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Jagdsaison-Start: Vorbereitung

12.04.2026

Key Takeaways ✓ Das Jagdjahr 2026/2027 bringt die bedeutendsten Rechtsänderungen seit Jahren – der Wolf…

Themen auf dieser Seite

Key Takeaways

  • Das Jagdjahr 2026/2027 bringt die bedeutendsten Rechtsänderungen seit Jahren – der Wolf wird erstmals ins Bundesjagdgesetz aufgenommen und kann ab 1. Juli regulär gejagt werden.
  • Hessen, Bayern und Baden-Württemberg reformieren ihre Jagdgesetze grundlegend – Fuchs, Waschbär und Nutria werden in mehreren Bundesländern ganzjährig jagdbar.
  • Die 7-Schritte-Checkliste zur Saisonvorbereitung deckt alle kritischen Aufgaben ab: Jagdschein verlängern, Rechtsänderungen prüfen, Waffe reinigen und einschießen, Ausrüstung checken, Abschussplan vorbereiten und Revier kontrollieren.
  • Schonzeitverstöße sind keine bloßen Ordnungswidrigkeiten – bei Vorsatz drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren, Geldstrafen und der Entzug des Jagdscheins.
  • Jagdzeiten und Vorschriften variieren je nach Bundesland erheblich – jeder Jäger muss die landesspezifischen Regelungen vor der Saison prüfen und ausdrucken.
  • Baden-Württemberg hat vom 16. Februar bis 15. April 2026 eine Jagdruhe – in dieser Zeit ist die Jagd auf nahezu alle Wildarten untersagt.

Jagdsaison-Start 2026: Die komplette Vorbereitung in 7 Schritten

Am 1. April 2026 beginnt das neue Jagdjahr – und für die rund 467.000 Jagdscheininhaber in Deutschland ist es höchste Zeit, die Vorbereitung abzuschließen. Genau 467.682 Jägerinnen und Jäger sind derzeit in Deutschland registriert – ein neuer Rekord. Doch dieses Jahr ist kein gewöhnlicher Jagdsaison-Start: Die Änderungen im Jagdrecht sind die weitreichendsten seit Jahren.

Viele Jäger unterschätzen den Aufwand, der vor dem 1. April 2026 nötig ist. Neue Landesjagdgesetze in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg verändern Jagdzeiten und Artenlisten grundlegend. Dazu kommt ein historischer Schritt: Der Wolf wird erstmals ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Wer diese Jagdsaison Vorbereitung 2026 vernachlässigt und die Änderungen nicht kennt, verstößt schnell gegen Schonzeiten – mit Konsequenzen von empfindlichen Bußgeldern bis hin zum Entzug des Jagdscheins.

Das Jagdjahr beginnt am 1. April und endet am 31. März des Folgejahres – bundesweit. Alle Jagdzeiten, Abschusspläne und Jagdschein-Gültigkeiten richten sich nach diesem Zeitraum, nicht nach dem Kalenderjahr. In diesem Guide erfährst du in 7 klar strukturierten Schritten alles, was vor dem Jagdjahr-Beginn am 1. April 2026 erledigt sein muss: Rechtliche Updates prüfen, Jagdschein verlängern, Ausrüstung checken, Waffe reinigen und einschießen, Abschussplan vorbereiten und das Revier in Augenschein nehmen.

Starten wir mit dem Wichtigsten: Was hat sich im Jagdrecht für 2026 geändert?

Neue Jagdgesetze 2026 – Was du vor dem Saisonstart wissen musst

Das Jagdrecht ändert sich 2026 so stark wie seit Jahren nicht mehr. Bevor du ins Revier gehst, musst du diese vier zentralen Neuerungen kennen. Zum besseren Verständnis zunächst einige wichtige Begriffe erklärt:

Das Jagdjahr läuft immer vom 1. April bis 31. März des Folgejahres. Alle Jagdzeiten, Abschusspläne und Jagdschein-Gültigkeiten orientieren sich an diesem Zeitraum – nicht am Kalenderjahr. Die Bundesjagdzeitenverordnung (BJagdZ) ist ein Bundesgesetz, das Mindest-Jagdzeiten für ganz Deutschland festlegt. Die einzelnen Bundesländer dürfen davon abweichen und eigene Jagdzeiten verkürzen oder verlängern. Deshalb müssen Jäger immer die Regeln ihres Bundeslandes prüfen. Unter Schonzeit versteht man den Zeitraum im Jagdjahr, in dem bestimmte Wildarten nicht gejagt werden dürfen. Die Schonzeit dient der Arterhaltung und soll die Aufzucht von Jungtieren sicherstellen – denn wenn Jungtiere ihre Eltern durch die Jagd verlieren, verhungern sie meist oder fallen Fressfeinden zum Opfer. Der Abschussplan schließlich ist eine behördlich genehmigte Vorgabe, wie viel Wild einer bestimmten Art und Klasse in einem Jagdrevier pro Jagdjahr erlegt werden darf. Schalenwild – also Wildtiere mit Hufen wie Reh, Hirsch oder Wildschwein – darf nur im Rahmen eines bestätigten Abschussplans bejagt werden.

