












Die Rossi R95 ist ein moderner Unterhebel-Repetierer für Jäger und Sportschützen, der klassische Lever-Action-Mechanik mit zeitgemäßer Ausstattung wie Picatinny-Schiene und Mündungsgewinde kombiniert. Der brasilianische Hersteller Rossi bringt mit diesem Modell seit 2023 eine Weiterentwicklung seiner bewährten Puma-Serie auf den Markt – und positioniert sie dabei deutlich günstiger als etablierte US-Konkurrenten. Wenn Sie eine Rossi R95 kaufen möchten, erhalten Sie mit Preisen ab 824 Euro ein vielseitiges System, das moderne Features mit bewährter Zuverlässigkeit verbindet.
Rossi ist ein traditionsreicher brasilianischer Waffenhersteller, bekannt für preiswerte und zuverlässige Schusswaffen. Das Unternehmen hat sich mit kostengünstigen Revolvern und Repeatierern einen Namen gemacht – ohne dabei grundlegende Qualitätsstandards zu opfern. Die Markteinführung der R95 im Jahr 2023 zeigt, dass Rossi den Trend zu modernen Unterhebelrepetierern erkannt hat und diesen Markt nicht den klassischen US-Herstellern überlassen möchte.
Mit der R95 setzt Rossi auf eine bewährte Mechanik, die sich seit Jahrzehnten in der Jagdpraxis bewährt hat. Zugleich werden moderne Anforderungen berücksichtigt: Optik-Montage, Schalldämpfer-Kompatibilität und werksseitige Schienen sind heute Standard, auch bei Repeatierern. Rossi antwortet darauf mit einer Waffe, die diese Features von Anfang an serienmäßig bietet.
Die Rossi R95 basiert auf dem bewährten Unterhebel-Repetiersystem mit Röhrenmagazin, das sich durch schnelle Nachladbarkeit und hohe Zuverlässigkeit auszeichnet. Der Unterhebel spannt beim Herunterkippen automatisch die Feder und lädt die nächste Patrone aus dem Röhrenmagazin unter dem Lauf in die Kammer. Dieses System ermöglicht schnelle Folgeschüsse, was insbesondere bei der Drückjagd ein großer Vorteil ist.
Mit einem Gewicht von etwa 3,0 Kilogramm bietet die R95 eine ausgezeichnete Balance. Die Waffe ist leicht genug für lange Ansitze, bleibt aber schwer genug für stabiles Zielen. Die angebotenen Lauflängen von 42, 46 und 51 Zentimetern erlauben eine individuelle Anpassung an unterschiedliche Einsatzbereiche. Die kürzere 42-Zentimeter-Variante ist ideal für dichte Reviere und Drückjagden, während die 51-Zentimeter-Version mit längerer Visierslinie für präzisere Schüsse bei der Ansitzjagd besticht.
Die Magazinkapazität variiert nach Kaliber: Bei den Büchsenkalibern .30-30 Winchester und .45-70 Government fassen die Röhrenmagazine jeweils 5 Schuss. Die Revolverkaliber bieten deutlich höhere Kapazitäten – von 6 bis 10 Schuss bei .357 Magnum, .44 Magnum und .45 Colt, während .454 Casull mit 7 bis 9 Schuss geladen wird. Diese Unterschiede ergeben sich aus der Länge und dem Durchmesser der Patronen.
Ein besonderes Merkmal der Rossi R95 ist der seitliche Patronenauswurf. Diese Konstruktion hat einen großen praktischen Vorteil: Sie ermöglicht die problemlose Montage von Zielfernrohren und anderen Optiken auf der werkseitig verbauten Picatinny-Schiene auf dem Gehäuse, ohne dass Hülsen beim Schießen in die Optik fliegen oder den Schützen ablenken. Bei traditionellen Oberauswurf-Systemen (wie bei der Marlin 336) war dies lange ein Kompromiss.
Das Mündungsgewinde 5/8″x24UNEF ist ein weiteres modernes Element, das Rossi in diesen klassischen Repetierer integriert hat. Damit können Schalldämpfer montiert werden – eine Option, die Jäger schätzen, die gehörschonend jagen oder in lärmempfindlichen Revieren unterwegs sind. Für Deutschland gilt allerdings: Die Verwendung von Schalldämpfern erfordert eine WBK-Eintragung.
