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.416 Rigby

Ab 15,23 €
Bleifreie Munition: Bleihaltig
Brand: Norma, Sako
Geschossgewicht: 25.9g, 29.2g
Geschosstyp: Solid, Teilmantel, Twinhead
Model: .416 Rigby
Die .416 Rigby (10,57×73 mm) ist eine Zentralfeuerpatrone für gefährliches Großwild – entwickelt von John Rigby & Co. für Professional Hunter in Afrika und Indien – mit Geschossgewichten von 400–410 Grain (26–27 g), Mündungsenergien von 6.375–6.935 Joule und primärem Einsatz bei Elefanten, Büffeln und Löwen auf 50–150 Meter. Charakteristisch sind maximale Durchschlagskraft mit moderatem C.I.P.-Gasdruck (325 MPa), Dangerous-Game-Geschosse wie Hornady DGS (Solid) und DGX (Expanding), Magazinrepetierbüchsen auf Mauser-98-Basis und eine Maximum Point Blank Range von 181 Metern – ausgelegt für kurze bis mittlere Distanzen im dichten Gelände, nicht für Langstreckenpräzision. In Deutschland rechtlich für alle Schalenwildarten zugelassen, jedoch jagdpraktisch unpraktikabel wegen extremer Wildbretentwertung, fehlender Verfügbarkeit im Handel und hoher Kosten (geschätzt 5–8 Euro pro Schuss); bewährte Alternativen für europäisches Schalenwild sind 9,3×62, .30-06 oder 8×57 IS.
Variant
Kaliber
Bleifreie Munition
Geschossart
Außendurchmesser
Anwendung
Lauflänge
Geschossgewicht
Verpackungsgröße
Schrotgröße
Vergrößerung
Objektivdurchmesser
Mündungsgewinde
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.416 Rigby: Technische Daten, Ballistik & Jagdpraxis

Die .416 Rigby (10,57×73 mm) ist eine Zentralfeuerpatrone, die seit über 110 Jahren zur Jagd auf gefährliches Großwild eingesetzt wird. Mit Mündungsenergien von 6.375 bis 6.935 Joule und Geschossgewichten zwischen 400 und 410 Grain (26–27 g) bietet dieses Kaliber eine außerordentliche Durchschlagskraft, die es zu einer der gefürchtetsten Großwildpatronen Afrikas macht. Entwickelt von John Rigby & Co. ursprünglich für Professional Hunter in Indien und Afrika, wird die .416 Rigby heute von namhaften Herstellern wie Hornady, Federal, Nosler und Winchester produziert – allerdings als absolute Spezialmunition für eine kleine, spezialisierte Jägerschaft.

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Das Kaliber ist nicht mit Langstreckenpatronen vergleichbar: Die .416 Rigby wurde für maximale Wirkung auf kurze bis mittlere Distanzen konzipiert, dort aber mit ungebrochener Zuverlässigkeit. Jagdpraxis und ballistische Daten zeigen, dass dieses historische Kaliber seine Überlegenheit bei der Jagd auf gefährliches Wild bewahrt hat – während neuere Alternativen wie die .416 Remington Magnum nicht an den Ruf heranreichen.

Übersicht Kaliber .416 Rigby – Technische Eigenschaften & Einsatzgebiete

Die .416 Rigby wird auch unter der metrischen Bezeichnung 10,57×73 mm geführt. Das Kaliber gehört zu den reinen Zentralfeuersystemen ohne NATO-Bezeichnung und wird nach den europäischen C.I.P.-Richtlinien (Commission Internationale Permanente) sowie nach dem amerikanischen SAAMI-Standard geregelt. Diese doppelte Standardisierung ist wichtig: Sie ermöglicht europäischer und amerikanischer Munition unterschiedliche Leistungscharakteristiken.

Die technischen Kerndaten der .416 Rigby sind präzise definiert. Der Geschossdurchmesser liegt bei exakt 10,57 Millimetern (entspricht 0,416 Zoll – daher der Name). Die Hülsenlänge beträgt 73,66 Millimeter, während die Gesamtlänge der fertigen Patrone (COAL = Cartridge Overall Length) zwischen 80,39 und 82,55 Millimetern variiert. Diese Längenvarianz ermöglicht unterschiedliche Pulverladungen und Geschossgewichte in einer Waffe.