Hier sind die vier wichtigsten Gesetzesänderungen ab April 2026:

1. Wolf ins Bundesjagdgesetz – Ein historischer Schritt

Der Bundestag hat am 5. März 2026 beschlossen, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Das ist eine der bedeutendsten Entscheidungen im deutschen Jagdrecht der letzten Jahrzehnte. Ab 1. April 2026 gelten folgende Regelungen: Sogenannte Problemwölfe – also Wölfe, die wiederholt Nutztiere reißen – dürfen ganzjährig entnommen werden. Die reguläre Wolf-Jagdzeit läuft vom 1. Juli bis 31. Oktober. Was als Problemwolf gilt, legen die zuständigen Behörden im Einzelfall fest. Jäger sollten sich hier genau informieren, bevor sie handeln.

2. Hessen-Reform ab 1. April 2026

Hessen modernisiert sein Jagdrecht zum Beginn des neuen Jagdjahres grundlegend. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Fuchs, Waschbär und Nutria sind ab sofort ganzjährig jagdbar (bisher gab es zeitliche Einschränkungen)
  • Die Jagdzeit für den Dachs wurde verlängert
  • Die Jägerprüfung wird modernisiert und an aktuelle Anforderungen angepasst

3. Bayern-Novelle ab April 2026

Bayern plant eine umfangreiche Novelle seines Jagdrechts, die ebenfalls ab April 2026 greifen soll. Die geplanten Änderungen:

  • Der Rehbock darf bereits ab dem 16. April bejagt werden – bisher galt der 1. Mai als Starttermin
  • Wolf und Goldschakal werden ins bayerische Jagdrecht aufgenommen
  • Für Rehwild soll die Abschussplanfreiheit kommen – das bedeutet, Jäger müssen für Rehwild keinen behördlich genehmigten Abschussplan mehr vorweisen

Ein konkretes Beispiel: Ein Jäger aus Bayern, der wie gewohnt am 1. Mai auf Rehbockjagd gehen will, könnte 2026 bereits am 16. April starten – wenn die Bayern-Novelle wie geplant in Kraft tritt.

4. Baden-Württemberg seit 21. Januar 2026

In Baden-Württemberg sind seit dem 21. Januar 2026 Marderhund, Waschbär und weitere invasive Arten – also eingewanderte Tierarten, die heimische Ökosysteme schädigen – ganzjährig jagdbar. Besonders wichtig für alle Jäger in diesem Bundesland: Es gilt eine Jagdruhe vom 16. Februar bis 15. April 2026. In dieser Zeit ruht die Jagd auf fast alle Wildarten zum Schutz der Tierwelt. Umgekehrt muss ein Jäger in Baden-Württemberg also wissen, dass er bis einschließlich 15. April keine reguläre Jagd ausüben darf.

Strafen bei Schonzeitverstößen – Das riskierst du

Wer Wild außerhalb der Jagdzeit erlegt, begeht eine Straftat – keine bloße Ordnungswidrigkeit. Die Konsequenzen können gravierend sein:

Die vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung von Schonzeitverboten ist ein Vergehen nach § 38 Bundesjagdgesetz (BJG). Bei Vorsatz drohen eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Bei Fahrlässigkeit – also einem versehentlichen Verstoß – sind bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe möglich. Zusätzlich kann eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden (dieser Wert gilt nach niedersächsischem Landesrecht; andere Bundesländer können höhere oder niedrigere Sätze haben). Bei wiederholten Verstößen droht außerdem der Entzug des Jagdscheins.

Wer also nicht genau weiß, welche Wildart wann jagdbar ist, sollte lieber einen Schuss weniger abgeben. Die Folgen eines Schonzeitverstoßes sind nicht nur rechtlicher, sondern auch jagdethischer Natur.