Die Querriegelsicherung ist eine sichere und bewährte Sicherungsmechanik, die sich bei diesem Waffentyp über Jahrzehnte hinweg bewährt hat. Sie ermöglicht sichere Handhabung in allen Jagdsituationen – besonders wichtig bei bewegter Jagd oder wenn die Waffe häufig zwischen Schulter und Händen wechselt.
Die einstellbare Visierung mit Lochkimme und Messing-Perlkorn (bei klassischen Varianten) oder Buckhorn-Visierung sorgt für präzises Zielen ohne elektronische Komponenten. Diese traditionelle Ausstattung ist robust und wartungsarm – besonders wertvoll für raue Jagdbedingungen.
Ein großer Vorteil der Rossi R95 ist die breite Kaliberauswahl. Mit insgesamt sechs verfügbaren Kalibern deckt sie mehr Einsatzbereiche ab als viele Konkurrenten.
Bei den Büchsenkalibern bietet Rossi die bewährte .30-30 Winchester und die kräftige .45-70 Government an. Die .30-30 Winchester ist seit über 130 Jahren das Standard-Kaliber für Unterhebelrepetierer im Jagdeinsatz. Sie eignet sich hervorragend für Rehwild und Schwarzwild auf Distanzen bis etwa 100 Meter. Die .45-70 Government ist eine deutlich kräftigere Alternative mit höherer Energie und Durchschlagskraft. Sie ist die bessere Wahl für Schwarzwild auf Drückjagden und kann auch für Rotwild eingesetzt werden.
Die Revolverkaliber .357 Magnum, .44 Magnum, .45 Colt und .454 Casull sind Spezialisten für kürzere Distanzen und kleineres Wild. Das .357 Magnum ist eine praktische Wahl für ambitionierte Sportschützen und kann auch zur Rehwildjagd genutzt werden. Das .44 Magnum und .45 Colt sind kräftiger und beliebter bei Sportschützen, die Wert auf Präzision und Traditionspflege legen. Das .454 Casull ist das leistungsstärkste verfügbare Revolverkaliber und bietet für Schwarzwild auf Kurzdistanzen erhebliche Energie – allerdings mit entsprechendem Rückstoß.
Die Rossi R95 wird in mehreren Ausführungen angeboten, die unterschiedliche Anforderungen und Budgets berücksichtigen.
Die Classic ist die Basis-Ausstattung und das beste Angebot für preisbewusste Käufer. Sie ist brüniert (dunkelgrau bis schwärzlich gefärbt), hat einen Buchenschaft und wird standardmäßig mit einem 51 Zentimeter langen Lauf angeboten. Der Preis liegt bei 824 Euro – damit unterbietet die Rossi R95 ihre etablierten Konkurrenten um 350 bis 700 Euro. Die Classic ist in allen sechs Kalibern verfügbar und bietet vollständig das Ausstattungspaket: Picatinny-Schiene, Mündungsgewinde und seitlicher Auswurf inklusive. Sie ist die ideale Wahl für Jäger, die ein zuverlässiges und modernes Repetiersystem suchen, ohne Premium-Preise zahlen zu wollen.
Die Laminated ist die hochwertigere Alternative. Sie kostet 1.199 Euro, was 375 Euro mehr als die Classic bedeutet. Für diesen Aufpreis erhält der Käufer zwei entscheidende Verbesserungen: Das Laufsystem ist aus rostfreiem Edelstahl (Stainless Steel) gefertigt, und der Schaft besteht aus grauem Schichtholz-Laminat statt Buche.
Diese Materialwahl hat praktische Vorteile. Stainless Steel ist korrosionsbeständig – besonders wertvoll, wenn die R95 bei feuchtem Wetter, Schnee oder in regenreichen Revieren zum Einsatz kommt. Das Laminatschaft ist widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit, Kratzer und Beschädigungen als Naturholz und behält seine Eigenschaften über Jahrzehnte. Für Jäger, die ihre Waffe regelmäßig in anspruchsvollen Bedingungen nutzen oder einfach lange Freude an ihrer Investition haben möchten, ist die Laminated-Variante die bessere Langzeitanlage. Sie ist mit 46 und 51 Zentimeter Lauflänge erhältlich.
