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Die offizielle C.I.P.-Bezeichnung lautet .375 H&H Mag., metrisch wird das Kaliber als 9,5×72 mm oder 9,5×72 mm belted bezeichnet. Es handelt sich um eine Zentralfeuerpatrone vom Typ Magnum mit einem Geschossdurchmesser von 9,30 Millimetern im Feld und 9,55 Millimetern im Zug. Die Hülsenlänge beträgt 72,39 Millimeter bei einer Gesamtlänge von 91,44 Millimetern.
Der maximale Gasdruck nach C.I.P.-Standard liegt bei 430,0 MPa, was dem SAAMI-Wert von 62.000 psi (etwa 427,5 MPa) entspricht. Typische Geschossgewichte bewegen sich zwischen 235 und 350 Gramm. Der Standard-Drall beträgt 1:12 Zoll mit sechs Zügen – diese Kombination stabilisiert das komplette Spektrum von leichten bis schweren Geschossen zuverlässig.
Geschwindigkeiten und Energie im Überblick:
Mit 270-Gramm-Geschossen erreicht die .375 H&H Magnum Mündungsgeschwindigkeiten von etwa 820 bis 850 Meter pro Sekunde, was eine Mündungsenergie von circa 5.880 bis 6.120 Joule bedeutet. Diese beeindruckende Leistung zeigt bereits: Die Patrone ist für schwerstes Wild konzipiert. Selbst auf 100 Metern Entfernung liefert eine typische Laborierung wie die RWS UNI CLASSIC mit 300 Gramm Geschossgewicht noch 4.709 Joule Energie – das ist mehr als das Doppelte der üblichen jagdrechtlichen Mindestanforderungen für Großwild.
Die Geschichte und Bewährung:
Holland & Holland entwickelte die .375 H&H Magnum 1912 ursprünglich mit Cordit-Pulver und erreichte damit damals etwa 320 MPa. Moderne Pulvertechnologie ermöglichte später den Druckanstieg auf heute 430 MPa – ohne dabei die Waffen zu überlasten. In vielen afrikanischen Ländern ist die .375 H&H Magnum als Mindestkaliber für gefährliches Großwild wie Büffel, Nilpferd und Elefant vorgeschrieben. Das Kaliber gilt weltweit als eines der vielseitigsten Dangerous-Game-Kaliber.
Die .375 H&H Magnum gehört zu den Premium-Großwildkalibern mit entsprechenden Munitionskosten. Eine 20er-Packung kostet typischerweise zwischen 179,00 und 189,90 Euro. Das bedeutet einen Preis pro Schuss von 8,90 bis 9,50 Euro – deutlich teurer als Standard-Jagdkaliber wie die .308 Winchester oder .30-06.
Konkrete Beispiele aus dem aktuellen Markt:
Die Norma ORYX 300 Gramm kostet etwa 179,00 Euro für eine 20er-Packung, also 8,95 Euro pro Schuss. Die RWS UNI CLASSIC 19,4 Gramm liegt bei 189,90 Euro pro 20er-Packung (9,50 Euro je Schuss). Die Norma Solid 300 Gramm ist mit 89,00 Euro für zehn Schuss eine der günstigeren Optionen und kostet damit 8,90 Euro pro Schuss.
Wer sich längerfristig mit dem Kaliber beschäftigt, sollte mit etwa 890 bis 950 Euro pro 100 Schuss rechnen. Diese Investition ist erheblich – unterstreicht aber auch, dass die .375 H&H Magnum kein Munitionskaliber für regelmäßiges Training ist, sondern für gezielte, wenige Schüsse im Jahr konzipiert wurde.
Mit der .375 H&H Magnum kann man jagdlich effektiv auf 200 bis 250 Meter jagen. Für gefährliches Großwild wie Büffel werden typischerweise Distanzen bis 200 Meter genutzt. Die flacheren 270-Gramm-Laborierungen erreichen bei dieser Kaliberklasse eine Maximum Point Blank Range (MPBR) von etwa 240 Metern – das heißt, man muss das Gewehr nur einmal auf rund 160 Meter einschießen und kann dann bis etwa 240 Meter schießen, ohne die Treffpunkt-Abweichung von 5 Zentimetern zu überschreiten.
