




Wer den Colt Python kaufen möchte, steht vor einer der begehrtesten Kurzwaffen der Welt – einem DA/SA-Revolver im Kaliber .357 Magnum, der seit sieben Jahrzehnten als Maßstab für Verarbeitungsqualität und Abzugsgüte gilt. Der Colt Python ist ein DA/SA-Revolver im Kaliber .357 Magnum für anspruchsvolle Sportschützen und Sammler und kombiniert legendäre Verarbeitungsqualität, exzellente Abzugscharakteristik und ikonisches Design. Wer diesen Revolver einmal in der Hand hält, versteht sofort, warum er als „Rolls-Royce der Revolver“ gilt.
Colt’s Manufacturing Company stellte den Python 1955 in Hartford, Connecticut, erstmals vor. Was folgte, war eine Goldene Ära handwerklicher Revolverbaukunst: Erfahrene Büchsenmacher stimmten jeden einzelnen Abzugsmechanismus von Hand ab, feilten und polierten jedes Exemplar individuell – ein Aufwand, der bis zur Einstellung der Produktion 1999 Bestand hatte. Nach 21 Jahren Pause brachte Colt den Python 2020 in einer komplett überarbeiteten Neuauflage zurück. Modernisierte CNC-Fertigungsverfahren ersetzen die frühere Handarbeit, doch das klassische Design blieb bewusst erhalten.
Im deutschen Markt spielt der Python vor allem in zwei Rollen: als Sportrevolver für BDS- und DSB-Disziplinen sowie als begehrte Sammlerwaffe. Die Abwärtskompatibilität mit .38 Special macht ihn vielseitig – für Trainingszwecke wie für den wettkampfmäßigen Einsatz. In einzelnen Bundesländern ist .357 Magnum zudem für die Kurzwaffenjagd unter spezifischen Bedingungen zugelassen. Die Popkultur – Fernsehserien, Filme – hat dem Python zusätzliche Bekanntheit und Sammlerwert beschert, die bis heute anhält.
Der Colt Python arbeitet als doppelgängiger Revolver mit Schwenktrommel – im Fachjargon „Double Action / Single Action“ (DA/SA) mit „Swing-out Cylinder“. Das bedeutet: Der Schütze kann jeden Schuss entweder durch langes Durchziehen des Abzugs (DA) oder durch vorheriges Spannen des Hahns und einen kurzen, leichten Abzug (SA) auslösen. Besonders bekannt ist bei Colt die Trommelrotation gegen den Uhrzeigersinn, kombiniert mit dem sogenannten Bank-Vault-Lockup – einer Verriegelung der Trommel sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite. Dieses Prinzip sorgt für minimales Spiel der Trommel im gesperrten Zustand, was direkt der Präzision zugutekommt.
Der Full-Lug-Lauf – ein massiver Laufmantel, der sich unter dem Laufrohr entlangzieht – verlagert das Schwerpunktzentrum nach vorne. Das reduziert das Hochschlagen der Waffe bei der Schussabgabe spürbar, besonders beim Verschießen kräftiger .357-Magnum-Ladungen. Darüber gesetzt ist die ventilierte Schiene (Ventilated Rib): Durch die offene Konstruktion kann entstehende Wärme besser abführen, und der Schütze erhält ein klar definiertes, ungestörtes Visierbild – ein wesentlicher Vorteil beim Präzisionsschießen auf 25 oder 50 Meter.
Die Kompatibilität mit .38 Special und .357 Magnum eröffnet praktische Möglichkeiten. Mit .38 Special Wadcutter-Ladungen lässt sich kostengünstig und rückstoßarm trainieren – ideal für langes Schießen auf der Anlage. Die .357 Magnum hingegen liefert die volle Leistung, wenn es auf maximale Energie ankommt. Die Neuauflage von 2020 verwendet einen neu konstruierten Leaf-Spring-Abzugsmechanismus, der laut Colt gleichmäßiger und wartungsfreundlicher arbeitet als das V-Spring-System der originalen Modelle.