Die Tactical-Variante richtet sich an Sportschützen und Jäger, die Kompaktheit schätzen. Sie hat einen nur 42 Zentimeter langen Lauf und ist komplett schwarz lackiert. Das Besondere: Sie ist mit einem Peep-Visier (auch Aperture Sight genannt) ausgestattet, das präziseres Zielen ermöglicht als traditionelle Buckhorn-Visieren. Zudem hat die Tactical alle modernen Features – Picatinny-Schiene, Mündungsgewinde und seitlicher Auswurf.
Die kürzere Lauflänge macht diese Variante zum idealen Begleiter bei der Drückjagd. Sie ist handlich im dichten Bestand und ermöglicht schnelle Zielerfassung bei sich bewegendem Wild. Sportschützen schätzen die Tactical für Lever-Action-Disziplinen und Präzisions-Matches auf Kurzdistanzen.
Das Triple Black ist ein limitiertes Sondermodell, ausschließlich in .357 Magnum erhältlich, mit 42 Zentimeter Lauf und komplett schwarzer Ausführung. Dieses Modell spricht sowohl Sammler als auch ambitionierte Sportschützen an, die eine besonders kompakte und ästhetische Variante bevorzugen. Das .357 Magnum ermöglicht präzises, recoilarmes Schießen – ideal für lange Trainingsserien und Wettkämpfe.
Die Rossi R95 ist für die Drückjagd ausgezeichnet geeignet. Das Unterhebel-System ermöglicht schnelle Nachladungen, wenn sich Wild ungeplant zeigt oder Nachschüsse nötig werden. Die Magazinkapazität von bis zu 10 Schuss (bei Revolverkalibern) bedeutet, dass Jäger mehrfach schießen können, ohne das Magazin zu wechseln – ein praktischer Vorteil bei intensiver Drückjagd.
Die kurzen Varianten (42 Zentimeter) sind besonders handlich in dichtem Bestand und erlauben schnelle Zielerfassung. Der seitliche Patronenauswurf ist bei der Drückjagd ein großer Vorteil: Hülsen fliegen nicht in Gesicht oder Kleidung und lenken den Schützen nicht ab. Bei Folgeschüssen kann das entscheidend sein.
Die Stainless-Variante (Laminated) ist ideal, wenn die Drückjagd bei nassem Wetter stattfindet. Schneefall, Regen und Feuchtigkeit in Morast und Matsch fordern das Material. Rostfreier Stahl und Laminatschaft behalten ihre Eigenschaften, während brünierter Stahl und Naturholz mit der Zeit leiden.
Bei der Ansitzjagd spielen andere Prioritäten eine Rolle. Hier zählt Präzision auf mittlere Distanzen (50 bis 100 Meter) und eine stabile Plattform zum Zielen. Die längere 51-Zentimeter-Variante mit ihrer besseren Visierslinie und dem ausgeglichenen Gewicht liegt hier richtig.
Mit der werkseitig verbauten Picatinny-Schiene und dem seitlichen Auswurf lässt sich problemlos ein Zielfernrohr montieren. Die einstellbare Visierung ermöglicht auch Schüsse ohne Optik – beispielsweise bei ungünstigen Lichtverhältnissen, wenn reflektierende Linsenflächen problematisch sein könnten. Das Gewicht von 3,0 Kilogramm ist leicht genug für lange Ansitze auf Hochständen oder im Kitz, bleibt aber schwer genug für stabiles Zielen.
Für Sportschützen ist die R95 in mehrerer Hinsicht attraktiv. Im klassischen Lever-Action-Schießen (Cowboy Action Shooting, SASS-Matches) ist sie ein vollwertiger Konkurrent. Die vielen verfügbaren Kaliber ermöglichen unterschiedliche Disziplinen – von Kurzentfernungsschießen mit Revolverkalibern bis zu Präzisions-Matches mit .30-30 Winchester.