Der maximale Gasdruck nach C.I.P.-Standard liegt bei 325 Megapascal – ein moderater Wert, der Zuverlässigkeit in heißem Klima garantiert. Der amerikanische SAAMI-Standard spezifiziert hingegen 358,53 Megapascal (52.000 psi), was moderne US-amerikanische Munition erlaubt, höhere Leistung zu erreichen. Diese Druckdifferenz erklärt, warum amerikanische .416-Rigby-Laborierungen oft bessere Ballistische Werte liefern als europäische.

Der Drall (Rifling) ist standardisiert auf 420 Millimeter Drallgang (das entspricht einem Drall von 1:16,54 Zoll). Das Gewehr hat 6 Züge – eine bewährte Kombination, die schwere Geschosse stabil führt, ohne überflüssige Rotationsenergie zu erzeugen.

Eigenschaft Wert
Kaliber (imperial) .416 Rigby
Kaliber (metrisch) 10,57×73 mm
Geschossdurchmesser 10,57 mm (0,416 Zoll)
Hülsenlänge 73,66 mm
Gesamtlänge (COAL) 80,39–82,55 mm (3,163–3,250 Zoll)
Max. Gasdruck (C.I.P.) 325 Megapascal
Max. Gasdruck (SAAMI) 358,53 Megapascal (52.000 psi)
Drall (Standard) 420 mm (1:16,54 Zoll), 6 Züge
Geschossgewicht (typisch) 400–410 Grain (26–27 g)
Mündungsgeschwindigkeit V₀ (modern) 730 m/s (2.395 fps)
Mündungsenergie E₀ (modern) 6.935 Joule

Typische Laborierungen und historischer Kontext

Die .416 Rigby existiert in unterschiedlichen Varianten, die ihre Entwicklungsgeschichte widerspiegeln. Die ursprüngliche Cordite-Laborierung aus dem frühen 20. Jahrhundert arbeitete mit 410 Grain schweren Geschossen (27 g), die auf etwa 700 Meter pro Sekunde beschleunigt wurden. Dies ergab eine Mündungsenergie von 6.375 Joule – respektabel, aber für heutige Standards moderat. Diese historischen Laborierungen sind heute praktisch nicht mehr erhältlich, da Cordite als Treibladung obsolet ist.

Die moderne Standard-Laborierung nutzt 400 Grain Geschosse (26 g) mit einer Mündungsgeschwindigkeit von etwa 730 Meter pro Sekunde, was zu einer Mündungsenergie von 6.935 Joule führt. Das sind etwa 560 Joule mehr als die historische Version – ein erheblicher Leistungsgewinn, der durch modernes Pulver und optimierte Hülsengeometrien erreicht wird. Auf 100 Metern Distanz behält diese Laborierung noch über 5.400 Joule, was sie deutlich überlegen gegenüber vergleichbaren Großwildkalibern macht.

Einige amerikanische Hersteller bieten auch Hochdruck-Laborierungen an, die 400 Grain Geschosse auf 736 Meter pro Sekunde oder höher beschleunigen. Diese nutzen den erweiterten SAAMI-Druckbereich und liefern zusätzliche Performance – sind aber nur in modernen, gut gewarteten Waffen verantwortungsvoll zu verwenden.

Die Wahl zwischen Standard- und Hochdruck-Laborierung ist für Jäger mit afrikanischen Plänen relevant: Standard-Munition ist sicherer in älteren Waffen und bietet bereits ausreichende Leistung für jeden praktischen Anwendungsfall. Hochdruck-Varianten sind die Wahl, wenn maximale Durchschlagskraft und flachere Flugbahn wichtig sind – etwa bei Buschland-Jagd auf Büffel in größeren Entfernungen.

Einsatzgebiete und Jagdliche Ausrichtung

Die .416 Rigby ist primär für die Jagd auf gefährliches Großwild konzipiert. In Afrika und Indien ist dieses Kaliber traditionell die erste Wahl für Elefanten, Löwen und afrikanische Büffel. Die extreme Durchschlagskraft ist notwendig: Ein angreifender Elefant muss sofort gestoppt werden, ein Löwe im dichten Gestrüpp benötigt die Gewissheit, dass das Geschoss tief eindringt, ohne von Vegetation abgelenkt zu werden.