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Hersteller | Colt’s Manufacturing Company |
| Modell | Colt Python (Neuauflage 2020) |
| Waffentyp | Revolver (DA/SA) |
| System | Doppelgängig (Double Action / Single Action), Schwenktrommel |
| Kaliber | .357 Magnum / .38 Special |
| Trommelkapazität | 6 Patronen |
| Lauflänge | 7,62 cm (3″), 10,80 cm (4,25″), 15,24 cm (6″) |
| Rahmenmaterial | Edelstahl (Neuauflage), satin-polierte Oberfläche |
| Griffschalen | Walnuss (Standard) |
| Abzug | DA/SA, Leaf-Spring-basierter Mechanismus (Neuauflage) |
| Sicherung | Transfer Bar Safety (Abzugssperre) |
| Visierung | Verstellbare Mikrometervisierung (Kimme/Korn), austauschbares Korn |
| Laufprofil | Full-Lug-Lauf mit ventilierter Schiene (Ventilated Rib) |
| Drall | 1:14″ (356 mm), Rechtsdrall |
| Besonderheiten | Neu konstruierter Abzugsmechanismus, Bank-Vault-Lockup, ikonisches Python-Design |
Die aktuelle Generation des Python – die Neuauflage ab 2020 – ist ausschließlich in Edelstahl mit satinierter Oberfläche erhältlich. Drei Lauflängen stehen zur Wahl, jede mit eigenem Charakter.
Der Colt Python 6 Zoll mit seinem 15,24 cm langen Lauf ist die meistgesuchte und beliebteste Variante – beim Original ebenso wie bei der Neuauflage. Die lange Visierlinie erleichtert präzises Zielen, der nach vorne verlagerte Schwerpunkt macht Schüsse mit .357 Magnum angenehmer kontrollierbar. Für Sportschützen, die auf stationären Anlagen schießen, ist dies die optimale Wahl.
Der Colt Python 4,25 Zoll (10,80 cm Lauf) ist der vielseitigste Kompromiss der aktuellen Baureihe. Er vereint ausreichende Visierlinie für präzises Schießen mit höherer Handlichkeit. Wer Flexibilität zwischen verschiedenen Verwendungszwecken sucht, greift häufig zu dieser Variante.
Den Colt Python 3 Zoll (7,62 cm Lauf) führte Colt 2022 als kürzeste Variante der Neuauflage ein. Im US-Markt wird er als Nachfolger des historischen „Combat Python“ positioniert. In Deutschland richtet sich diese Ausführung vor allem an Sammler und Liebhaber, die das komplette Spektrum der aktuellen Baureihe abbilden möchten.
Die Originalproduktion umfasste eine weitaus größere Variantenvielfalt. Oberflächen wie das charakteristische „Royal Blue“ (tiefglänzend brüniert), Nickel und – ab etwa 1983 – Edelstahl als „Ultimate Stainless“ prägten verschiedene Epochen. Lauflängen von 2,5″ bis 8″ standen zur Wahl, darunter der legendäre Colt Python Hunter mit ab Werk montiertem Leupold-Zielfernrohr sowie der Colt Python Silhouette mit 8″-Lauf für das Silhouettenschießen. Besonders gesucht ist heute der Colt Python Elite (1997–1999), die letzte Originalserie, die auf dem Gebrauchtmarkt regelmäßig deutlich über dem ursprünglichen Neupreis gehandelt wird. Wer einen günstigeren Einstieg ins Colt-Universum sucht, sollte den Colt King Cobra .357 Magnum als kleines Schwestermodell in Betracht ziehen.
Als Sportrevolver entfaltet der Python seine stärksten Argumente. Der SA-Abzug gilt in der Fachgemeinschaft traditionell als einer der besten Werksabzüge bei Revolvern: sauber, mit klar definiertem Druckpunkt und kurzem Reset. Für Präzisionsdisziplinen auf 25 und 50 Meter – wie sie im BDS und DSB üblich sind – ist das ein entscheidender Vorteil. Die 6-Zoll-Variante bietet dabei die längste Visierlinie und beste Balance für stationäres Schießen. Mit .38 Special Wadcutter-Munition lässt sich rückstoßarm und kostengünstig trainieren, bevor man zur .357 Magnum wechselt. Auch historisch war der Python im IHMSA-Silhouettenschießen mit der 8″-Variante eine bewährte Wahl – ein Erbe, das die aktuelle Neuauflage im Geiste fortführt.
Für Sammler besitzt der Colt Python eine Stellung, die kaum ein anderer Serienrevolver erreicht. Gut erhaltene Originalmodelle in „Royal Blue“ erzielen auf dem Gebrauchtmarkt regelmäßig deutlich höhere Preise als der ursprüngliche Neupreis – Tendenz steigend. Die Neuauflage 2020 wird von Puristen teilweise kritischer bewertet, da die CNC-Fertigung die frühere Handarbeit ersetzt. Dennoch ist auch sie aufgrund des Kult-Status des Namens unter Sammlern gefragt und dürfte mittelfristig wertbeständig bleiben.
In Deutschland ist die Kurzwaffenjagd auf wenige Bundesländer und spezifische Rahmenbedingungen beschränkt. Das Kaliber .357 Magnum bietet ausreichend Energie für Rehwild auf kurzen Distanzen. Interessenten sollten vorab die jeweiligen Landesjagdgesetze und Kaliber-Zulassungen prüfen, da diese erheblich voneinander abweichen.
Der Python überzeugt vor allem durch seinen SA-Abzug, der seit Jahrzehnten als Referenz für Revolver-Werksabzüge gilt. Sauber, kurz, mit einem klar spürbaren Druckpunkt – das schätzen Präzisionsschützen weltweit. Auch die Verarbeitungsqualität der Neuauflage 2020 überzeugt: Die CNC-Fertigung aus Edelstahl liefert passgenau sitzende Bauteile und eine hochwertige Oberfläche. Der Full-Lug-Lauf mit ventilierter Schiene sorgt für exzellente Mündungskontrolle, selbst beim Verschießen kräftiger .357-Magnum-Ladungen. Hinzu kommt die Vielseitigkeit durch zwei kompatible Kaliber: .357 Magnum für volle Leistung, .38 Special für entspanntes Training. Das ikonische Design und der stabile Werterhalt machen ihn zudem zur seltenen Verbindung aus Gebrauchswaffe und Sammlerstück.
Der augenfälligste Nachteil ist der Preis. Der Colt Python liegt deutlich über vergleichbaren .357-Magnum-Revolvern von Smith & Wesson oder Ruger – ein Unterschied, der für manche Käufer ausschlaggebend ist. Puristen kritisieren außerdem, dass die Neuauflage nicht die gleiche Hand-Finishing-Qualität wie das Original besitzt. Der überarbeitete Leaf-Spring-Mechanismus wird kontrovers diskutiert: Einige Nutzer empfinden den DA-Abzug als nicht ganz so geschmeidig wie beim historischen V-Spring-System – wenngleich Colt den neuen Mechanismus als wartungsfreundlicher und konsistenter beschreibt. Zudem ist die Verfügbarkeit im deutschen Markt generell eingeschränkter als bei Smith & Wesson, und der autorisierte Service kann aufwändiger sein. Das erhebliche Gewicht der 6-Zoll-Variante ist beim stationären Sportschießen ein klarer Vorteil – wer die Waffe jedoch längere Zeit im Anschlag halten muss, spürt dieses Gewicht deutlich.
Wer den Python im Preisvergleich betrachtet, findet im Segment der .357 Magnum Revolver mehrere klare Konkurrenten – mit unterschiedlichen Stärken.
Der Smith & Wesson 686 .357 Magnum ist der direkteste Konkurrent: ebenfalls Edelstahl, DA/SA, verstellbare Visierung. Der Smith & Wesson 686 Plus .357 Magnum bietet zusätzlich eine 7-Schuss-Trommel – ein Schuss mehr als der Python. Beide Modelle sind in Deutschland deutlich breiter verfügbar und preislich niedriger als der Colt Python angesiedelt. Wer Ersatzteilversorgung und Service-Netz priorisiert, greift zum S&W 686.
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Der Ruger GP 100 .357 Magnum gilt als nahezu unverwüstlich konstruiert und ist in Lauflängen von 3″, 4,2″ und 6″ erhältlich. Abzug und Oberflächenfinish erreichen nicht das Niveau des Python, doch mechanische Zuverlässigkeit und ein deutlich günstigerer Preis machen ihn zur ersten Wahl für Schützen, die primär eine robuste Arbeitswaffe suchen.