Die Tactical-Variante mit Peep-Visier ist speziell für sportliches Schießen optimiert. Das Peep-Visier ermöglicht feinere Zielkorrektionen als Buckhorn-Visieren und ist bei Match-Bedingungen oft präziser. Die Picatinny-Schiene erlaubt die Montage von Rotpunktvisieren oder speziellen Sportoptiken. Sportschützen schätzen auch die hohe Magazinkapazität: Bis zu 10 Schuss ermöglichen lange Serien ohne Neuladung – besonders wichtig beim Trainieren oder bei Feldmatches mit mehreren Schüssen pro Stelle.
Die modernen Features wie das Mündungsgewinde ermöglichen auch den Einsatz von Schalldämpfern beim Trainieren – gehörschutzfreundlich und als zusätzliches Zubehör erhältlich.
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Hersteller | Rossi (Brasilien) |
| Modell | R95 |
| Waffentyp | Repetierbüchse / Unterhebel-Repetierer |
| System | Lever Action (Unterhebel) mit Röhrenmagazin |
| Verfügbare Kaliber | .30-30 Winchester, .45-70 Government, .357 Magnum, .44 Magnum, .45 Colt, .454 Casull |
| Magazinkapazität | 5 Schuss (.30-30 Win., .45-70 Gov.), 6–10 Schuss (.357 Mag., .44 Mag., .45 Colt), 7–9 Schuss (.454 Casull) |
| Verfügbare Lauflängen | 42 cm, 46 cm, 51 cm |
| Gewicht (unbeladen) | ca. 3,0 kg |
| Schaftmaterialien | Buche (Classic), Schichtholz-Laminat grau (Laminated), Holz (Tactical) |
| Oberflächenfinish | Brüniert (Classic), Stainless Steel / Edelstahl (Laminated), schwarz lackiert (Tactical) |
| Sicherung | Querriegelsicherung |
| Visierung (Standard) | Einstellbare Lochkimme mit Messing-Perlkorn oder Buckhorn-Visierung; Peep-Visier (Tactical) |
| Besonderheiten | Seitlicher Patronenauswurf, werksseitige Picatinny-Schiene, Mündungsgewinde 5/8″x24UNEF |
Die Rossi R95 tritt in einem Markt an, der von etablierten amerikanischen Herstellern dominiert wird. Ein Preis-Leistungs-Vergleich macht Sinn, um die richtige Wahl zu treffen.
Die Marlin 336 ist der Klassiker unter den modernen Unterhebelrepetierern und wird vom Hersteller Ruger produziert. Sie kostet zwischen 1.200 und 1.500 Euro – damit liegt sie deutlich über der Rossi R95 Classic (824 Euro). Der Aufpreis von etwa 400 bis 700 Euro erkauft sich durch eine etablierte Marke und bewährte Zuverlässigkeitsgeschichte.
Die technische Ausstattung unterscheidet sich jedoch: Die Marlin 336 hat traditionell einen Oberauswurf. Das bedeutet, dass Zielfernrohre mit speziellen Seitenmontagen befestigt werden müssen – weniger elegant und oft unbequem bei der Handhabung. Die R95 bietet hier mit ihrem seitlichen Auswurf und der werksseitig verbauten Picatinny-Schiene einen klaren Vorteil. Auch das Mündungsgewinde für Schalldämpfer ist bei der Marlin nicht immer Standard. Die Kaliber-Auswahl ist bei der Marlin 336 traditionell geringer – meist .30-30 Winchester oder .35 Remington.
Fazit: Wer Wert auf Markentradition und mögliche höhere Wiederverkaufswerte legt, wählt die Marlin 336. Wer modernes Handling und moderne Features zum günstigeren Preis möchte, wählt die Rossi R95.
Die Winchester Model 94 ist die Ikone unter den Unterhebelrepetierern – seit 1894 in Produktion und eng mit der Geschichte des Wilden Westens verbunden. Sie kostet zwischen 1.000 und 1.400 Euro. Gegenüber der R95 (824 Euro Classic) ist das ein Aufpreis von etwa 200 bis 600 Euro für Sammlerwert und klassisches Design.
Technisch ist die Winchester Model 94 traditionell ausgeführt: Oberauswurf, keine werksseitige Optik-Schiene, kein Mündungsgewinde. Sie ist ein Liebhaberstück für Western-Fans und Sammler, weniger ein modernes Jagdwerkzeug. Die Kaliber sind klassisch begrenzt auf .30-30 Winchester, .38-55 Winchester oder .32 Winchester Special – die breite Kaliberauswahl der R95 sucht man vergeblich.
Fazit: Die Winchester Model 94 kauft man für Tradition, Ästhetik und Sammlerfreude. Die Rossi R95 kauft man, wenn man ein praktisches, modernes Jagd- und Sportgerät zu vernünftigem Preis sucht.
Die HENRY Golden Boy ist die Premium-Variante unter den Unterhebelrepetierern. Mit Preisen von 1.100 bis 1.500 Euro liegt sie deutlich über der R95. Henry ist bekannt für hochwertige Verarbeitung, edles Walnussholz und oft filigrane Messingteile – das Big Boy ist ein Schmuckstück zum Anfassen.
Die Henry Big Boy spezialisiert sich auf Revolverkaliber (.357 Magnum, .44 Magnum, .45 Colt, .327 Federal Magnum). Das macht sie zur Lieblingswahl für Sportschützen mit Fokus auf Lever Action in diesen Kalibern. Ein Nachteil: Die Henry wiegt mit 3,5 bis 4 Kilogramm deutlich mehr als die R95 (3,0 kg) – das merkt man bei längerem Ansitz. Die Standard-Henry-Modelle haben auch keine werksseitige Picatinny-Schiene oder Mündungsgewinde.
Fazit: Die Henry Big Boy ist für anspruchsvolle Sportschützen die richtige Wahl, die Wert auf Ästhetik und Premium-Qualität legen. Die Rossi R95 ist für praktisch orientierte Jäger und Einsteiger ins Lever-Action-Schießen günstiger und moderner ausgestattet.
Das stärkste Argument für die Rossi R95 ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ab 824 Euro für die Classic-Variante kostet sie deutlich weniger als Marlin 336, Winchester Model 94 oder Henry Big Boy, ohne dabei auf moderne Features zu verzichten. Picatinny-Schiene, Mündungsgewinde und seitlicher Auswurf sind bei diesem Preis beachtlich – viele teurere Konkurrenten mussten diese Features zuerst nachrüsten.
Die breite Kaliberauswahl (6 Kaliber) ist ein weiteres Argument, das bei etablierten Repeatierern oft fehlt. Ob Büchsen- oder Revolverkaliber, ob Jagd oder Sport – die R95 bietet für fast jeden Einsatzzweck das richtige Kaliber.
Die Stainless-Variante (Laminated, 1.199 Euro) bietet Langzeitinvestoren echte Vorteile. Edelstahl und Laminatschaft sind beständig gegen Feuchte, Schnee und Korrosion – besonders wertvoll für ganzjährige Jagd in schwierigen Klimabedingungen. Ein weiterer Pluspunkt ist das geringe Gewicht von 3,0 Kilogramm. Das ist ideal für lange Ansitze und Drückjagd, wo jedes Gramm zählt. Stabiles Zielen ist trotzdem möglich.
Dedizierte Langzeittests und Praxisberichte zur Rossi R95 liegen derzeit nicht vor. Das bedeutet: Während die technischen Daten gut dokumentiert sind, fehlen echte Erfahrungen aus unabhängigen Fachmedien oder Hunterforen. Wie verhält sich die R95 nach Jahren intensiver Nutzung? Wie ist die Abzugsqualität im Detail? Antworten auf solche Fragen müssen noch eingeholt werden.
Die Abzugsqualität ist typischerweise ein Punkt, bei dem Budget-Hersteller wie Rossi mit etablierten Marken nachstehen. Ob das auch bei der R95 der Fall ist, lässt sich ohne Tests nicht sagen. Ein schlechter Abzug würde die Präzision beim Sportschießen beeinträchtigen – das sollte vor dem Kauf geprüft werden.
