





Wer eine halbautomatische Flinte speziell für die Flugwildjagd sucht, findet mit der Benelli Colombo ein Modell, das konsequent auf diesen Einsatzbereich zugeschnitten ist. Ab 2.229 € und mit einem Gewicht von nur 3,0 kg vereint sie den bewährten Benelli-Trägheitsverschluss mit spezialisierten Crio-Chokes und einem Progressive Comfort System – eine Kombination, die seit der Markteinführung 2016 erfahrene Flugwildjäger überzeugt.
Hinter der Colombo steht Benelli Armi S.p.A. aus Urbino, Italien – einer der weltweit bekanntesten Flintenhersteller und Erfinder des Inertia-Driven-Systems. Der Name „Colombo“ ist kein Zufall: Er stammt vom italienischen Wort für „Taube“ und macht die Spezialisierung auf die Tauben- und Passjagd bereits im Namen deutlich. Seit der Einführung 2016 richtet sich das Modell an Jäger, die keine Universalflinte suchen, sondern eine Waffe, die in ihrem Einsatzbereich maximale Leistung bringt.
Das Herzstück ist der Trägheitsverschluss, der ohne Gasabnahme arbeitet und dadurch weniger verschmutzungsanfällig ist als Gasdrucklader. Das mattlackierte Ergal-Gehäuse aus hochfester Aluminiumlegierung verhindert störende Lichtreflexe im Jagdbetrieb. Der Walnussschaft mit WoodFX-Finish lässt sich auf eine Länge von 350 bis 380 mm anpassen. Das Progressive Comfort System dämpft den Rückstoß auch bei Magnum-Laborierungen im Kaliber 12/76 spürbar. Die mitgelieferten Crio-Chokes werden kryogen behandelt und liefern ein um 30 % kompakteres Schussbild als Standard-Chokes. Beim Test durch all4shooters fiel das Urteil eindeutig aus: „Ganz gleich, wer damit geschossen hat – die Ergebnisse waren immer gleich erfreulich.“
Wer im Preisvergleich auch verwandte Modelle prüfen möchte: Die Benelli Montefeltro bietet denselben Trägheitsverschluss in einer universelleren Auslegung, die Beretta A400 Xplor Action setzt auf ein Gasdrucksystem, und der Browning Maxus II kommt ebenfalls mit gasbetriebener Technik. Allen dreien fehlen jedoch die für die Taubenjagd optimierten Spezialkonfigurationen der Colombo.
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Die Benelli Colombo basiert auf dem Inertia-Driven-System – dem Trägheitsverschluss, den Benelli entwickelt und über Jahrzehnte verfeinert hat. Das System nutzt die Rückstoßenergie des Schusses direkt zum Öffnen und Schließen des Verschlusses, ohne dabei Pulvergase aus dem Lauf abzuzapfen. Das Ergebnis ist eine mechanisch einfache, robuste Konstruktion, die sich im Vergleich zu Gasdruckladern wie der Beretta A400 Xplor Action deutlich seltener verschmutzt und weniger Reinigungsaufwand verursacht.
Mit 3,0 kg in der 66-cm-Version und 3,10 kg mit dem 71-cm-Lauf gehört die Flinte zu den leichtesten Halbautomaten im Kaliber 12/76 Magnum – ein klarer Vorteil bei langen Jagdtagen und beim schnellen Schwingen auf Flugwild. Die kürzeren Läufe (65/66 cm) sind für engere Verhältnisse und kürzere Schussdistanzen ausgelegt, während die längeren Varianten (70/71 cm) für Passjagd und weite Schüsse konzipiert sind. Die Magazinkapazität beträgt drei Schuss im Kaliber 12/76 und vier Schuss mit 12/70-Patronen; ein optionaler Zwischenstecker reduziert sie auf zwei Schuss, sofern gesetzliche Anforderungen dies erfordern.
