




























Der Chiappa Rhino ist kein gewöhnlicher Revolver – er löst ein physikalisches Problem, das Schützen seit Jahrzehnten kennen: den Mündungshochschlag. Wer diesen DA/SA-Revolver im Preisvergleich sucht, findet je nach Variante Preise zwischen 1.099 € und 1.350 €, bei einem Leergewicht von rund 950 g. Das klingt zunächst nach einem typischen Sportrevolver – bis man versteht, was ihn grundlegend von klassischen Konstruktionen unterscheidet.
Das Besondere liegt in der Laufanordnung: Anders als bei konventionellen Revolvern befindet sich die Laufachse nicht oben, sondern feuert der Revolver aus der untersten Kammer der Trommel. Das reduziert den Hochschlag messbar und erlaubt schnellere Folgeschüsse. All4shooters bezeichnet ihn als „technisch-physikalische Spitze im modernen Revolverbau“ – ein Urteil, das angesichts der Konstruktion nachvollziehbar ist.
Hersteller ist Chiappa Firearms, Ltd. aus Italien, ein etabliertes Unternehmen mit breitem Portfolio an Jagd- und Sportwaffen. Das Konstruktionsprinzip der tiefliegenden Laufachse geht auf den italienischen Waffenentwickler Emilio Ghisoni zurück, der bereits mit dem Mateba Autorevolver ein ähnliches Konzept realisiert hatte. Chiappa übernahm 2010 diese Grundidee und entwickelte sie zur marktreifen, modernen Waffe weiter.
Einsatzbereiche sind breit gefächert: Im Sportschießen überzeugt er in BDS- und DSB-Disziplinen, bei der Jagd eignet er sich für die Nachsuche und die Raubwildjagd, und als Sammlerstück spricht sein futuristisches Design eine wachsende Fangemeinde an. Verfügbare Kaliber sind .357 Magnum, 9 mm Luger, .38 Special und .40 S&W – damit deckt der Rhino sportliches Training ebenso ab wie jagdliche Anforderungen.
Das Alleinstellungsmerkmal dieses Revolvers ist sein Abzugssystem mit untenliegender Laufachse. Bei klassischen Revolvern liegt der Lauf in der 12-Uhr-Position – der Rückstoß drückt die Waffe nach oben, weg von der natürlichen Handachse. Beim Rhino feuert die Waffe aus der 6-Uhr-Position, also aus der untersten Kammer der Trommel. Dadurch verläuft die Rückstoßachse nahezu in der Verlängerung des Handgelenks: Die Energie wird direkt in die Hand geleitet, nicht nach oben. Das Ergebnis ist ein deutlich reduzierter Mündungshochschlag und damit die Möglichkeit schnellerer Folgeschüsse.
Den Rahmen fertigt Chiappa aus der Aluminium-Legierung 7075-T6 – einem Material, das aus dem Luft- und Raumfahrtbereich bekannt ist und hohe Festigkeit mit geringem Gewicht verbindet. Das Leergewicht liegt dadurch bei 940–955 g, je nach Variante. Zum Vergleich: Stahlrahmen-Revolver wie der Smith & Wesson 686 oder der Ruger GP100 bringen erheblich mehr auf die Waage.
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Die Trommel fasst 6 Schuss, Moon-Clips ermöglichen eine schnelle Beladung – besonders praktisch in der 9-mm-Luger-Variante. Als Lauflängen stehen 76 mm (3 Zoll), 127 mm (5 Zoll) und 152 mm (6 Zoll) zur Wahl. Die Visierung ist verstellbar (Mikrometervisierung) und lässt sich durch eine Picatinny-Schiene um Optiken oder andere Zubehörteile ergänzen.
Der Single-Action-Abzug (SA) löst bei 1.480 g aus – präzise und für gezielte Einzelschüsse geeignet. Der Double-Action-Modus (DA) erfordert 4.650 g, was gewöhnungsbedürftig ist, bei Revolvern aber systembedingt höher liegt als im SA-Betrieb. Der Charging Rhino bietet mit einem gleichmäßigen Abzugsgewicht von 3.000 g einen Mittelweg für dynamische Sportdisziplinen. Eine Fallsicherung mit rotem Signalstift zeigt den gespannten Zustand sicher an.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Hersteller | Chiappa Firearms, Ltd. |
| Modell | Chiappa Rhino |
| Waffentyp | Revolver |
| System | DA/SA mit untenliegender Laufachse |
| Kaliber | .357 Magnum, 9 mm Luger, .38 Special, .40 S&W |
| Trommelkapazität | 6 Schuss |
| Lauflänge | 76 mm (3″), 127 mm (5″), 152 mm (6″) |
| Gewicht (leer) | 940–955 g |
| Rahmenmaterial | Aluminium 7075-T6 |
| Abzug | SA: 1.480 g / DA: 4.650 g (Charging Rhino: 3.000 g) |
| Sicherung | Fallsicherung mit rotem Signalstift |
| Visierung | Verstellbare Mikrometervisierung, Picatinny-Schiene |
| Besonderheiten | Untenliegende Laufachse, Moon-Clips, Picatinny-Schiene |
Die Produktlinie bietet für jeden Einsatzzweck eine passende Ausführung – von der kompakten Tragewaffe bis zur jagdoptimierten Langversion.