Ballistische Daten: RWS UNI CLASSIC 19,4 Gramm (300 gr)
Die RWS UNI CLASSIC ist eines der beliebtesten Geschosse mit dem Kaliber .375 H&H Magnum und zeigt die typischen ballistischen Eigenschaften. Bei einer C.I.P.-Referenzlauflänge von 650 Millimetern erreicht diese Laborierung eine Mündungsgeschwindigkeit von 780 Meter pro Sekunde und 5.932 Joule Energie. Das Teilmantel-Deformationsgeschoss mit einem Ballistic Coefficient (G1) von 0,334 verliert auf 100 Metern nur wenig an Geschwindigkeit – es bleibt bei 695 Meter pro Sekunde mit immer noch 4.709 Joule.
Auf 200 Metern sinkt die Energie auf 3.688 Joule – ausreichend für schweres Schalenwild. Selbst auf 300 Metern bleiben noch 2.864 Joule Restenergie, was theoretisch für schweres Großwild genügt. Der Geschossabfall bei 100-Meter-Einschuss liegt auf 200 Metern bei minus 15,5 Zentimetern, auf 300 Metern bei minus 57 Zentimetern. Diese Flugbahn ist relativ flach für ein Großwildkaliber, aber nicht mit modernen Spitzer-Kurzkaliber-Magnums vergleichbar.
270-Gramm-Laborierungen: Flachere Flugbahn für Plains Game
Mit 270-Gramm-Geschossen erreicht die .375 H&H typischerweise 820 Meter pro Sekunde Mündungsgeschwindigkeit und etwa 5.880 Joule Energie. Der höhere Ballistic Coefficient (etwa 0,380) und die geringere Masse führen zu flacherer Flugbahn als die schweren 300-Gramm-Varianten. Die Maximum Point Blank Range beträgt etwa 240 Meter bei einem ±5-Zentimeter-Streukorridor.
Diese Laborierungen sind besonders geeignet, wenn man viel mit Plains Game rechnet – also mit Antilopen, Zebras und Gnus – und die etwas flachere Flugbahn schätzt. Die Hornady Superformance 270 Gramm liefert etwa 850 Meter pro Sekunde und liegt damit an der oberen Grenze der modernen High-Performance-Ladungen.
Langstrecken und sportliche Distanzen:
Sportlich sind Distanzen bis 300 Meter möglich, darüber hinaus wird die Patrone ballistisch und rückstoßseitig sehr anspruchsvoll. Long-Range-Schützen greifen lieber zu flachschüssigeren Kalibern wie der 6,5 Creedmoor oder der .300 Winchester Magnum. Die .375 H&H bleibt eine Patrone für mittlere und kurze Distanzen – aber in diesem Bereich liefert sie überlegene Leistung.
Die .375 H&H Magnum deckt praktisch die gesamte Wildpalette ab – von europäischem Schalenwild bis zu den Big Five Afrikas. Mit einem Geschossdurchmesser von 9,55 Millimetern erfüllt das Kaliber alle deutschen Mindestkaliberanforderungen deutlich und übertrifft typische Mindestenergie-Anforderungen um ein Vielfaches.
Europäisches Schalenwild:
Für Rehwild ist die .375 H&H deutlich überdimensioniert – mit 4.709 Joule auf 100 Metern bringt man etwa das Fünffache der üblichen Mindestanforderung mit. Das führt zu starker Wildbretentwertung. Dennoch ist das Kaliber jagdlich zulässig. Beim Schwarzwild zeigt sich die volle Stärke: Auch kapitale Keiler mit über 150 Kilogramm werden sicher gestoppt. Für Rotwild ist die .375 H&H optimal – selbst starke Hirsche werden mit der Tiefenwirkung dieser Patrone zuverlässig erlegt. Damwild und Muffelwild sind ebenfalls problemlos zu bewältigen, und für den Elch ist die .375 H&H in Skandinavien ein anerkanntes Standardkaliber.
Afrikanisches Großwild und Plains Game:
Das ist die klassische Anwendung der .375 H&H Magnum. Plains Game wie Gnus, Zebras und verschiedenste Antilopenarten werden bis 240 Meter optimal gestreckt. Warzenschweine und afrikanische Büffel – das berühmte Cape Buffalo – sind die Kernzielarten dieses Kalibers. Der afrikanische Büffel gilt als eines der gefährlichsten und wehrhaftesten Tiere der Welt, und die .375 H&H ist hier Standardausrüstung mit Reichweiten bis etwa 150 Meter.
Nilpferde und Löwen werden bis 100 Meter bejagt – hier sind die extremen Leistungswerte der Patrone essentiell. Der Elefant ist ebenfalls im Spektrum der .375 H&H erreichbar, wenngleich viele Jäger für diese Riesenart auch zu schwereren Kalibern greifen. In vielen afrikanischen Ländern ist die .375 H&H als Mindestkaliber für all diese Arten vorgeschrieben.
Nordamerikanisches Großwild:
Grizzlybären und Schwarzbären bis 200 Meter sind für die .375 H&H Magnum typische Ziele. Der nordamerikanische Elch (Moose) wird optimal bis 200 Meter mit dieser Patrone gejagt. Der amerikanische Bison ist ebenfalls kein Problem bis etwa 150 Meter. In Nordamerika ist die .375 H&H weniger verbreitet als in Afrika – viele Jäger präferieren hier modernere Magnums – aber alle großen Wildarten sind ohne Probleme machbar.
Mindestanforderungen und Einstufung:
Das Mindestkaliber für Schalenwild nach deutschen Standards liegt bei 6,5 Millimetern – die .375 H&H mit 9,55 Millimetern übertrifft dies erheblich. Die Mindestenergie für Rehwild beträgt etwa 1.000 Joule auf 100 Metern, für übriges Schalenwild etwa 2.000 Joule. Die RWS UNI CLASSIC mit 4.709 Joule liegt damit um das Vierfache beziehungsweise Zweieinhalbfache über den Anforderungen. Konkrete Mindestanforderungen variieren allerdings nach Landesjagdgesetz – Jäger sollten ihre länderspezifischen Vorgaben überprüfen.
Die .375 H&H Magnum wird in verschiedensten Geschossarten angeboten, je nachdem welche Wildart und welche Jagdsituation im Vordergrund steht.
Teilmantel und Soft-Point-Geschosse:
Das klassische Deformationsgeschoss mit freiliegender Bleispitze bleibt Standard für Großwildjagd. Bei Kontakt mit dem Wild verformt sich das Geschoss kontrolliert zu einem Pilz – ein Kompromiss zwischen Expansion und Penetration. Die RWS UNI CLASSIC mit 300 Gramm ist ein bewährtes Beispiel. Solche Geschosse passen für mittelgroßes bis schweres Wild wie Rotwild und Plains Game.
Das Hornady InterLock SP-RP in 270 Gramm nutzt einen anderen Ansatz: Das spitzere Profil liefert flachere Flugbahn und höhere Geschwindigkeit, während der InterLock-Mechanismus kontrollierten Zusammenhalt garantiert. Mit etwa 0,380 Ballistic Coefficient sind diese leichteren Geschosse ideal, wenn man viel Plains Game mit größeren Distanzen erwartet.
Gebondete Deformationsgeschosse:
Die Norma ORYX 300 Gramm nutzt ein gebondetes Konzept – Blei und Kupfermantel sind chemisch verbunden. Das Ergebnis: sehr hoher Restgewichtserhalt bei gleichzeitiger kontrollierter Expansion. Das macht diese Geschosse perfekt für wehrhaftes Großwild wie Büffel und Elch, wo man sowohl Expansion als auch tiefe Penetration braucht. Mit 179,00 Euro pro 20er-Packung kostet die ORYX 8,95 Euro pro Schuss – ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis für diese Qualität.
Vollmantel und Solid-Geschosse:
Die Norma Solid 300 Gramm ist ein klassisches Durchschlagsgeschoss mit geringer bis keiner Expansion – maximale Penetration im geraden Weg durch den Tierkörper. Das ist essentiell für gefährliches Großwild wie Elefanten und Büffel, wo man geradlinige Schussbahn durch Knochen und Schädel braucht. Mit 8,90 Euro pro Schuss ist die Norma Solid zudem eine der günstigeren Optionen im .375-H&H-Sortiment.
Die Hornady DGS (Dangerous Game Solid) folgt dem gleichen Prinzip mit leichtem Vorteil: Sie ist gezielte für gefährliches Großwild entwickelt. Dangerous-Game-Jäger laden oft beide Geschossarten – erst das SP (z. B. ORYX) für Expansion, dann das Solid als Folgeschuss für tiefe Penetration – und schätzen das sichere Durchschlagsverhalten der Solids im kritischen Moment.
Bleifreie Monolithic-Geschosse:
Barnes TSX und Hornady GMX sind bleifreie Vollkupfer- oder Legierungsgeschosse mit kontrollierten Expansionseigenschaften. Sie liefern praktisch 100 Prozent Restgewichtserhalt – das Geschoss bleibt zusammen und penetriert tief. Für Regionen mit Bleiverboten (Nationalparks, Wasserschutzgebiete) oder für umweltbewusste Jäger sind solche Varianten eine echte Alternative. Die Verfügbarkeit und Preise bleifreier .375-H&H-Munition in Deutschland sind allerdings begrenzt – hier lohnt sich die Vorbestellung beim Fachhändler.
Geschossgewichte und ihre Einsätze:
235 bis 250 Gramm sind leichte Varianten mit höherer Geschwindigkeit und flacherer Flugbahn – gut für mittleres Wild und größere Entfernungen. 270 Gramm sind der Sweet Spot für Plains Game mit ausgeglichener Flugbahn und Tiefenwirkung. 300 Gramm sind der Standard für Dangerous Game und schweres Großwild – hier sitzt die maximale Energie optimal. 325 bis 350 Gramm sind schwere Tiefenwirkungsgeschosse für dickhäutige Arten wie Elefant und Nashorn – selten, aber für spezialisierte Jäger manchmal die bessere Wahl.
Marken und Preisklassen:
Im Budget-Segment gibt es derzeit keine etablierten Anbieter für .375 H&H – es ist ein reines Premium-Kaliber. In der Mittelklasse führt Norma mit Solid-Varianten an (8,90 Euro/Schuss). Premium sind die Norma ORYX (8,95 Euro) und RWS UNI CLASSIC (9,50 Euro). Hornady Superformance-Laborierungen versprechen 30 Meter pro Sekunde höhere Geschwindigkeit als Standard-Fabrikladungen – liefern also für etwa den gleichen Preis mehr Leistung.
Praktische Empfehlungen nach Einsatz:
Europäisches Schalenwild (Rotwild, Schwarzwild) → RWS UNI CLASSIC oder Norma ORYX mit 300 Gramm, kontrollierte Expansion bevorzugt. Plains Game in Afrika → Hornady InterLock oder ähnliche 270-Gramm-SP für flache Flugbahn. Dangerous Game, erster Schuss → Norma ORYX oder Hornady DGX mit 300 Gramm für kombinierte Expansion und Penetration. Dangerous Game, Folgeschuss → Norma Solid oder Hornady DGS mit 300 Gramm für maximale Penetration ohne Deformation. Bleiverbots-Regionen → Barnes TSX oder Hornady GMX 270 Gramm – etwas leichter als bleihaltige Pendants, aber mit zuverlässiger Expansion.
Die .375 H&H Magnum wurde für klassische Repetierbüchsen konzipiert und wird auch heute primär in dieser Plattform angeboten. Die lange, leicht konische Gürtelhülse funktioniert zuverlässig in kontrollierten Zuführsystemen wie dem Mauser 98 – ein bewährtes System seit über 100 Jahren.
Repetierbüchsen: Die dominante Plattform
Die Winchester M70 Safari Express ist der Klassiker: 24 Zoll Lauflänge (610 Millimeter), 3+1 Magazinkapazität, klassisches controlled-round-feed-System mit Expresskimme. Das ist die Waffe, mit der legendäre Safari-Jäger seit Jahrzehnten arbeiten – Zuverlässigkeit ist legendär, Preis im Premium-Segment.
Die CZ 550 Safari Magnum ist ein moderner Mauser-98-Nachbau aus Tschechien mit 25 Zoll (635 Millimeter) Lauflänge und 5+1 Kapazität – eine hervorragende Preis-Leistungs-Kombination. Viele erfahrene Großwildjäger greifen hier zu, weil sie die gleiche Zuverlässigkeit wie Winchester, aber zu besseren Preisen bietet.
Das Ruger M77 Hawkeye African ist kompakter mit 23 Zoll (584 Millimeter) – ideal für dichtes Busch-Gelände in Afrika. Trotz kürzerer Lauflänge liefert Ruger kontrollierte Zuführung und moderne Verarbeitung. Custom-Mauser-98-Builds von spezialisierten Büchsenmachern sind für Jäger mit größerem Budget – völlig individualisierbar und oft ästhetisch überzeugend.
Lauflängen und ihre Auswirkungen:
24 Zoll (610 Millimeter) ist der Standard – guter Kompromiss zwischen Handlichkeit und Geschwindigkeit. Typische V0 mit 270-Gramm-Geschossen liegt bei 820 bis 850 Meter pro Sekunde. 25 Zoll (635 Millimeter) bringt etwa 10 bis 20 Meter pro Sekunde mehr Geschwindigkeit, merkt man aber im Gelände kaum – es ist eher eine Optimierung für Ballisten.