Das Progressive Comfort System arbeitet mit einem mehrstufigen Dämpfungsmechanismus im Schaft, der den Rückstoßimpuls bei Magnumladungen verteilt und abfedert. Gerade bei längeren Jagdserien auf der Passjagd macht sich diese Technik positiv bemerkbar. Ergänzt wird das System durch die Crio-Chokes: Durch die kryogene Behandlung bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt erhält das Material eine feinkörnigere Struktur, was zu einem gleichmäßigeren und 30 % kompakterem Schrottmuster führt. Die 66-cm-Variante wird mit dem Weitschuss-Choke (WSC) geliefert, die 71-cm-Variante mit dem Long-Shot-Choke (LSC); beide Ausführungen enthalten zusätzlich die Standardchokes MC Cyl., M und IM.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Hersteller | Benelli Armi S.p.A. |
| Modell | Colombo |
| Waffentyp | Halbautomatische Schrotflinte |
| System | Trägheitsverschluss (Inertia Driven) |
| Kaliber | 12/76 Magnum |
| Magazinkapazität | 3 Schuss (12/76), 4 Schuss (12/70); 2-Schuss-Reduzierer verfügbar |
| Lauflänge | 66 cm (WSC-Choke), 71 cm (LSC-Choke) |
| Gewicht | 3,0 kg (66 cm), 3,10 kg (71 cm) |
| Gehäuse | Ergal-Aluminiumlegierung, mattlackiert (antireflex) |
| Schaftmaterial | Walnussholz mit WoodFX-Finish |
| Schaftlänge | Anpassbar, 350–380 mm |
| Abzug | Verchromt |
| Visierung | Ventilierte Laufschiene |
| Rückstoßdämpfung | Progressive Comfort System |
| Choke-System | Crio-Chokes (kryogen behandelt): MC Cyl., M, IM + WSC (66 cm) bzw. LSC (71 cm) |
Die Benelli Montefeltro teilt denselben Trägheitsverschluss, bringt aber nicht die auf Flugwild spezialisierten Crio-Chokes mit – wer also gezielt Tauben jagt, erhält mit der Colombo die durchdachtere Gesamtausstattung.
Die Colombo ist in zwei Hauptvarianten erhältlich, die sich durch Lauflänge, Gewicht und die mitgelieferten Crio-Chokes unterscheiden – beide zum identischen Preis von 2.229 € (Stand: Frankonia). Die Wahl zwischen ihnen hängt ausschließlich vom geplanten Einsatzbereich ab.
Die Benelli Colombo 66 cm bringt 3,0 kg auf die Waage und wird mit dem Weitschuss-Choke (WSC) ausgeliefert, der für Distanzen bis etwa 40 Meter optimiert ist. Diese Variante eignet sich besonders für die Taubenjagd in Waldnähe, an Kirrungen oder in engeren Jagdsituationen, wo ein kürzerer Lauf mehr Beweglichkeit bietet. Im Choke-Set sind zusätzlich MC Cyl., M und IM enthalten.
Die Benelli Colombo 71 cm wiegt 100 Gramm mehr und kommt mit dem Long-Shot-Choke (LSC), der für Distanzen von 40 Metern und darüber hinaus ausgelegt ist. Gerade für die Passjagd auf Ringeltauben, bei der Schüsse auf 50 bis 60 Meter keine Seltenheit sind, ist diese Variante die überzeugendere Wahl. Der längere Lauf verbessert zudem das Schwingen auf schnell fliegendes Wild.
Beide Varianten entsprechen funktional den im all4shooters-Test geprüften 65/70-cm-Versionen, die damals identische Ergebnisse lieferten. Wer eine universellere Flinte ohne diese Spezialisierung sucht, findet in der Benelli Montefeltro eine sinnvolle Alternative aus demselben Haus.
Die Colombo ist eine ausgewiesene Jagdflinte – und das im besten Sinne des Wortes. Ihr gesamtes Konzept dreht sich um die Flugwildjagd, insbesondere die Taubenjagd auf Ringeltauben und Türkentauben. Der Name „Colombo“ macht diese Ausrichtung unmissverständlich klar. Dank des Magnum-Kalibers 12/76 und der passenden Choke-Bestückung lässt sie sich aber auch sehr gut auf Enten, Gänse, Fasane und Rebhühner einsetzen.
Für die Passjagd empfiehlt sich die 71-cm-Variante mit Long-Shot-Choke, die auf Distanzen von 40 bis 60 Metern ihr volles Potenzial entfaltet. Tests belegen eine effektive Reichweite von 15 bis 60 Metern, wobei die besten Ergebnisse ab 40 Metern erzielt wurden. Die kürzere 66-cm-Variante mit Weitschuss-Choke deckt engere Reviere und Stand-Situationen an Taubenkirrungen ab.
Das geringe Gewicht von 3,0 bis 3,10 kg zahlt sich im Jagdbetrieb spürbar aus: Bei langen Wartezeiten auf dem Anstand und beim schnellen Anschlagen auf Flugwild gilt die Colombo laut all4shooters als „leicht und gut ausbalanciert“. Die hohe Stabilität beim Folgeschuss ermöglicht schnelle Korrektionen, wenn eine Taube den ersten Schuss unbeschadet übersteht.