Die Markenreputation arbeitet derzeit gegen Rossi. Der Name steht für günstigen Preis, aber nicht für das Prestige einer Marlin, Winchester oder Henry. Das kann Auswirkungen auf den Wiederverkaufswert haben – eine Rossi R95 wird in fünf Jahren möglicherweise nicht den gleichen Wiederverkaufswert haben wie eine Marlin 336 oder Winchester Model 94.
Die Ersatzteilversorgung ist ein praktischer Punkt, den man beobachten sollte. Je breiter eine Waffe in Europa verbreitet ist, desto leichter finden sich Ersatzteile und Zubehör. Die R95 ist noch relativ neu (Marktstart 2023) – hier könnte es schwieriger werden als bei etablierten Klassikern.
Die Drückjagd verlangt nach Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Die Rossi R95 erfüllt beide Anforderungen. Das Unterhebel-System ermöglicht schnelle Nachladungen ohne Gedöns – ein Zug am Hebel und die nächste Patrone ist geladen. Bei bewegtem Wild, das unerwartet auftaucht, kann das entscheidend sein.
Die kurzen Varianten (42 Zentimeter Lauf) sind besonders praktisch. Sie sind handlich genug, um sie in dichtem Bestand oder über schwierigem Gelände zu navigieren, ohne dabei zu mühsam zu werden. Mit einem Gewicht von 3,0 Kilogramm sind sie leicht genug, um sie mit einer Hand zu tragen, aber schwer genug, um sicheres Zielen zu ermöglichen.
Der seitliche Patronenauswurf ist ein großer Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte. Hülsen landen nicht im Gesicht und lenken nicht ab – besonders wichtig, wenn Folgeschüsse nötig sind. Die Magazinkapazität von bis zu 10 Schuss (bei Revolverkalibern) bedeutet, dass Nachschüsse ohne Neuladung möglich sind. Das ist beim Schwarzwildfang von großem Wert, wo mehrere Treffer nötig sein können.
Die Kaliberauswahl ist auch für die Drückjagd optimal. Die .45-70 Government ist eine der besten Wahlen für Schwarzwildfang auf Kurzdistanzen – kräftig, zuverlässig und mit hohem Durchschlagsvermögen. Die .30-30 Winchester ist für Rehwild ideal und reicht für mittlere Schwarzwildstücke aus.
Die längere 51-Zentimeter-Variante ist die bessere Wahl für Ansitztaktik. Die größere Visierslinie ermöglicht präziseres Zielen auf weitere Distanzen. Mit dem Zielfernrohr auf der Picatinny-Schiene sind Schüsse auf 100 Meter auch mit der .30-30 Winchester realistisch.
Das Gewicht von 3,0 Kilogramm ist ein Vorteil für lange Ansitze. Es ist leicht genug, dass die Schulter nicht überfordert wird, aber schwer genug, dass die Waffe im Anschlag stabil ruht. Das ist besser als völlig leichte Waffen, die bei Wind oder unbequemen Anschlagpositionen zu flattern beginnen.
Die Visierung muss zum Einsatzzweck passen. Für den Ansitz empfiehlt sich ein Zielfernrohr auf der Picatinny-Schiene, etwa im 4×32- oder 3×9-Bereich. Die einstellbare Lochkimme funktioniert auch, ist aber weniger komfortabel bei längeren Ansitztagen und schlechteren Lichtverhältnissen.
Die Stainless-Variante ist hier besonders wertvoll. Lange Ansitze bedeuten oft lange Nächte draußen mit Tau, Nässe oder sogar Schnee. Der rostfreie Stahl und das Laminatschaft vertragen das deutlich besser als brünierter Stahl und Buchenholz.
Das .30-30 Winchester ist seit über 130 Jahren das Standard-Jagdkaliber für Unterhebelrepetierer. Es ist der perfekte Kompromiss aus Kraft, Präzision und Handhabung. Für Rehwild bis etwa 100 Meter ist .30-30 ausgezeichnet geeignet. Die Energie ist ausreichend, der Rückstoß moderat und die Munition weit verbreitet und günstig. Mit einer hochwertigen Jagdmunition (zum Beispiel Softpoint oder Bonded Bullet) zerlegt es Rehwild sauber und führt zu rascher Waidgerechtigkeit.