Hinweis: Stand März 2026 – Rechtliche Änderungen vorbehalten. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Im Zweifelsfall wende dich an deinen Landesjagdverband oder einen Fachanwalt für Jagdrecht. Einen umfassenden Überblick zu den Waffenrecht 2026: Alle Änderungen für Jäger findest du in unserem separaten Artikel.

Jagdzeiten 2026 nach Bundesland – Die wichtigsten Unterschiede

Die Bundesjagdzeitenverordnung legt zwar bundesweite Mindestjagdzeiten fest, aber die Bundesländer können eigene Regelungen erlassen – und diese haben Vorrang vor dem Bundesrecht. Das bedeutet: Die Jagdzeiten in Bayern sind andere als in Niedersachsen oder Hessen. Das Bundesrecht kommt nur dann zur Anwendung, wenn ein Bundesland keine eigene Regelung getroffen hat. Jäger müssen sich deshalb unbedingt über die in ihrem Bundesland geltenden Vorschriften informieren, bevor sie ins Revier gehen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Jagdzeiten 2026 in ausgewählten Bundesländern:

WildartBundeslandJagdzeit vonJagdzeit bisBesonderheit
Rehwild (Böcke)Bayern01.05. (ggf. 16.04.)15.10.Bayern-Novelle 2026 kann Beginn auf 16.04. vorziehen
Rehwild (Geißen/Kitze)Bayern01.09.15.01.
Rotwild (alle Klassen)Bayern01.08.31.01.
FuchsBayern01.01.31.12.Ganzjährig jagdbar
RehwildNiedersachsen01.04.Landesrechtlich geregeltAb Beginn des Jagdjahres
Grau-/KanadagansNiedersachsen16.07.Landesrechtlich geregelt
FuchsHessen01.04.2026GanzjährigNEU ab 2026 – bisher Einschränkungen
WaschbärHessen01.04.2026GanzjährigNEU ab 2026
NutriaHessen01.04.2026GanzjährigNEU ab 2026
Wolf (reguläre Jagdzeit)Bundesweit01.07.31.10.NEU ab 2026 – erstmals im Bundesjagdgesetz
Wolf (Problemwolf)BundesweitGanzjährigGanzjährigNEU ab 2026 – bei wiederholtem Nutztierriss

Quellen: Bundesjagdgesetz, Landesjagdgesetze Bayern, Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg; Stand März 2026

Saisonale Besonderheiten, die du kennen musst:

  • Jagdruhe in Baden-Württemberg: Vom 16. Februar bis 15. April 2026 ist die Jagd auf nahezu alle Wildarten in BW untersagt. Das dient dem Schutz der Wildtiere in der sensiblen Frühjahrssaison. Ausnahmen können für Schwarzwild und invasive Arten gelten.
  • Timing-Empfehlung: Die Jagdsaison Vorbereitung sollte spätestens Anfang März beginnen, damit alle Schritte – von der Jagdschein-Verlängerung bis zum Einschießen der Waffe – bis zum 1. April erledigt sind.

Schritt-für-Schritt: 7 Schritte zur perfekten Saisonvorbereitung

Dieser Abschnitt ist das Herzstück des Guides. Wer diese 7 Schritte vor dem 1. April abarbeitet, startet legal, sicher und gut ausgerüstet in das neue Jagdjahr. Die Jagdsaison Vorbereitung Checkliste lässt sich so Punkt für Punkt abhaken.

Schritt 1: Jagdschein prüfen und verlängern

Der erste und wichtigste Schritt: Den eigenen Jagdschein herausnehmen und prüfen, ob er am 31. März 2026 abläuft. Falls ja, muss sofort gehandelt werden. Den Verlängerungsantrag stellst du bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde – das ist die Behörde im Landkreis oder der kreisfreien Stadt, die für Jagdangelegenheiten zuständig ist. Du kannst deinen Jagdschein für ein Jagdjahr oder für drei Jagdjahre verlängern lassen.

Benötigte Unterlagen:

  • Alter Jagdschein
  • Nachweis einer gültigen Jagdhaftpflichtversicherung (Pflicht: Mindestdeckung 500.000 € für Personenschäden, 50.000 € für Sachschäden)
  • Aktuelles Lichtbild (Passfoto)
  • Gebühr (je nach Bundesland unterschiedlich)

Was kostet die Verlängerung? Die Kosten variieren je nach Bundesland erheblich. Nordrhein-Westfalen erhebt die günstigsten Gebühren: Der Jahresjagdschein kostet dort nur 35 Euro, für zwei Jahre zahlt man 50 Euro, für drei Jahre lediglich 65 Euro. In Hamburg hingegen werden für einen einfachen Jahresjagdschein 113,40 Euro fällig. Als grober Richtwert gilt: Mit 100 bis 200 Euro pro Jahr sollte man rechnen – je nach Bundesland und gewählter Laufzeit. Einen detaillierten Jagdschein Kosten: Bundesländer-Vergleich findest du in unserem separaten Artikel.