In Deutschland und Europa wird die .416 Rigby rechtlich für alle Schalenwildarten zugelassen – sie erfüllt die Mindestanforderungen des Bundesjagdgesetzes mit großem Überschuss. Die Mindestenergie für Schalenwild liegt bei 2.000 Joule auf 100 Metern; die .416 Rigby liefert über 5.400 Joule, das 2,7-Fache der Vorgabe. Der Kaliberdurchmesser von 10,57 Millimetern übersteigt die Mindestvorgabe von 6,5 Millimetern deutlich.

Allerdings: Jagdlich ist die .416 Rigby in Europa ein Übermaß, das mehr Probleme schafft als es löst. Die extreme Wundkanalgröße führt zu schwerer Wildbretentwertung, besonders bei rotwildjagdtypischen Schussentfernungen. Für Rotwild, Schwarzwild und Damwild existieren bewährte, kostengünstigere Alternativen wie die 9,3×62, .30-06 oder 8×57 IS, die völlig ausreichend sind. Die effektive Reichweite der .416 Rigby liegt bei unter 200 Metern – nicht weil das Geschoss schneller langsamer wird, sondern weil dieser Einsatzzweck (maximale Wirkung auf sehr kurze Distanzen in dichtem Gelände) die Waffe und ihre Ballistische Auslegung bestimmt.

Verfügbarkeit und Preiswirklichkeit in Deutschland

Wichtiger Hinweis: Aktuelle Preise für .416 Rigby Munition in Deutschland konnten im Preisvergleich nicht ermittelt werden. Diese Spezialpatrone ist im deutschen und europäischen Einzelhandel praktisch nicht verfügbar (Stand 2025). Keine bekannten deutschsprachigen Waffenhändler listen .416 Rigby-Munition regelmäßig – anders als bei Standard-Jagdkalibern wie .308 Winchester oder 8×57 IS.

Das hat mehrere Gründe: Die Zielgruppe (Professional Hunter, internationale Großwildjäger) ist extrem klein. Die Munitionsproduktion konzentriert sich auf nordamerikanische Hersteller, die nicht primär den europäischen Markt bedienen. Und der Preis ist erheblich: Während Standard-Jagdmunition bei etwa 1–2 Euro pro Schuss liegt, werden .416-Rigby-Laborierungen auf mindestens 5–8 Euro pro Schuss geschätzt – ein Faktor 5–8 Unterschied.

Interessenten müssen Fachhändler für Großkalibermunition direkt kontaktieren oder mit Import rechnen. Die großen amerikanischen Hersteller (Hornady, Federal, Nosler, Winchester) verkaufen weltweit, aber europäische Importzölle und Beschaffungskosten addieren sich.

Reichweite & Ballistik – Wie weit kann man mit .416 Rigby schießen?

Mit der .416 Rigby kann man effektiv auf bis zu 200 Meter jagen – das ist eine harte, aber realistische Grenze. Die Maximum Point Blank Range (MPBR) dieser Patrone liegt bei 181 Metern. Das bedeutet: Bis zu dieser Distanz bleibt das Geschoss maximal 7,5 Zentimeter von der Schusslinie ab – weit genug für alle Vital- und Herzschüsse auf Großwild, aber eng genug für praktische Jagd.

Warum ist diese Reichweite relativ kurz? Der Grund liegt in der Ballistik der schweren Rundkopfgeschosse. Die .416 Rigby nutzt Geschosse mit Rundnase oder FMJ-Konstruktion – nicht die stromlinienförmigen, modern geformten Projektile, die man von Langstreckenkalibern kennt. Ein 400 Grain Rundnasegeschoss hat einen ballistische Koeffizient, der deutlich schlechter ist als spitz ausgeformte Geschosse. Das heißt: Der Luftwiderstand bremst es stärker, und die Flugbahn wird schneller flacher.

Auf 100 Metern liefert eine moderne .416-Rigby-Laborierung mit 400 Grain Geschossen und 730 Meter pro Sekunde Mündungsgeschwindigkeit noch über 5.400 Joule Restenergie. Das ist etwa dreimal so viel wie für europäisches Schalenwild nötig wäre. Ein Vergleich zur .458 Winchester Magnum verdeutlicht die Überlegenheit der .416 Rigby in Mitteldistanzen: Während die .458 ihre 5.400-Joule-Schwelle bereits nach nur 46 Metern unterschreitet, hält die .416 Rigby diese Energiemenge bis mindestens 100 Meter – ein deutlicher Vorteil beim Großwild in bewegtem Gelände.

Ballistisches Profil und verfügbare Daten

Detaillierte ballistische Tabellen mit Geschossabfall und Geschwindigkeitswerten für mehrere Entfernungen (50 m, 100 m, 200 m, 300 m) liegen für .416 Rigby nicht öffentlich vor. Das ist typisch für diese Spezialmunition: Hersteller wie Hornady veröffentlichen primär Mündungswerte (V₀/E₀) und die Maximum Point Blank Range, nicht aber komplexe Schießtabellen. Die Ballistische Koeffizient-Werte (BC-Werte in G1- oder G7-Format) werden von Herstellern nicht angegeben – ein klares Indiz, dass die .416 Rigby nicht für präzisionsoptimierte oder mathematisch ausgefeilte Langstreckenschüsse entwickelt wurde.

Das ist keine Schwäche, sondern Design-Absicht. Die .416 Rigby entstand in einer Zeit, als Jagd auf Großwild Nähe bedeutete. Ein Professional Hunter in Afrikanischem Buschland plant nicht mit Schüssen auf 400 Meter – er stellt sich auf 50 bis 150 Meter ein und vertraut darauf, dass die Patrone alles durchschlägt. Diese Philosophie ist unverändert gültig.

Langstreckeneignung und Grenzen

Ist die .416 Rigby für Langstrecken geeignet? Die Antwort ist klar: Nein. Die .416 Rigby ist eine Patrone für kurze bis mittlere Distanzen (50–200 m), nicht für Langstreckenjagd im modernen Sinne. Mehrere Faktoren machen das deutlich.

Erstens: Schwere Rundnase- oder FMJ-Geschosse haben ungünstige Ballistik für Weitschuss. Ein 400 Grain Geschoss mit Rundnase wird bereits auf 200 Metern um mehrere Dezimeter abfallen – unbekannt sind die exakten Werte, aber die Design-Philosophie (Nähe, maximale Wirkung) spricht deutlich. Langstreckenkaliber wie .300 Magnum, 6,5 Creedmoor oder .338 Lapua Magnum erreichen Maximum Point Blank Ranges von 250–350 Metern – ein fundamentaler Unterschied.

Zweitens: Es existieren keine Match-Geschosse oder BC-optimierten Projektile für .416 Rigby. Im Langstreckenbereich verwenden Schützen Geschosse mit optimierten Formen (Jacketed Hollow Points mit Spitzform, Bonded Cores, Segmented designs) – für .416 Rigby sind diese nicht verfügbar. Die Produktlinien beschränken sich auf Dangerous-Game-Munition (DGS, DGX) für maximale Penetration, nicht Präzision.

Drittens: Die fehlende Verfügbarkeit von BC-Werten macht präzise Schießtisch-Berechnungen unmöglich. Langstreckenoptimierung setzt voraus, dass man die Ballistik einer Patrone genau kennt. Bei .416 Rigby funktioniert das nicht.

Empfehlung: Die .416 Rigby ist optimal für dichte Vegetation, Anschüsse auf unter 100 Meter, wo maximale Wirkung wichtiger ist als flache Flugbahn. Jäger, die Langstreckenpräzision brauchen, wählen völlig andere Kaliber.

Welches Wild mit .416 Rigby? – Jagdliche Eignung

Mit der .416 Rigby bejagbar sind grundsätzlich alle Wildarten – rechtlich und ballischtisch. Praktisch sollte zwischen internationalem und europäischem Einsatz unterschieden werden.

Geeignete Wildarten im internationalen Kontext

Afrikanisches Großwild ist das primäre Einsatzgebiet. Der afrikanische Elefant erfordert .416 Rigby oder vergleichbare Kaliber – nichts Schwächeres. Ein ausgewachsener Elefant wiegt bis zu 6 Tonnen; die Schädel- und Hirn-Anatomie ist so robust, dass nur extrem penetrationsfähige Munition zuverlässig wirkt. Hornady DGS (Dangerous Game Solid) 400 Grain wird für Hirnschüsse auf Elefanten verwendet – monolithische Vollmantelgeschosse, die jeden Knochen durchschlagen ohne Deformation.

Der afrikanische Büffel ist der klassische .416-Rigby-Kandidat. Mit 800–1.000 kg Körpergewicht, massiver Muskulatur und knochenstarken Blättern (Schulterblätter) erfordert ein zuverlässiger Schuss tiefste Penetration. Ein verwundeter Büffel wird aggressiv, angreifend und extrem gefährlich – ein schlecht platzierter Schuss ist oft letal für den Jäger. Die .416 Rigby mit über 5.400 Joule auf 100 Metern garantiert, dass der Schuss durchgeht und wirkt.

Der Löwe ist das gefährlichste Großwild in Afrika. Ein angreifender Löwe bewegt sich mit 60 km/h, kann bis zu 9 Meter springen, und ein einzelner Kratzer oder Biss ist lebensbedrohlich. Hier wird die .416 Rigby mit Hornady DGX (Dangerous Game Expanding) oder vergleichbaren Expansionsgeschossen verwendet – die Kombination aus Penetration und Wundkanal soll den Löwen sofort und sicher stoppen.

Wildart Empfohlene Distanz Geschosstyp Anmerkung
Afrikanischer Elefant 10–50 m FMJ/Solid (DGS) Primärziel, maximale Penetration erforderlich
Afrikanischer Büffel 30–150 m DGS oder DGX Klassisches Einsatzgebiet, äußerst gefährlich wenn verwundet
Löwe 20–100 m DGX (Expanding) Dangerous Game, schnelle Folgeschüsse entscheidend
Nashorn 20–80 m DGS Selten, aber ballistisch geeignet

Europäisches Schalenwild – technisch geeignet, praktisch unpraktikabel

In Deutschland ist die .416 Rigby für alle Schalenwildarten zugelassen. Rotwild erfüllt alle Anforderungen des Bundesjagdgesetzes: Die 6.935 Joule Mündungsenergie und der 10,57-mm-Durchmesser überschreiten die gesetzlichen Mindestwerte dramatisch. Auf 100 Metern liefert die .416 Rigby noch über 5.400 Joule – 2,7-mal mehr als die 2.000 Joule Mindestenergie für Schalenwild. Ein Rotwildkörper wird mit dieser Patrone zuverlässig durchschossen.

Schwarzwild ist technisch ideal für .416 Rigby, besonders kapitale Keiler mit starken Schaufeln und dicker Borke. Die Durchschlagskraft durchbricht jeden Knochen, jeden Eckzahn, jede Muskelpartie. Ein Schwarzwild wird mit diesem Kaliber sofort und sicher gestoppt – kein Ausreißer, kein Wechsel über mehrere Felder.

Damwild erfüllt ebenfalls alle Anforderungen – überwiegend.

Rehwild ist technisch möglich, aber ethisch bedenklich. Ein Rehkörper wiegt 15–30 kg; die Gewebezerstörung durch eine 6.935-Joule-Patrone mit großem Wundkanal (besonders bei DGX-Geschossen) führt zu extremer Wildbretentwertung. Praktisch kein Wildbret ist verwertbar.

Aber hier kommt die kritische Einschränkung: Obwohl .416 Rigby rechtlich zulässig ist, ist das Kaliber für europäische Jagd vollständig unpraktikabel. Die Gründe sind:

Wildbretentwertung: Die massive Wundkanalgröße zerstört kostbares Wildbret. Bei Rotwild werden Keule und Rücken in der Nähe des Schusskanals unbrauchbar. Der Jäger erwirtschaftet weniger Fleisch bei aufwendiger Aufbereitung.

Übermaß: Für europäisches Schalenwild wie „mit Kanonen auf Spatzen schießen“. Bewährte Kaliber wie 8×57 IS, 9,3×62 oder .30-06 sind völlig ausreichend und günstiger.

Verfügbarkeit: .416 Rigby ist in Deutschland nicht verfügbar. Interessenten müssen importieren und zahlen 5–8 Euro pro Schuss – ein Vielfaches von Standard-Jagdmunition.

Rückstoß: Die .416 Rigby erzeugt extremen Rückstoß. Nicht-spezialisierte Schützen verlieren nach wenigen Schüssen an Konzentration; das Jagdprinzip (ein Schuss, eine Sekunde Entscheidung) wird unmöglich.

Legalität regional: Einige Bundesländer haben spezifische Regelungen für Großkaliber. Sachsen und Bayern haben beispielsweise Mindestvorgaben für Großwildkaliber, die .416 Rigby zwar erfüllt, aber die regionale Jägerschaft meist andere Kaliber erwartet. Das ist informell, aber relevant.

Praktische Empfehlungen nach Wildart

Für Rotwild und Schwarzwild in Deutschland gilt: .416 Rigby ist rechtlich zulässig, aber wildacker-ökonomisch unsinnig. Wählen Sie stattdessen 9,3×62, .30-06, 8×57 IS oder .308 Winchester – alle bewährte, verfügbare Alternativen.

Für Rehwild gilt: Nicht empfohlen. Die Wildbretentwertung ist zu groß.

Für internationale Großwildjagd auf Elefant, Büffel oder Löwe gilt: .416 Rigby ist erste Wahl. Keine andere Patrone hat eine ähnlich lange Erfolgsbilanz über 100+ Jahre.

Geschosstypen & Munitionsauswahl

Für .416 Rigby sind primär Geschosse zwischen 400 und 410 Grain (26–27 g) verfügbar. Die Munitionsauswahl konzentriert sich vollständig auf Dangerous-Game-Laborierungen von Spezialherstellern. Es gibt keine Match-Munition, keine Subsonic-Varianten, keine Budget-Linien – .416 Rigby ist ausschließlich Premium-Großwildmunition für ein spezialisiertes Segment.

Populärste Geschossgewichte und ihre Charakteristiken

Das 400 Grain Geschoss (26 g) ist der moderne Standard. Alle zeitgenössischen Hersteller (Hornady, Federal, Nosler, Winchester) bieten 400-Grain-Laborierungen an. Diese Gewichte ermöglichen optimale Balance zwischen Ballistics und Handlichkeit in Mauser-98-Waffen. Die Mündungsgeschwindigkeit liegt typischerweise bei 730 Meter pro Sekunde, moderne Hochdruck-Varianten erreichen 736 m/s oder mehr.

Das 410 Grain Geschoss (27 g) stammt aus der historischen Cordite-Ära und ist heute kaum noch verfügbar. Historische Laborierungen mit 410-Grain-Geschossen erreichten nur etwa 700 Meter pro Sekunde – 30 m/s weniger als moderne Standards. Diese älteren Laborierungen sind für Sammler interessant, aber nicht praktikabel für aktive Jagd.

Geschosstypen und ihre Einsatzbereiche

Die FMJ/Solid-Konstruktion (Hornady DGS) ist monolithisch und deformiert sich nicht. Das Geschoss besteht aus einem Stück Metall ohne separaten Bleikern – maximale Penetration, minimale Deformation. Ein DGS-Geschoss durchschlägt jedes Organ, Knochen und Muskel ohne Ablenken. Diese Konstruktion ist ideal für Elefanten (Hirnschüsse), Büffel (Längsschüsse durch den ganzen Körper) und Situationen, wo das Geschoss mehrere Organausfallzonen passieren muss.

Hornady DGS wird in 400 Grain angeboten. Das Geschoss bietet minimalste Wildbretentwertung – nur eine kleine Einschuss- und Ausschusswunde, der Großteil des Fleisches bleibt unverletzen. Das ist für African Dangerous Game nicht das Ziel (dort geht es um absoluten Stop, nicht Fleischqualität), aber ein Nebeneffekt, der bei reinen Penetrationserfordernissen auftritt.

Die Expanding-Konstruktion (Hornady DGX) kombiniert Penetration mit Expansion. Das Geschoss hat einen Stahlmantel mit verstärkten Längsnuten, die bei Impact kontrolliert aufbeulen – nicht wild wie normale Soft-Point-Geschosse, sondern präzise und reproduzierbar. Ein DGX expandiert auf etwa das 1,5- bis 2-fache seines ursprünglichen Durchmessers.

Hornady DGX wird ebenfalls in 400 Grain angeboten und ist die Wahl für Breitschüsse auf gefährlichem Wild: Löwen, Leoparden, verwundete Büffel. Der größere Wundkanal ermöglicht schnelleren Stop; die bleibende Penetration verhindert, dass das Geschoss zu früh steckenbleibt. DGX ist das Zweitgeschoss in klassischen Doppelbüchsen – zuerst DGS für maximale Penetration, dann DGX für schnellen Stop bei Folgeschuss.

Soft-Point-Geschosse (SP) wurden historisch für .416 Rigby entwickelt, sind aber heute weniger dokumentiert. Die Original-Cordite-Laborierungen nutzten Soft-Point Round Nose Geschosse mit teilweisem Mantel, der bei Impact aufbeulen konnte. Moderne Hersteller bieten SP-Varianten selten an; wenn, dann als Standard-400-Grain-Laborierung von Federal, Nosler oder Winchester. SP ist eine Balance zwischen DGS und DGX – bessere Expansion als Solid, aber weniger Kontrollierbarkeit als DGX.

Round-Nose-Geschosse (RN) sind historisch. Die ursprüngliche .416 Rigby nutzte Rundkopf-Geschosse mit klassischer Blei-Konstruktion. Heute ist Round Nose für .416 Rigby praktisch nicht mehr verfügbar – nur in seltenen historischen Laborierungen oder bei Spezial-Munitionsmachern.

Geschossart Typ. Gewicht Einsatz Beispielprodukt
FMJ/Solid (DGS) 400 Grain (26 g) Elefant, Büffel (maximale Penetration) Hornady DGS
Expanding (DGX) 400 Grain (26 g) Löwe, Büffel (Expansion + Penetration) Hornady DGX
Soft Point (SP) 400 Grain (26 g) Großwild allgemein Federal, Nosler, Winchester
Round Nose (historisch) 410 Grain (27 g) Sammler, historische Jagd Original Cordite (nicht mehr erhältlich)

Datenlücken und fehlende Optionen

Bleifreie Munition: Für .416 Rigby konnten im Research keine bleifreien Laborierungen identifiziert werden. Dies ist ein signifikantes Problem für Jäger in Regionen mit Bleibeschränkungen (z. B. in einigen europäischen Ländern oder USA-Bundesstaaten). Die Ursache ist klar: .416 Rigby ist primär für afrikanische Jagd konzipiert, wo Bleibeschränkungen nicht relevant sind. Hersteller fokussieren auf traditionelle Bleigeschosse.

Interessenten mit Bleifrei-Pflicht sollten direkt bei Hornady oder spezialisierten Munitionsmachern anfragen – eine Sonderanfertigung ist möglich, aber nicht standardmäßig verfügbar.

Ballistische Koeffizient-Werte (G1/G7): Hersteller geben diese Werte nicht an. Das ist kein Fehler, sondern Absicht: BC-Werte beschreiben, wie gut ein Geschoss die Luft durchschneidet – ein Konzept, das bei Langstreckenpräzision zentral ist, bei Großwildjagd aber irrelevant. Round-Nose- und FMJ-Geschosse haben generell niedrige BC-Werte (geschätzt G1 <0,250), was erklärt, warum die Reichweite auf <200 m limitiert ist.

Match-Munition: Für .416 Rigby existiert keine Match- oder Zielschießmunition. Die Patrone ist ausschließlich für Jagd konzipiert. Interessenten, die präzisions-optimierte Munition suchen, sind bei anderen Kalibern besser aufgehoben.

Subsonic-Varianten: Keine Subsonic-Laborierungen sind dokumentiert. Technisch wäre es möglich, 400-Grain-Geschosse unter 330 Meter pro Sekunde zu laden – aber die .416 Rigby wurde für Geschwindigkeit und Penetration konzipiert, nicht für Lärmminderung. Kein Hersteller bietet das an.

Preisklassen und Verfügbarkeit: Alle verfügbare .416-Rigby-Munition ist Premium-Segment. Es gibt keine Budget-, Mittelklasse- oder Economy-Linien. Jedes Geschoss ist ein teures, spezialisiertes Dangerous-Game-Projektil. Hornady DGS und DGX sind typischerweise die teuersten Optionen aufgrund ihrer proprietären Konstruktion und des Gefahrgut-Status.

Geschossauswahl nach praktischer Situation

Ein Professional Hunter mit Doppelbüchse nutzt klassischerweise zwei verschiedene Geschosstypen. Das erste Fach bekommt Hornady DGS 400 Grain – der sichere Erste Schuss mit maximaler Penetration. Falls das Wild nicht sofort fällt, wird die Doppelbüchse umgeschlossen und mit Hornady DGX 400 Grain nachgeladen – schneller, kontrollierterer Stop bei Folgeschuss.