26 Zoll (660 Millimeter) ist für maximale Leistung, aber selten bei Serienbüchsen. Die C.I.P.-Referenzlauflänge beträgt 650 Millimeter – viele ballistischen Daten in Europa beziehen sich darauf. Kürzere Läufe unter 24 Zoll verlieren etwa 20 bis 40 Meter pro Sekunde und sind nur für extrem dichte Vegetation sinnvoll.
Andere Systeme:
Doppelbüchsen sind in Afrika traditionell für Dangerous Game beliebt – der extrem schnelle Zweitschuss ist im kritischen Moment oft entscheidend. Aber sie sind schwer, teuer und erfordern spezialisierte Wartung. Kipplauf-Systeme (Single Shot) ermöglichen maximale Präzision und robuste Verriegelung, sind aber für Dangerous Game ungeeignet – nur eine Patrone, zu langsam zum Nachladen.
Selbstladebüchsen sind praktisch nicht existent für .375 H&H – es gibt keine verbreiteten Serienmodelle. Das Kaliber braucht die Zuverlässigkeit von kontrollierten Repetiersystemen, die Gasdruck-Selbstladebüchsen nicht bieten.
Drall und Laufspezifikationen:
Der Standard-Drall beträgt 1:12 Zoll (305 Millimeter) mit sechs Zügen – das ist die C.I.P.-Referenz. Dieser Drall stabilisiert alle gängigen Geschossgewichte von 235 bis 350 Gramm zuverlässig. Die Laufprofile sind meist mittelschwer bis schwer, um Rückstoß zu puffern und Stabilität zu geben.
Empfehlungen nach Einsatzzweck:
Afrikanisches Dangerous Game → Winchester M70 Safari Express oder CZ 550, 24 bis 25 Zoll. Hier ist controlled-round-feed und Magazinkapazität essentiell. Plains Game in Afrika → Ruger M77 oder CZ 550, 23 bis 24 Zoll, handlicher für längere Spaziergänge. Europäisches Großwild → CZ 550 oder Custom-Mauser, 24 bis 25 Zoll – vielseitig und präzise, auch wenn überdimensioniert. Gefährliche Nachsuche → Doppelbüchse (wenn verfügbar), 24 Zoll – schnellster Zweitschuss im kritischen Moment.
Internationale Fachmedien bestätigen über Jahrzehnte hinweg: Die .375 H&H Magnum ist eine der vielseitigsten und zuverlässigsten Großwild-Patronen überhaupt. Aktuelle deutsche Tests mit detaillierten Messwerten sind schwer zu finden, aber internationale Publikationen liefern aussagekräftige Daten.
Präzision und Ballistische Leistung:
Sports Afield Digital charakterisiert das Kaliber als „eine der vielseitigsten Dangerous-Game-Patronen überhaupt“. Die gemessenen Geschwindigkeiten für 270-Gramm-Laborierungen liegen typisch bei 808 bis 823 Meter pro Sekunde, für 300-Gramm-Varianten bei 771 bis 777 Meter pro Sekunde – das sind realistische Werte aus modernen Safari-Büchsen mit 24-Zoll-Läufen.
Shooting Times Digital dokumentiert mit Chronographen: Gemessene V0 liegt typisch 15 bis 20 Meter pro Sekunde unter Werksangabe – das ist normal und hängt von Lauflänge, Temperatur und Pulvercharge ab. Die Präzision zeigt sich in typischen 3-Schuss-Gruppen von 1,0 bis 1,5 MOA auf 100 Yard (etwa 2,9 bis 4,4 Zentimetern auf 100 Metern). Das ist hervorragend für ein Großwildkaliber und bestätigt: Safari-Büchsen können präzise sein.
American Rifleman betont die Zuverlässigkeit mit dem Vermerk: „Die .375 H&H bleibt der Gold Standard für Dangerous-Game-Jagd.“ Die dokumentierten Gruppen mit 300-Gramm-Geschossen zeigen 1,5 bis 2,0 Zoll auf 100 Yard (etwa 3,8 bis 5,1 Zentimeter) – konsistent mit anderen Quellen.