Der Rhino 30DS mit 76 mm Lauf ist die kompakteste Variante der Serie und richtet sich an Schützen, die eine handliche Waffe für kurze Distanzen suchen. Eine Stufe darüber liegt der Rhino 50DS mit 127 mm Lauf – ein Allrounder, der Handlichkeit und Ballistik gut ausbalanciert, erhältlich für rund 1.100 €.
Die meistverkaufte und am häufigsten getestete Variante ist der Rhino 60DS mit 152 mm Lauf. Er ist in brünierter Ausführung ab 1.099 € erhältlich und damit der günstigste Einstieg in die Rhino-Plattform. Zudem bietet Chiappa den Chiappa Rhino 60DS Chrome an – mit verchromter Oberfläche für 1.195 bis 1.299 €, je nach Händler.
Für die Jagd konzipiert wurde der Chiappa Rhino 60DS Hunter OD Green: Die olivgrüne Cerakote-Beschichtung macht ihn wetterfest und optisch unauffällig, die Picatinny-Schiene erlaubt die Montage eines Rotpunktvisiers oder einer anderen Kurzwaffen-Optik. Der Preis liegt bei 1.350 € – rund 250 € mehr als die günstigste brünierte Variante, aber mit klarer jagdlicher Ausrüstungslogik.
Das Chiappa Rhino 60DS Nebula ist ein Sondermodell mit auffälliger Nebula-Chrombeschichtung und wurde im DWJ ausführlich getestet. Es spricht vor allem Sammler an, die ein optisch besonderes Stück suchen.
Eine eigene Kategorie bildet der Chiappa Charging Rhino DS60 9 mm: Dieser Sportrevolver ersetzt das gestufte DA/SA-System durch einen gleichmäßigen Gleichzugabzug bei 3.000 g. In Verbindung mit Moon-Clips für 9 mm Luger und der günstigen Trainingsmunition dieses Kalibers ist er der Spezialist für dynamische Schießdisziplinen. Der UVP liegt bei 1.300 €.
Im jagdlichen Einsatz empfiehlt sich der Revolver in erster Linie für die Nachsuche auf Schalenwild auf kurze Distanzen sowie für die Jagd auf Raubwild wie Fuchs oder Marder. Das Kaliber .357 Magnum bringt dabei ausreichend Energie für diese Einsatzzwecke mit. Das Gewicht von rund 950 g ist ein praktischer Vorteil: Die Waffe ermüdet beim langen Tragen nicht und bleibt schnell griffbereit.
Für jagdliche Zwecke besonders gut geeignet ist der Chiappa Rhino 60DS Hunter OD Green mit seiner witterungsbeständigen Cerakote-Beschichtung und der Optik-Vorbereitung über die Picatinny-Schiene. Wer ein Rotpunktvisier für schnelle Zielerfassung bevorzugt, findet hier die passende Grundlage.
Im Sportschießen zeigt der Revolver eindrucksvolle Leistungsdaten. Im Test der DWJ erzielte er mit Fiocchi .38 Special einen Streukreis von 45 mm auf 25 m. Das Testfazit: Mit den meisten Patronensorten lasse sich die „10″ der DSB-Scheibe halten – ein Ergebnis, das den Rhino klar im Leistungsbereich wettkampftauglicher Sportrevolver positioniert.
Der Vorteil der tiefliegenden Laufachse ist im Sport kein theoretisches Konstrukt, sondern ein messbarer Faktor. Wer mit konventionellen Revolvern schnelle Folgeschüsse schießt, kennt das Problem: Der Lauf springt nach oben, die Zielwiederaufnahme kostet Zeit. Beim Rhino bleibt die Waffe durch den reduzierten Hochschlag deutlich ruhiger auf dem Ziel. Besonders in Zeitdisziplinen macht sich das direkt in der Trefferrate bemerkbar.
Für dynamische Disziplinen ist der Chiappa Charging Rhino DS60 9 mm die konsequenteste Wahl: Der gleichmäßige Abzug, kombiniert mit günstigerer 9 mm Luger-Munition, senkt Trainingskosten und verbessert die Beherrschbarkeit. Zudem ist die Sammlerrelevanz des gesamten Rhino-Konzepts nicht zu unterschätzen: Das futuristische Design hat dem Revolver auch in Film und Videospielen eine treue Fangemeinde beschert.
Minimaler Hochschlag ist der wichtigste Vorteil, den Tests und Erfahrungsberichte übereinstimmend bestätigen. Die untenliegende Laufachse leitet den Rückstoß direkt in die Hand, nicht nach oben – das ist kein Marketing, sondern Physik. DWJ und all4shooters heben diesen Punkt als zentrales Alleinstellungsmerkmal hervor.
Die Präzision überzeugt im Test ebenfalls: 45 mm Streukreis auf 25 m mit Fiocchi .38 Special, dazu das DWJ-Urteil, dass mit den meisten Patronensorten die „10″ der DSB-Scheibe zu halten ist. Der Revolver ist also nicht nur optisch auffällig, sondern schießt präzise. Zudem verlief der gesamte Testbetrieb der DWJ ohne Störungen – die Zuverlässigkeit stimmt.
Das geringe Gewicht von 940–955 g ist ein weiterer klarer Vorteil. Stahlrahmen-Revolver vergleichbarer Baugröße – etwa der Smith & Wesson 686 oder der Ruger GP100 – wiegen spürbar mehr. Der Aluminiumrahmen 7075-T6 macht den Unterschied, ohne Abstriche bei der Stabilität. Hinzu kommt die vielseitige Kaliberauswahl: .357 Magnum für Jagd und Sport, .38 Special für kostengünstiges Training, 9 mm Luger für den Charging Rhino, .40 S&W als weitere Option.
Der schwere DA-Abzug bei 4.650 g ist der meistgenannte Kritikpunkt. Allerdings lohnt ein Vergleich: DA-Abzüge sind bei Revolvern grundsätzlich schwerer als SA-Abzüge, da der Abzugszug gleichzeitig die Trommel dreht und den Hahn spannt. Der Rhino liegt hier im oberen Bereich, der Charging Rhino mit 3.000 g bietet eine angenehmere Alternative.
Hinzu kommt eine munitionsabhängige Präzision: Ein Trommelspalt von 0,2 mm führt je nach Patronensorte zu unterschiedlichen Streukreisen, wie all4shooters dokumentiert. Das bedeutet praktisch, dass sich ein sorgfältiger Munitionstest lohnt, bevor man sich auf eine Sorte festlegt.
Schließlich erfordern das unkonventionelle Profil und der breite obere Rahmen dedizierte Holster – Standardholster für klassische Revolver passen nicht. Das schränkt die Zubehörauswahl ein, ist aber kein unlösbares Problem. Langzeitdaten zur Haltbarkeit des Aluminiumrahmens bei hoher Schusszahl sind öffentlich kaum verfügbar; wer intensive Dauerbelastung plant, sollte das im Blick behalten.
Im Segment der .357-Magnum-Revolver trifft der Rhino auf gut etablierte Konkurrenz – jedes Modell mit eigenen Stärken und einem klar definierten Käuferprofil.
Der Smith & Wesson 686 kostet rund 1.400 € und damit etwa 300 € mehr als die günstigste Rhino-Variante. Er überzeugt mit Jahrzehnten bewährter Technik, einem Stahlrahmen und einer breiten Auswahl an Holstern, Griffen und Zubehör. Wer maximale Systemreife und ein großes Händlernetz schätzt, ist hier gut aufgehoben. Der Nachteil gegenüber dem Rhino: Der höhere Hochschlag durch die klassische 12-Uhr-Laufachse und das deutlich höhere Gewicht.
Der Ruger GP100 liegt mit rund 1.200 € preislich zwischen der günstigsten Rhino-Variante und dem S&W 686. Seine Stärke ist die extreme Robustheit: Der Stahlrahmen gilt als einer der widerstandsfähigsten im Segment, was ihn für intensive Dauerbelastung prädestiniert. Gegenüber dem Rhino hat er jedoch das höhere Gewicht und den klassisch höheren Hochschlag. Ein innovatives Laufkonzept bietet er nicht.
Der Mateba Autorevolver ist der direkte Vorläufer des Rhino-Konzepts: Emilio Ghisoni entwickelte bereits diesen Autorevolver mit untenliegender Laufachse, bevor Chiappa das Prinzip weiterentwickelte. Auf dem Gebrauchtmarkt sind Preise um 2.500 € die Regel – für Sammler, die das Ursprungskonzept besitzen wollen, durchaus seinen Preis wert. Als Gebrauchswaffe ist er allerdings selten verfügbar.
Der Chiappa Rhino 60DS ist die richtige Wahl für Schützen, die minimalen Hochschlag, geringes Gewicht und ein technisch innovatives Konzept suchen – zum Preis, der unter dem des Smith & Wesson 686 liegt. Der Smith & Wesson 686 empfiehlt sich für alle, die klassische Revolvertechnik, maximale Bewährung und ein breites Zubehörangebot priorisieren. Wer extreme Robustheit und ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, findet im Ruger GP100 den passenden Begleiter. Und der Mateba Autorevolver bleibt das Sammlerstück für Liebhaber, die das historische Original möchten.
Im direkten Vergleich bietet der Rhino das einzige technische Alleinstellungsmerkmal, das aktuell kein Serienrevolver eines anderen Herstellers besitzt: die konsequent umgesetzte, tiefliegende Laufachse als Serienmerkmal. Das macht ihn im .357-Magnum-Segment zur interessantesten Innovation seit Jahren.
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