Auch kleinere Schwarzwildstücke können mit .30-30 erlegt werden, allerdings ist die Energie begrenzter. Auf Drückjagden, wo die Distanzen oft kurz sind, funktioniert .30-30 gut – erfordert aber präzises Zielen und sichere Lungenschüsse.
Das .45-70 Government ist die kräftigere Alternative im Büchsenkaliber-Portfolio der R95. Die Geschosse wiegen über 20 Gramm und entwickeln bei moderaten Pulvermengen extreme Energie. Auf 100 Meter liegt die Restenergie etwa doppelt so hoch wie beim .30-30 Winchester. Das macht .45-70 zur ersten Wahl für Schwarzwild, besonders auf Drückjagden.
Der Rückstoß ist deutlich höher als bei .30-30 – das muss trainiert werden. Aber die Manstopping-Power ist beeindruckend. Schwarzwild zerlegt die .45-70 waidgerecht und zuverlässig. Auch größeres Wild wie Rotwild ist mit guter Munition Ziel im .45-70 machbar, erfordert dann aber längere Distanztraining und Erfahrung.
Die .45-70 war lange Zeit das Lieblingspatron von Handladern – heute gibt es auch Factory-Load-Munition in verschiedenen Stärken, was den Einstieg einfacher macht.
Die Revolverkaliber in der R95 eröffnen ganz andere Möglichkeiten. Das .357 Magnum ist das universellste: Es funktioniert auch mit .38 Special (schwächer), bietet aber in .357er-Ladung ausreichend Energie für Rehwild bis 50 Meter und Sportschießen. Viele Jäger haben bereits .357er-Revolver und können so die gleiche Munition nutzen.
Das .44 Magnum und .45 Colt sind stärker. Das .44 Magnum entwickelt erhebliche Energie und ist bei Sportschützen beliebt – auch weil die Munition relativ günstig ist. Das .45 Colt ist traditionell schwächer, kann aber in modernen Repeatierern mit höheren Drücken geladen werden. Es hat große Geschosse und entsprechende Schlagkraft.
Das .454 Casull ist das Extreme im Revolver-Arsenal. Die Energy-Werte sind enorm, der Rückstoß auch. Auf der R95 mit 3,0 kg Gewicht ist das .454 Casull gut handhabbar – aber es erfordert Training und respektvolle Handhabung. Schwarzwild auf Kurzdistanzen wird mit .454 Casull zu einer präzisen Angelegenheit.
Die werksseitige Picatinny-Schiene auf der R95 ermöglicht die Montage moderner Zielfernrohre und Visiergeräte. Für die Jagd sind kompakte Zielfernrohre im 4×32- oder 3×9-Bereich ideal. Diese bieten ausreichende Vergrößerung für Ansitzjagd ohne zu voluminös zu sein. Für Drückjagd sind 3×9-Zieloptiken sogar übertrieben – viele Drückjäger nutzen Rotpunktvisiere oder noch hellere Optiken.
Für Sportschützen sind Zielfernsicht mit Absehenwahl (zum Beispiel Selex, Steiner) interessant. Das ermöglicht Schießen auf verschiedene Distanzen ohne Neueinstellung. Der seitliche Auswurf der R95 ermöglicht auch die Montage auf Seite angebrachter Optiken, falls ein spezifisches Matching nötig sein sollte.
Das Mündungsgewinde 5/8″x24UNEF ermöglicht die Montage gängiger Schalldämpfer. Ein Schalldämpfer reduziert die Knallentwicklung um etwa 25 bis 35 Dezibel – je nach Baureihe. Das ist wertvoll, wenn man gehörschutzfrei jagen möchte oder in lärmempfindlichen Gegenden unterwegs ist. In Deutschland braucht man allerdings eine WBK-Eintragung für Schalldämpfer.
Die .45-70 Government profitiert besonders von einem Schalldämpfer. Das Kaliber erzeugt großen Mündungsknall, und ein guter Schalldämpfer reduziert das deutlich. Die .30-30 Winchester ist ohnehin etwas leiser, wird aber auch ruhiger mit Schalldämpfer.