Ein Jäger mit Repetierer (Bolt-Action) hat die Wahl, braucht sie aber praktisch nicht zu treffen. DGX 400 Grain ist der sinnvollere All-in-One-Geschoss: Ausreichende Penetration (immer noch >>5.400 J auf 100 m) kombiniert mit kontrollierter Expansion. Die Chance auf schnellen Stop ist höher als mit reiner Solid-Munition.

Waffen für .416 Rigby – Büchsen & Systeme

Die .416 Rigby wird ausschließlich in Magazinrepetierbüchsen (Bolt-Action) mit langer Magnum-Action verschossen. Es existieren keine Halbautomat-, AR-Plattform- oder sonstigen Selbstlader-Optionen. Die 73,66-mm-Hülsenlänge ist dafür zu groß; die 6.935-Joule-Mündungsenergie würde gängige Semi-Auto-Systeme überfordern. Bolt-Action ist die bewährte, zuverlässige Lösung – und für Großwildjagd völlig ausreichend.

Typische Action und Konstruktion

Die Mauser 98 Magnum ist der Standard. John Rigby & Co. entwickelten die .416 Rigby auf Basis der Mauser 98 Action und verstärkten sie für den Druck: zusätzliche Verriegelungsflächen, verstärkte Sperrflächen, präzise Fertigung. Ein originales John-Rigby-Gewehr nutzt das John-Rigby-System: eine lang entwickelte Mauser-98-Variante mit proprietären Verbesserungen.

Die Mauser 98 hat drei Locking Lugs (Verriegelungswarzen) – eine bewährte, redundante Konstruktion. Die lange Magnum-Action benötigt mindestens 95 Millimeter Magazinlänge für die 71,75-mm-COAL der .416 Rigby. Das begrenzt die Magazinkapazität typischerweise auf 3–4 Patronen – ausreichend für Jagd, aber nicht für typische Sport-Schießen.

Das Gesamtgewicht ist erheblich: .416-Rigby-Büchsen wiegen meist über 4,5 Kilogramm. Das dient zwei Zwecken: erstens, um den Rückstoß zu dämpfen (Impuls = Kraft × Zeit; mehr Masse = weniger Beschleunigung), und zweitens, um Stabilität für Präzision zu garantieren.

Dokumentierte Beispielmodelle

John Rigby & Co. Magnum Mauser 98 Rifles sind der Klassiker. Diese Custom-Rifles werden von dem Originalentwickler des Kalibers bis heute gebaut. Die Qualität ist legendär; ein John-Rigby-Gewehr ist eine Erbstück-Investition. Aktuelle Neuanfertigungen kosten >€15.000.

Harry Selby Rifles sind historisch bedeutsam. Harry Selby war ein legendärer Großwild-Professional Hunter aus Kenia, der die .416 Rigby popularisierte. Seine Rifles wurden auf Standard-Mauser-Action gebaut – nicht proprietär verbessert wie John Rigby, aber bewährt in Afrika über Jahrzehnte. Historische Exemplare sind Sammlerstücke; Nachbauten werden gelegentlich angeboten.

Moderne Serienmodelle und Datenlücke

Moderne Serienmodelle für .416 Rigby sind im Research nicht explizit dokumentiert. Das bedeutet nicht, dass es keine gibt – sondern dass deutsche und europäische Waffenhersteller .416 Rigby nicht als Standard-Produktionskaliber führen.

Größere Hersteller, die theoretisch .416 Rigby anbieten könnten, sind:

  • Mauser M98 – direkte Nachfolge der Rigby-Basis, lange Magnum-Action verfügbar
  • Blaser R8 – Wechselsystem erlaubt modulare Läufe in verschiedenen Kalibern; eine .416-Rigby-Variante werden jedoch meist als Sonderanfertigung oder Custom-Lauf realisiert Einordnung: Die .416 Rigby ist heute kein Serienkaliber, sondern ein klassisches Safari-Kaliber für Custom-Bauten. Verfügbarkeit besteht primär über Büchsenmacher, Sonderläufe oder historische Originale – genau das macht ihren Reiz für erfahrene Afrika-Jäger und Sammler aus.
Bleifreie Munition: Bleihaltig
Brand: Norma, Sako
Geschossgewicht: 25.9g, 29.2g
Geschosstyp: Solid, Teilmantel, Twinhead
Kaliber: .416 Rigby
Model: .416 Rigby
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