























































































































Die Bezeichnung 16×70 mm steht für die klassische Flintenpatrone im Kaliber 16 mit einer Hülsenlänge von 70 mm – ein Kaliber mit langer Geschichte, das in der Jagdwelt bis heute seine treue Anhängerschaft hat. Wer eine Flinte im Kaliber 16 besitzt oder sich für dieses Nischenkaliber interessiert, findet hier alle wichtigen Informationen zu Technik, Leistung und jagdlichem Einsatz.
Wichtiger Hinweis zur Datenlage: Die Schreibweise „16×70 mm“ ist nicht normiert. In der offiziellen C.I.P.-Nomenklatur lautet die korrekte Bezeichnung 16/70, gelegentlich auch als „16 Gauge 2¾ Zoll“ bezeichnet. Bei der Recherche für diese Seite lagen aus den C.I.P.- und SAAMI-Datenbanken keine verifizierten Normdaten zum Kaliber 16/70 vor. Alle technischen Angaben auf dieser Seite sind mit diesem Vorbehalt zu lesen. Sobald verifizierte Quellen vorliegen, wird die Seite aktualisiert.
Das Kaliber 16/70 ist eine Schrotpatrone (Flintenpatrone) mit einem Seelendurchmesser von etwa 16,8 mm und einer Hülsenlänge von 70 mm. Historisch liegt es zwischen dem verbreiteten Kaliber 12 (größerer Durchmesser, mehr Leistung) und dem kompakten Kaliber 20 (kleinerer Durchmesser, leichtere Waffen).
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | 16/70 (C.I.P.-Schreibweise) |
| Typ | Flintenpatrone (Schrot / Flintenlaufgeschoss) |
| Seelendurchmesser (nominal) | ca. 16,8 mm |
| Hülsenlänge (abgefeuert) | 70 mm |
| C.I.P. pmax | ca. 740 bar |
| Schrotvorlage (typisch) | 26–32 g |
| Flintenlaufgeschoss (typisch) | ca. 26–29 g |
| Mündungsgeschwindigkeit Schrot (V0) | ca. 370–420 m/s |
| Mündungsgeschwindigkeit Slug (V0) | ca. 400–450 m/s |
| Mündungsenergie Slug (~28 g) | grob ca. 2.200–2.800 J |
Das Kaliber 16 war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eines der meistverbreiteten Jagdkaliber in Europa. Erst danach verdrängte es das Kaliber 12 zunehmend – vor allem wegen der größeren Leistung und der breiteren Patronenauswahl. Gleichzeitig gewann das Kaliber 20 an Bedeutung, weil es leichtere Waffen ermöglicht. Heute hat das Kaliber 16 besonders in Frankreich und Deutschland noch eine treue Anhängerschaft.
Leistungsmäßig liegt das 16/70 mit typischen Schrotvorlagen von 26–32 g und Mündungsenergien von grob 2.200–2.800 J (Flintenlaufgeschoss) zwischen dem Kaliber 12/70 und dem Kaliber 20/70.
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Zu den Preisen lassen sich keine konkreten Angaben machen, da im Research keine Händlerdaten oder Packungspreise vorlagen. Aktuelle Angebote und Preisvergleiche für 16/70 Munition finden Sie direkt im Preisvergleich auf jagdpreisvergleich.de.
Mit dem Kaliber 16/70 liegt die effektive jagdliche Reichweite bei Schrot je nach Schrotgröße bei etwa 30–40 Metern. Mit Flintenlaufgeschossen (Slugs) sind unter guten Bedingungen Schüsse bis etwa 50–60 Meter vertretbar.
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen der jagdlich sinnvollen Distanz und der ballistischen Maximalreichweite. Jagdlich sinnvoll bedeutet: ausreichende Energie am Ziel und genug Präzision für einen sicheren, tierschutzgerechten Schuss. Der Gefahrenbereich hingegen beschreibt, wie weit ein Geschoss oder Schrotkorns theoretisch noch fliegen kann.
Beim Schrot liegt die maximale Gefahrenreichweite je nach Schrotgröße bei etwa 200–300 Metern. Bei Flintenlaufgeschossen kann dieser Wert auf bis zu 700–1.000 Meter ansteigen.
Das Kaliber 16/70 ist weder als Schrot- noch als Slug-Laborierung für Distanzen über 80–100 Meter geeignet. Flintenpatronen sind grundsätzlich auf kurze Distanzen ausgelegt. Flintenlaufgeschosse haben einen sehr niedrigen ballistischen Koeffizienten (BC), was bedeutet: Die Energie fällt mit wachsender Entfernung deutlich schneller ab als bei Büchsengeschossen.
Hinweis: Ballistische Daten für konkrete 16/70-Laborierungen werden ergänzt, sobald verifizierte Quellen vorliegen.
Das Kaliber 16/70 eignet sich am besten für die Niederwildjagd auf kurze bis mittlere Distanzen. Für Schalenwild kommen ausschließlich Flintenlaufgeschosse in Frage, und dabei gelten besondere gesetzliche Vorgaben.
Auf Drückjagden bis etwa 40–50 Meter können Rehwild, Schwarzwild und Damwild mit Flintenlaufgeschossen bejagt werden – sofern die jeweiligen Landesjagdgesetze dies zulassen. Die Verwendung von Flintenlaufgeschossen auf Schalenwild ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Jäger sollten die jeweils geltenden Vorschriften unbedingt prüfen, bevor sie Slugs auf Schalenwild einsetzen.
Zum Vergleich: Das Bundesjagdgesetz schreibt für Rehwild mindestens 1.000 Joule auf 100 Meter vor, für übriges Schalenwild mindestens 2.000 Joule auf 100 Meter. Diese Mindestanforderungen beziehen sich auf Büchsenpatronen; für Flinten mit Slugs können teils abweichende Regelungen in den Landesjagdgesetzen gelten.
Rotwild und anderes starkes Schalenwild sind mit 16/70 Slugs nur grenzwertig zu bejagen. Die Auftreffenergie sinkt auf Distanz rasch, und die Trefferpräzision von Flintenlaufgeschossen reicht für verantwortungsvolle Schüsse auf stärkeres Wild oft nicht aus. Für Gebirgsjagd, weite Distanzen oder Hochwild auf dem Ansitz über 50–60 Meter ist das Kaliber 16/70 grundsätzlich nicht geeignet.
In einigen Bundesländern und EU-weit in Feuchtgebieten ist Bleischrot bereits verboten – das EU-weite Verbot von Bleischrot in Feuchtgebieten gilt seit Februar 2023. Bleifreie Schrotmunition (Stahlschrot, Bismut, Tungsten-Matrix) ist als Ersatz erhältlich. Auch bleifreie Slugs existieren auf dem Markt. Zudem empfiehlt es sich, vor dem Einsatz von Stahlschrot die Eignung der Flinte zu prüfen, da nicht alle älteren Waffen für härtere Schrotmaterialien freigegeben sind.
Das Kaliber 16/70 deckt trotz seiner Nischenstellung ein breites Spektrum an Munitionstypen ab. Allerdings ist die Auswahl an Laborierungen und Produkten deutlich eingeschränkter als beim marktbeherrschenden Kaliber 12/70.
| Munitionstyp | Typisches Gewicht | Einsatz | Bleifrei verfügbar |
|---|---|---|---|
| Schrotpatrone (Bleischrot) | 26–32 g Vorlage | Niederwild, Flugwild | Nein |
| Schrotpatrone (Stahlschrot) | 24–28 g Vorlage | Niederwild, Flugwild (Feuchtgebiete) | Ja |
| Schrotpatrone (Bismut / Tungsten-Matrix) | 26–30 g Vorlage | Niederwild, Flugwild (Premium bleifrei) | Ja |
| Flintenlaufgeschoss Brenneke-Typ | 26–29 g | Drückjagd Schalenwild | Teils |
| Flintenlaufgeschoss Foster-Typ | 24–28 g | Drückjagd Schalenwild | Teils |
| Postenschrot / Buckshot | variabel | Schwarzwild (Drückjagd, wo zulässig) | Nein |
Als Standard-Laborierung im Kaliber 16 gilt nach allgemeinem Fachwissen eine Schrotvorlage von 28 g. Diese Ladung bietet eine gute Balance zwischen Muster, Rückstoß und Reichweite für die Niederwildjagd. Schwerere Vorlagen bis 32 g bringen mehr Energie auf kurze Distanz, erzeugen aber auch spürbar mehr Rückstoß.
Stahlschrot ist die günstigste bleifreie Alternative und in vielen Revieren mittlerweile Pflicht. Bismut eignet sich besonders für ältere Flinten, die nicht für Stahlschrot freigegeben sind, da es ähnliche Eigenschaften wie Bleischrot hat. Tungsten-Matrix-Patronen bieten als Premium-Option die beste Leistung unter den bleifreien Varianten, sind aber deutlich teurer. Für Slugs existieren ebenfalls bleifreie Ausführungen, deren genaue Verfügbarkeit im Kaliber 16/70 jedoch nicht recherchiert werden konnte.
Zu den Herstellern, die Munition im Kaliber 16/70 anbieten, zählen nach allgemeinem Fachwissen: Rottweil (Premium, Deutschland), GECO (Mittelklasse, Deutschland), Brenneke (Flintenlaufgeschosse, Premium, Deutschland), Sellier & Bellot (Budget bis Mittelklasse, Tschechien), FOB und Tunet (Frankreich, wo das Kaliber 16 noch weit verbreitet ist) sowie Fiocchi (Mittelklasse, Italien).
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Preisangaben sind nicht möglich, da keine Händlerdaten vorlagen. Als grobe Orientierung gilt: Sellier & Bellot und GECO sind im Budget- bis Mittelklasse-Segment angesiedelt, Fiocchi und FOB im Mittelfeld, während Rottweil und Brenneke zum Premium-Segment zählen.