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Wer das absolute Spitzensegment sucht, landet beim deutschen Hersteller Korth aus Lollar. Der Korth NXS .357 Magnum und der Korth NXR .357 Magnum sind handgefertigte Präzisionsrevolver, die preislich nochmals deutlich über dem Python liegen. In Sachen Fertigungsqualität und Abzugsgüte gelten sie vielen als das Non-Plus-Ultra – aber zu einem entsprechend exklusiven Preis.
Der Manurhin MR73 .357 Magnum besitzt einen legendären Ruf für Haltbarkeit und Abzugsqualität, der auf seinen Einsatz bei französischen Sondereinsatzkräften zurückgeht. Auf dem deutschen Gebrauchtmarkt gelegentlich erhältlich; neue Produktionen laufen über Chapuis Armes. Preislich bewegt er sich vergleichbar mit dem Python, teilweise darüber.
Der Smith & Wesson 627 bietet eine 8-Schuss-Trommel in .357 Magnum und richtet sich gezielt an leistungsorientierte Sportschützen. Preislich positioniert er sich zwischen dem Ruger GP100 und dem Python.
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Empfehlungslogik auf einen Blick: Wer maximale Verarbeitungsqualität und Sammlerwert sucht, wählt den Python. Wer ein unverwüstliches Arbeitspferd benötigt, ist mit dem Ruger GP100 besser bedient. Wer die breiteste Ersatzteilversorgung und Händlernähe schätzt, greift zum S&W 686. Wer das absolute Premium-Segment anstrebt, landet bei Korth.
Der DA/SA-Abzug ist das Herzstück des Python. Im Single-Action-Modus überzeugt er mit einem traditionell sehr leichten, klar definierten Druckpunkt und kurzem, spürbarem Reset – ideal für Präzisionsdisziplinen. Der Double-Action-Zug der Neuauflage arbeitet durch den Leaf-Spring-Mechanismus gleichmäßig und wartungsfreundlich; Puristen mit Erfahrung am historischen Original werden einen leichten Unterschied wahrnehmen. Die Transfer Bar Safety (Abzugssperre) stellt sicher, dass der Schlagbolzen das Zündhütchen nur bei vollständig durchgezogenem Abzug erreichen kann – ein modernes Sicherheitskonzept, das bei der Neuauflage konsequent umgesetzt ist.
Ab Werk bringt der Python eine verstellbare Mikrometervisierung mit: Kimme und Korn lassen sich präzise justieren, das Korn der 2020er Neuauflage ist zudem austauschbar – verschiedene Breiten und rote Ausführungen sind verfügbar. Eine ab Werk integrierte Optik-Schiene bietet der Python nicht; wer ein Zielfernrohr oder einen Red-Dot montieren möchte, benötigt einen nachträglich montierbaren Weaver- oder Picatinny-Adapter.
Die Standard-Walnussgriffschalen der Neuauflage lassen sich unkompliziert gegen Wechselgriffe tauschen. Hogue Griffe für den Colt Python und Pachmayr-Griffschalen sind gängige Alternativen für mehr Ergonomie oder bessere Rückstoßdämpfung. Beim Holster ist zu beachten: Aufgrund des Full-Lug-Laufs und der spezifischen Rahmengeometrie passen S&W-K/L-Rahmen-Holster nicht. Für den Sportschützeneinsatz empfehlen sich Python-spezifische Holster – etwa von Safariland –, die die Waffe sicher und zugänglich halten.
Der Colt Python ist kein Revolver für jeden. Er ist teurer als der Smith & Wesson 686 .357 Magnum, schwerer als viele Alternativen und auf dem deutschen Markt weniger breit verfügbar als S&W-Modelle. Wer jedoch einen Sportrevolver sucht, der durch seinen exzellenten SA-Abzug, die herausragende Verarbeitungsqualität und ein zeitloses Design überzeugt – und dabei gleichzeitig eine wertbeständige Sammlerwaffe erwerben möchte –, findet kaum ein vergleichbares Angebot im Serienrevolverbau.
Die Neuauflage 2020 macht den Python einem neuen Käuferkreis zugänglich, ohne das ikonische Erscheinungsbild zu kompromittieren. Ob 6 Zoll für den Sporteinsatz, 4,25 Zoll als vielseitiger Begleiter oder 3 Zoll als Sammlerstück – die aktuelle Baureihe deckt unterschiedliche Anforderungen ab.
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