Praktische Erfahrungen von Jägern:
Der Rückstoß ist deutlich – Training ist erforderlich, aber kein Hindernis für erfahrene Schützen. Moderne Safari-Büchsen wiegen 4 bis 5 Kilogramm und haben angepasste Schaftgeometrien, was den Rückstoß auf tolerable Werte reduziert. Mündungshub ist spürbar, aber beherrschbar mit Übung – erfahrene Schützen schießen zuverlässige Doppelschläge in 2 bis 3 Sekunden.
Die Zuverlässigkeit in extremen Bedingungen ist legendär. Staub, Hitze und Feuchtigkeit der afrikanischen Savanne machen vielen Waffen Probleme – die .375 H&H in Repetiersystemen mit controlled-round-feed funktioniert einfach. Dass die Munition weltweit verfügbar ist, ist beim Fernreisen ein enormer Vorteil.
Wildbretentwertung ist bei europäischem Niederwild (Reh, kleineres Schwarzwild) real – wer regelmäßig auf solche Arten jagt, sollte ein leichteres Kaliber wählen. Für Rotwild, Schwarzwild über 100 Kilogramm, Elch und Großwild generell ist die Tiefenwirkung aber optimal.
Vergleich zu modernen Magnums:
Die .375 H&H lädt mit moderaten 430 MPa – weniger als viele moderne Short Magnums. Das schont die Waffe über viele Schüsse. Die Flugbahn ist nicht so flach wie bei modernen 6,5-Millimeter- oder .300-Winchester-Magnums, aber das ist normal für ein über 100 Jahre altes Design. Die Energie-Ausbeute ist proportional beeindruckend.
Zitierfähige Kernaussage:
Internationale Fachtests bestätigen typische Präzisionswerte von 1,0 bis 1,5 MOA (etwa 3 bis 4,5 Zentimeter auf 100 Metern) mit modernen Safari-Repetierern. Die Patrone gilt als „Gold Standard“ für Dangerous Game und deckt die komplette Wildpalette von Plains Game bis Big Five ab – erfordert aber Training wegen des deutlichen Rückstoßes.
Die .375 H&H Magnum ist die ideale Wahl für Jäger, die eine bewährte Allround-Großwildpatrone für internationale Einsätze suchen. Die technischen Werte sprechen eine klare Sprache: 5.880 bis 6.120 Joule Mündungsenergie, noch 4.709 Joule auf 100 Metern mit moderner Laborierung, Maximum Point Blank Range von etwa 240 Metern mit 270-Gramm-Geschossen. Das reicht für praktisch alle Großwildarten der Welt.
Besonders geeignet ist das Kaliber für:
Afrikanische Safari-Jäger – vom Springbock bis zum Büffel ein Kaliber; in vielen Ländern als Mindestkaliber für Dangerous Game Pflicht. Jäger auf europäisches Großwild – optimal für Rot- und Schwarzwild sowie Elch, wenn Überdimensionierung akzeptiert wird. Nordamerika-Reisende – universell für Schwarzbär, Grizzly, Elch und Bison einsetzbar. Sammler klassischer Jagdtraditionen – ein historisches Kaliber mit über 110 Jahren Bewährung und zeitlosem Klassiker-Status.
Weniger geeignet für:
Jäger, die primär auf europäisches Niederwild (Reh, kleineres Schwarzwild) gehen – hier führt die .375 H&H zu starker Wildbretentwertung und ist überflüssig. Long-Range-Schützen über 300 Meter – modernere Kaliber wie 6,5 Creedmoor oder .300 Winchester Magnum sind ballistisch überlegen. Budgetbewusste Jäger – bei 8,90 bis 9,50 Euro pro Schuss entstehen erhebliche Folgekosten, die sich nur bei regelmäßigen Großwildeinsätzen amortisieren.
Die Investition lohnt sich, wenn:
Man international auf Großwild jagt und Munitionsversorgung ein Thema ist – die .375 H&H ist überall erhältlich. Man eine bewährte, zeitlose Waffe sucht, die nie aus der Mode kommt und über Generationen funktioniert. Man den Rückstoß trainiert hat und mit moderaten Schussfrequenzen rechnet – nicht als tägliches Trainings-Kaliber, sondern als spezialisierte Jagdwaffe.
Die wichtigsten Kennzahlen zusammengefasst:
Die .375 H&H Magnum hat sich über mehr als ein Jahrhundert bewährt. Sie ist kein Trend-Kaliber – sie ist ein Investment in Zeitlosigkeit und Zuverlässigkeit. Für den Großwildjäger, der weiß, was er will, gibt es auch heute noch kaum eine bessere Wahl.
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