu anschaffen möchte, ist mit der 9×19 mm Parabellum in jeder Hinsicht besser bedient – mehr Waffenauswahl, bessere Munitionsverfügbarkeit und umfangreichere Testdaten sprechen eine eindeutige Sprache.
Für Besitzer einer Makarov PM oder vergleichbarer Pistolen, die ihre Waffe regelmäßig sportlich nutzen, bietet die 9×18 mm eine funktionale, rückstoßarme Lösung – sofern die Munitionsversorgung über Anbieter wie Frankonia sichergestellt ist.
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