Das Kaliber 16 ist ein Nischenkaliber. Die Auswahl an Neuwaffen ist heute stark eingeschränkt, und der Markt wird bei Flinten klar von Kaliber 12 dominiert. Viele Jäger, die Kaliber 16/70 schießen, greifen auf ältere oder gebrauchte Waffen zurück – der Gebrauchtmarkt ist in diesem Kaliber die wichtigste Bezugsquelle.
Die Bockdoppelflinte ist das klassische Jagdsegment für das Kaliber 16. Hersteller wie Browning und Beretta bieten – oder boten – einzelne Modelle im Kaliber 16 an, die Verfügbarkeit schwankt jedoch und sollte direkt beim Händler erfragt werden. Typische Lauflängen liegen für die Jagd zwischen 65 und 71 cm.
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Die Seitenflinte war historisch die verbreitetste Bauform für das Kaliber 16 und ist in Jagdkammern und auf dem Gebrauchtmarkt noch häufig anzutreffen. Neuanfertigungen sind selten und meist im höheren Preissegment angesiedelt.
Auch Pumpaction-Flinten im Kaliber 16 existieren, etwa ältere Modelle der Remington 870 in 16 Gauge. Ob diese aktuell lieferbar sind, konnte im Research nicht verifiziert werden. Die Auswahl ist in diesem Segment minimal.
Die Auswahl an Selbstlade-Flinten im Kaliber 16 ist sehr gering. Der Markt für Halbautomaten wird fast vollständig von Kaliber 12 dominiert. Interessenten sollten direkt bei spezialisierten Waffenhändlern nachfragen.
In deutschen Waffenkammern finden sich Kaliber-16-Schrotläufe häufig in älteren Drillingen. Diese kombinierten Waffen verbinden einen oder zwei Schrotläufe im Kaliber 16 mit einem Büchsenlauf und waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt. Für Drückjagden werden kürzere Lauflängen von etwa 55–65 cm bevorzugt.
Verwenden Sie in Ihren Flinten ausschließlich Patronen mit der passenden Hülsenlänge. In einer Flinte mit 70 mm Patronenlager dürfen keine 16/76 Magnum-Patronen verwendet werden. Die Patronenlagerangabe befindet sich auf der Waffe und sollte vor jedem Einsatz geprüft werden.
Zum Zeitpunkt der Recherche (03/2026) lagen keine Tests aus WILD UND HUND, VISIER, DWJ, Shooting Times, All4Shooters oder vergleichbaren Fachmedien speziell zum Kaliber 16/70 vor. Sobald verifizierte Testergebnisse verfügbar sind, werden sie hier ergänzt. Die nachfolgenden Praxiseinschätzungen basieren auf allgemeinem Fachwissen und dem Praxiskonsens erfahrener Jäger.
Ein häufig genannter Vorteil des Kalibers 16 ist der spürbar moderatere Rückstoß im Vergleich zu Kaliber 12/70 bei vergleichbarer Vorlage. Zudem sind Flinten in Kaliber 16 typischerweise leichter als ihre Kaliber-12-Pendants, was auf langen Reviergängen angenehm ist. Diese Kombination macht das Kaliber 16 besonders für Jäger attraktiv, die Wert auf eine handliche, rückstoßarme Flinte legen.
Bei Wildbretentwertung durch Flintenlaufgeschosse ist die Wirkung des Kalibers 16/70 vergleichbar mit Kaliber-12-Slugs, allerdings bei etwas geringerer Auftreffenergie. Auf kurze Drückjagddistanzen bis 40–50 Meter arbeiten gut platzierte Slugs zuverlässig. Bei Schrotpatronen auf Niederwild zeigt das Kaliber 16 auf typischen Flintenschussdistanzen bis 35 Meter volle Wirksamkeit.
Der am häufigsten genannte Kritikpunkt in der Praxis ist die eingeschränkte Munitionsverfügbarkeit. Wer eine Flinte im Kaliber 16 besitzt oder erbt, findet nach wie vor Munition – muss aber mit einer deutlich geringeren Auswahl an Laborierungen und teils höheren Stückpreisen rechnen als bei Kaliber 12. Das gilt besonders für Spezialladungen wie Premium-Slugs oder bleifreie Varianten.
Das Kaliber 16/70 ist kein Kaliber für jeden. Es bietet jedoch spezifische Stärken, die für bestimmte Jäger und Einsatzgebiete nach wie vor relevant sind.
Für Jäger, die eine leichte, rückstoßarme Flinte für die Niederwild- und Drückjagd auf kurze Distanzen schätzen und mit einer eingeschränkten Munitionsauswahl leben können, bleibt das Kaliber 16/70 eine praxistaugliche Option. Wer hingegen eine Neuanschaffung plant und Wert auf maximale Flexibilität bei Munition und Waffen legt, ist mit Kaliber 12/70 oder Kaliber 20/70 besser bedient.
Hinweis zur Datenlage: Diese Kategorieseite wird aktualisiert, sobald verifizierte C.I.P.-Daten, Herstellerangaben, Händlerpreise und Fachtests für das Kaliber 16/70 vorliegen.
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