Die Mattlackierung des Ergal-Gehäuses verhindert Lichtreflexe, die in offenen Lagen Wild warnen könnten – ein durchdachtes Detail für den Tageseinsatz auf dem Taubenpass. Der Walnussschaft lässt sich auf eine Länge zwischen 350 und 380 Millimetern anpassen, was unterschiedlichen Körpergrößen und Schießstilen entgegenkommt. Vier austauschbare Crio-Chokes pro Variante bieten außerdem Flexibilität, wenn sich die Jagdsituation ändert. Für den sportlichen Einsatz auf Trap- oder Skeetanlagen ist die Colombo grundsätzlich nutzbar, aber nicht darauf ausgelegt – dafür gibt es geeignetere Modelle.
Die Benelli Colombo hinterlässt in den vorliegenden Testberichten von all4shooters und Caccia Passione einen klaren Eindruck: In ihrem spezialisierten Einsatzbereich überzeugt sie durchgängig, ohne dass die Tester gravierende Schwachpunkte benennen. Dennoch gibt es Aspekte, die jeder Käufer kennen sollte.
Rückstoßverhalten: Das Progressive Comfort System dämpft die Rückstoßenergie bei Magnum-Laborierungen deutlich spürbarer als ein einfacher Schafteinlagen-Puffer. Bei längeren Jagdserien macht dieser Unterschied sich positiv bemerkbar, was beide Testpublikationen übereinstimmend bestätigen.
Schussbild und Choke-Leistung: Die kryogen behandelten Crio-Chokes liefern laut Caccia Passione ein um 30 % kompakteres Schrottmuster als herkömmliche Chokes. Das bedeutet in der Praxis mehr Schrotkörner auf dem Ziel – besonders relevant auf Distanzen über 40 Meter.
Zuverlässigkeit und Handling: all4shooters hält das Urteil kurz und prägnant: „Ganz gleich, wer damit geschossen hat – die Ergebnisse waren immer gleich erfreulich.“ Das Nachladen bewertet der Test als schnell und komfortabel, die Balance als ausgezeichnet für das schnelle Schwingen auf Flugwild.
Explizite Mängel nennt keiner der Testberichte. Zwei sachliche Hinweise sind jedoch für eine ehrliche Einschätzung wichtig: Erstens ist die Colombo konsequent auf Flugwildjagd ausgerichtet – wer eine vielseitige Jagdflinte für unterschiedlichste Situationen sucht, ist mit der Benelli Montefeltro flexibler aufgestellt. Zweitens gilt für alle Halbautomaten mit Trägheitsverschluss systembedingt: Sehr leichte Laborierungen mit wenig Rückstoßenergie können gelegentlich zu Funktionsunterbrechungen führen. Wer überwiegend mit 24-Gramm-Leichtladungen schießt, sollte dies bedenken – oder auf einen Gasdrucklader wie die Beretta A400 Xplor Action zurückgreifen, der auch mit schwacher Munition sicher funktioniert.
Die Benelli Colombo positioniert sich mit 2.229 € preislich im Mittelfeld der relevanten Halbautomaten für die Flugwildjagd. Drei Modelle verdienen einen direkten Vergleich.
Die Benelli Montefeltro arbeitet mit demselben Inertia-Driven-System und liegt mit einem Einstiegspreis ab rund 1.800 € etwas günstiger. Gewicht und Handling sind vergleichbar. Was ihr fehlt: die auf Taubenjagd spezialisierten Crio-Chokes in den Konfigurationen WSC und LSC sowie das Progressive Comfort System. Wer eine universelle Jagdflinte für verschiedene Wildarten sucht, greift zur Montefeltro – wer eine spezialisierte Taubenjagdflinte mit 30 % kompakterem Schussbild möchte, wählt die Colombo für 2.229 €.
Die Beretta A400 Xplor Action kostet zwischen ca. 2.000 und 2.500 € und setzt auf ein Gasdrucksystem (Blink-System). Der wesentliche Vorteil gegenüber dem Trägheitsverschluss: Gasdrucklader verarbeiten auch sehr schwache Laborierungen zuverlässig. Dafür sind sie in der Regel schwerer und aufwendiger in der Reinigung. Für Jäger, die häufig mit Leichtladungen schießen oder sehr breite Munitionspaletten nutzen, ist die A400 die sicherere Wahl.
Der Browning Maxus II bewegt sich mit ca. 2.100 bis 2.400 € in vergleichbarer Preislage und arbeitet ebenfalls mit einem Gasdrucksystem. Back-Bored-Lauf und Inflex-Schaftkappe sind durchdachte Details, aber der Maxus II ist weniger konsequent auf die Taubenjagd ausgerichtet als die Colombo.
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Quellen: