













Die .38 Super Auto ist eine spezialisierte Pistolenpatrone mit einer faszinierenden Geschichte und einem klaren modernen Einsatzgebiet. Entwickelt 1929 von Colt als Hochleistungs-Alternative zur .38 ACP, erlebte dieses Kaliber nach Jahrzehnten der Bedeutungslosigkeit seit den 1990er Jahren eine beeindruckende Renaissance – vor allem im IPSC-Sportschießen. Mit Mündungsgeschwindigkeiten von etwa 430 m/s und einer Mündungsenergie von rund 740 Joule bietet die .38 Super Auto heute eine attraktive Option für Sportschützen, die den Major Power Factor erreichen möchten.
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Die .38 Super Auto basiert auf einer verstärkten .38 ACP-Hülse und unterscheidet sich von ihrem Vorgänger durch erhöhte Druckbelastung. Der maximale Zünddruck nach SAAMI-Standard beträgt 2.482 bar (36.000 psi). Mit einem Geschossdurchmesser von 9,04 Millimetern (.356 Zoll), einer Hülsenlänge von 22,8 Millimetern und einer Gesamtpatronenlänge von 32,5 Millimetern passt die .38 Super Auto in spezielle 1911-Pistolen mit entsprechend angepasstem Lauf und Magazinen.
Die ursprüngliche Intention von Colt war ambitioniert: Das Kaliber sollte gegen die damals aufkommenden frühen Schutzwesten durchschlagen können. In den 1930er bis 1950er Jahren fand die .38 Super Auto eine gewisse Verbreitung, wurde aber letztlich von der 9-mm-Luger verdrängt. Erst mit der Etablierung des IPSC-Sports in den 1990er Jahren erlebte das Kaliber seine Wiederauferstehung – als Mittel zum Erreichen des Major Power Factors bei gleichzeitig moderaterem Rückstoß im Vergleich zur .45 ACP.
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Die .38 Super Auto wird primär mit Geschossgewichten zwischen 115 und 147 Grains angeboten, was etwa 7,5 bis 9,5 Gramm entspricht. Die am häufigsten anzutreffende Laborierung stammt von GECO: Diese bietet eine .38 Super Auto mit 124 Grains (8,0 Gramm) FMJ-Geschoss an, das eine Mündungsgeschwindigkeit von 430 m/s erreicht und dabei eine Mündungsenergie von etwa 740 Joule entwickelt. Die amerikanische Spitzenlaborierung von Cor-Bon/Glaser bietet 115 Grains mit 434 m/s und 125 Grains mit 411 m/s.
Bei typischen IPSC-Schießdistanzen von 7 bis 35 Metern bietet die .38 Super Auto eine flache Flugbahn und ausreichend Energie, um zuverlässig papierene Ziele zu durchschlagen. Die Ballistik ist optimiert für Kurzdistanz-Anwendungen – eine längere Reichweite, wie sie bei Büchsenkalibern üblich ist, gehört nicht zum Konzept dieser Pistolenpatrone. Für Distanzen über 50 Meter fällt die Energie merklich ab und der Ballistik-Vorteil gegenüber der klassischen 9-mm-Luger schmilzt zusammen.
Auf dem deutschsprachigen Markt ist die Munitionsauswahl für .38 Super Auto überschaubar. Das liegt daran, dass es sich um ein spezialisiertes Nischen-Kaliber handelt, das außerhalb des IPSC-Sports nur wenige Anhänger hat. Die häufigste verfügbare Option ist GECO mit ihrer Standard-Laborierung: 124 Grains FMJ (Art. 271840050) zu einem Preis von etwa 0,70 Euro pro Schuss (50er Packung, 35,00 Euro). Dies ist eine realistische Budget-orientierte Trainingsmunition für den regelmäßigen Einsatz auf dem Schießstand.
RWS bietet ebenfalls .38 Super Auto an, allerdings unter höherer Preisklasse und mit schwerer Verfügbarkeit. Die amerikanischen Spitzenlaborierungen von Cor-Bon/Glaser sind in Deutschland schwer zu beziehen – sie sind nicht nur Importware, sondern unterliegen auch strengeren behördlichen Anforderungen. Yugoimport, der jugoslawische Munitionshersteller, produziert ebenfalls .38 Super Auto, üblicherweise als preisgünstige FMJ-Militärüberschussware. Die Verfügbarkeit dieser Importe schwankt erheblich.
Der Standard-Geschosstyp ist das Vollmantel-Geschoss (FMJ – Full Metal Jacket), das ideal für Training und IPSC-Wettkämpfe konzipiert ist. Hollow-Point-Varianten (JHP) werden zwar von einzelnen Herstellern wie Cor-Bon angeboten, sind aber in Deutschland deutlich schwerer zu finden. Bleifreie Munition ist für .38 Super Auto bislang nicht dokumentiert.
Ein kritischer Punkt sei gleich zu Anfang geklärt: Für .38 Super Auto existieren ausschließlich Pistolen – keine Büchsen, keine Karabiner, keine halbautomatischen Langwaffen. Das Kaliber ist vollständig auf die Pistolenmunition ausgerichtet und benötigt speziell angepasste Handfeuerwaffen.
Die historische Plattform ist die Colt 1911 Government und ihre Varianten. Diese Original-Modelle werden heute von Sammlern geschätzt und sind auf dem Sekundärmarkt anzutreffen. Der Originalstand ist allerdings, dass die .38 Super Auto in modernen, preislich günstigen 1911-Systemen kaum noch angeboten wird. Stattdessen sind es vor allem Custom-Builder und spezialisierte Hersteller, die .38 Super Auto-Systeme für den IPSC-Sport anfertigen.
Moderne IPSC-Pistolen in .38 Super Auto basieren invariabel auf der 1911-Plattform, wurden aber für höhere Leistung optimiert. Typische Lauflängen liegen zwischen 4,25 und 5 Zoll (108 bis 127 Millimetern), wobei die 5-Zoll-Version (Standard 1911 Fullsize) am häufigsten anzutreffen ist. Diese Lauflängen ermöglichen die dokumentierten Geschwindigkeiten und den zuverlässigen Major Power Factor. Erwerb und Besitz einer .38 Super Auto-Pistole erfordern in Deutschland die Waffenbesitzkarte (WBK) und unterliegen dem Waffengesetz. Eine jagdliche Nutzung ist ausgeschlossen – .38 Super Auto bleibt eine reine Sportschützen-Patrone.
Die .38 Super Auto hat einen klaren Platz im IPSC-Sportschießen: Sie ist eine etablierte Major-Klasse-Patrone mit der Fähigkeit, den Power Factor von über 175.000 zu erreichen. Das ist besonders attraktiv für Sportschützen, die zwischen der .45 ACP und der 9-mm-Luger eine Alternative mit höherer Durchschlagskraft suchen. Mit 430 m/s Mündungsgeschwindigkeit und etwa 740 Joule Mündungsenergie (GECO 124 gr) liegt die .38 Super Auto deutlich über der 9-mm-Luger (~350 m/s, ~500 Joule), aber bietet einen gemäßigteren Rückstoß als die .45 ACP (~260 m/s, aber ~450 Joule mit gleicher Effizienz).
Im Steel Challenge und anderen dynamischen Disziplinen wird die .38 Super Auto ebenfalls geschätzt, allerdings ist IPSC die Hauptanwendung. Typische Schießdistanzen bewegen sich im Bereich von 7 bis 35 Metern – die Patrone ist für diese Entfernungen präzise und zuverlässig. Für Distanzen darüber hinaus ist die Ballistik nicht optimiert.
Die .38 Super Auto ist definitiv keine Jagdmunition. Das liegt nicht nur daran, dass Pistolenmunition jagdrechtlich in Deutschland unzulässig ist. Auch die ballistischen Eigenschaften und die verfügbaren Geschosstypen sind nicht auf die waidgerechte Jagd auf Schalenwild ausgerichtet. Wer Jagdmunition sucht, findet in etablierteren Kalibern wie .308 Winchester, .30-06 Springfield oder den neuen Europäer-Kalibern bessere Optionen.
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Die verfügbare Preisgruppe zeigt, dass .38 Super Auto ein Budget-freundliches Trainingskalibernot zu verwechseln mit „billig“ ist. GECO als etablierter deutscher Munitionshersteller positioniert sich mit 0,70 Euro pro Schuss im mittleren Segment. Das ist deutlich günstiger als die meisten JHP-Varianten (1,50–2,50 Euro pro Schuss) und günstiger als spezialisierte IPSC-Match-Munition von Cor-Bon.
Für regelmäßiges Training auf dem Schießstand ist die GECO-Laborierung ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. 50er-Packungen für etwa 35,00 Euro ermöglichen kosteneffizientes Üben. Wer aber auf der Suche nach Premium-Munition für Wettkämpfe ist, wird zu teureren Importen greifen müssen – die aber oft schwer zu beschaffen sind. Jugoslawische Militärüberschussware von Yugoimport kann preislich noch günstiger sein, allerdings variiert die Verfügbarkeit stark und die Qualitätskonsistenz ist manchmal fragwürdig.
Der internationale Markt bietet weitere Optionen wie Federal, Hornady oder private Handlader, die .38 Super Auto-Munition in spezialisierten Ausführungen anbieten. Diese sind aber in Deutschland nicht ohne weiteres verfügbar und unterliegen Importvorgaben.
Die .38 Super Auto ist eine etablierte und bewährte Patrone – allerdings mit sehr spezifischem Einsatzgebiet. Sie richtet sich an Sportschützen im IPSC-Major-Bereich, die eine Alternative zur .45 ACP mit höherer Geschwindigkeit bei moderaterem Rückstoß suchen. Mit der GECO-Laborierung (430 m/s, 740 Joule, 0,70 Euro pro Schuss) steht eine zuverlässige und bezahlbare Option zur Verfügung.
Sammler historischer Colt-Pistolen können ebenfalls auf .38 Super Auto zurückgreifen, um ihre Originalwaffen zu schießen – allerdings bleibt auch hier die Munitionssuche eine Herausforderung. Für Jäger ist das Kaliber uninteressant und rechtlich unzulässig. Für casual Sportschützen außerhalb des IPSC-Milieus gibt es mit der 9-mm-Luger oder .45 ACP bessere Alternativen mit höherer Verfügbarkeit.
Wer sich für .38 Super Auto interessiert, sollte vorher Kontakt mit lokalen IPSC-Verbänden oder erfahrenen Sportschützen aufnehmen. Sie können aktuelle Informationen zu Waffen-Verfügbarkeit, Munitionsbeschaffung und optimalen Laborierungen geben. Ein spezialisierter Waffenfachhandel ist bei der Pistolenbeschaffung unverzichtbar – Privatverkäufe erfordern polizeiliche Anmeldung und sind mit Risiken verbunden.
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