Warum ist das so wichtig? Wer es bisher noch nicht geschafft hat, den Jagdschein zu verlängern, sollte das in den nächsten Tagen unbedingt nachholen. Denn ohne gültigen Jagdschein kann die Behörde die Waffenbesitzkarte widerrufen. Außerdem ist der Besitz von Langwaffenmunition nach § 13 Waffengesetz ohne gültigen Jagdschein verboten. Das bedeutet: Ein abgelaufener Jagdschein hat unmittelbar waffenrechtliche Konsequenzen.

Häufiger Fehler: Zu spät beantragen. Viele Behörden benötigen mehrere Wochen Bearbeitungszeit. Unser Tipp: Lege dir eine Erinnerung 8 Wochen vor Ablauf an – also spätestens Anfang Februar.

Zeitaufwand: 30 Minuten für den Antrag; mehrere Wochen Wartezeit bei der Behörde einplanen.

Schritt 2: Rechtliche Änderungen für dein Bundesland recherchieren

Selbst wer seinen Jagdschein pünktlich verlängert hat, kann gegen Schonzeiten verstoßen – wenn er sich auf veraltete Informationen verlässt. Deshalb ist dieser Schritt in der Jagdsaison Vorbereitung 2026 besonders wichtig.

Was genau tun: Die Website des zuständigen Landesjagdverbandes oder des Landesministeriums aufrufen und prüfen, ob sich Jagdzeiten, Artenlisten oder Vorschriften geändert haben. Konkret prüfen:

  • Wurde der Wolf in die Jagdzeiten des eigenen Bundeslandes aufgenommen?
  • Gibt es neu ganzjährig bejagbare Arten (z. B. Waschbär, Nutria, Marderhund)?
  • Haben sich Schonzeiten für Schalenwild oder Federwild verschoben?

Erstelle einen Ausdruck der aktuellen Jagdzeiten-Tabelle für dein Bundesland und bewahre ihn im Jagdrucksack auf. Die Bundesjagdzeitenverordnung ist dabei nur die Basis – das eigene Landesjagdgesetz hat Vorrang. Vor allem in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg treten 2026 umfangreiche Neuerungen in Kraft.

Häufiger Fehler: Sich auf die Jagdzeiten-Tabelle aus dem Vorjahr verlassen. Gerade 2026 ändern sich in mehreren Bundesländern die Regeln grundlegend. Was letztes Jahr richtig war, kann dieses Jahr bereits ein Verstoß sein.

Zeitaufwand: 30 bis 60 Minuten.

Schritt 3: Waffe reinigen und warten

Die jagdarme Zeit neigt sich dem Ende, und es ist Zeit, die Jagdbüchse aus dem Winterschlaf zu holen. Im Grunde ist die Grundidee einfach: Wir entfernen alle alten Öle, prüfen, ob der Lauf sauber ist – und schießen die Waffe danach neu an. Eine regelmäßige Waffenreinigung ist nicht nur eine Frage der Präzision, sondern auch der Sicherheit und der Lebensdauer der Waffe.

Benötigte Materialien für die Waffenreinigung:

  • Putzstock (Carbon empfohlen) mit kalibergenauer Bürste
  • Reinigungsfilze und Patches (passend zum Kaliber)
  • Waffenöl (z. B. Ballistol, Brunox oder vergleichbar) zur Konservierung
  • Chemischer Laufreiniger (z. B. Robla Solo MIL) zum Entfernen von Geschossrückständen
  • Schaftöl für Holzschäfte
  • Reinigungstücher, ggf. Handschuhe
  • Als schnelle Alternative: Boresnake – eine Reinigungsschnur mit integrierten Bürsten, die einfach durch den Lauf gezogen wird
  • Ungefährer Preis für ein vollständiges Waffenpflegeset: ab ca. 25 bis 40 Euro

Ablauf der Grundreinigung Schritt für Schritt:

  1. Waffe entladen und vollständige Sicherheitskontrolle durchführen
  2. Waffe auf einer Reinigungsunterlage sicher fixieren
  3. Äußere Teile mit Tuch und Waffenöl reinigen
  4. Lauf mit chemischem Reiniger behandeln, Einwirkzeit 10 bis 15 Minuten
  5. Rückstände mit Filzen oder Bürsten entfernen, bis die Filze sauber herauskommen
  6. Lauf mit Waffenöl konservieren
  7. Verschluss und Schloss reinigen und leicht fetten
  8. Holzschaft mit Schaftöl pflegen

Worauf achten: Bei richtiger Pflege hält eine Waffe länger als ein Jägerleben. Wird falsch geputzt, kann es schnell zu Rostbildung oder Treffpunktveränderungen kommen. Nach einer chemischen Reinigung sollte die Büchse außerdem neu eingeschossen werden. Die Waffe stets trocken, ungespannt, gut belüftet und sicher im Waffenschrank aufbewahren.

Häufiger Fehler: Die Waffe nach dem Winter nicht reinigen und direkt in die Jagdsaison starten. Alte Ölreste im Lauf können den ersten Schuss „verfettet“ machen – das Geschoss verhält sich dann anders als gewohnt, und die Treffpunktlage verschiebt sich. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Wild nur angeschossen statt sauber erlegt wird.

Zeitaufwand: 45 bis 90 Minuten pro Waffe.

Schritt 4: Waffe auf dem Schießstand einschießen

Vor jeder neuen Jagdsaison muss die Treffpunktlage der Waffe auf dem Schießstand kontrolliert werden. „Einschießen“ bedeutet: Man gibt auf 100 Meter Entfernung mehrere Schüsse auf eine Zielscheibe ab, um zu prüfen, ob die Büchse noch dorthin trifft, wo das Absehen – also das Fadenkreuz im Zielfernrohr – zeigt. Das Einschießen einer neuen Waffe, eines neuen Zielfernrohrs oder neuer Munition sowie der Kontrollschuss vor der neuen Jagdsaison steht für einen Großteil der Jäger in diesem Zeitraum auf der To-Do-Liste. Eine ausführliche Büchse einschießen: Anleitung mit allen Details findest du in unserem separaten Ratgeber.

So geht man vor: Möchte man die Waffe lediglich überprüfen, sollte mindestens eine sogenannte Dreier-Gruppe geschossen werden. Das bedeutet: Drei Schüsse mit identischem Haltepunkt auf dieselbe Stelle der Scheibe. Liegen alle drei Treffer eng beieinander – idealerweise unter 3 cm auf 100 Meter – ist die Waffe in Ordnung. Liegt die Gruppe daneben, muss das Zielfernrohr nachjustiert werden.

Was zum Schießstand mitbringen:

  • Büchse inkl. Schalldämpfer (wenn vorhanden)
  • Gehörschutz (Pflicht auf dem Schießstand)
  • Ausreichend Munition (Jagdmunition und ggf. günstigere Übungsmunition)
  • Jagdschein und Waffenbesitzkarte
  • Schießauflage (Sandsack oder Zweibein)
  • Anschussscheiben (Zielscheiben mit Treffermarkierung)
  • Werkzeug zum Verstellen des Zielfernrohrs
  • Ausreichend Bargeld für Standgebühren

Häufiger Fehler: Nur einen einzigen „Kontrollschuss“ abgeben und sich damit zufriedengeben. Ein einzelner Schuss sagt nichts Verlässliches aus – er könnte ein Glückstreffer oder ein Schützenfehler sein. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, sind immer mehrere Schüsse mit identischem Haltepunkt notwendig.

Zeitaufwand: Plane für das einfache Einschießen bzw. Überprüfen der Waffe etwa 45 Minuten Schießzeit und ca. 15 Schuss Munition ein.

Schritt 5: Ausrüstung checken und ergänzen

Bevor die Jagdsaison startet, sollte die komplette Jagdausrüstung gesichtet, auf Vollständigkeit geprüft und funktionstüchtig gemacht werden. Abgenutzte oder beschädigte Gegenstände müssen ersetzt werden.

Checkliste Grundausrüstung Jagd:

  • Jagdbekleidung: Wettergerecht, nach Schichtprinzip, Signalfarbe für Gesellschaftsjagden nicht vergessen
  • Jagdstiefel: Wasserdicht und geländetauglich – Sohlen auf Profil prüfen
  • Fernglas: Optik auf Klarheit und Mechanik prüfen; Linsen reinigen
  • Jagdmesser: Schärfe prüfen, ggf. nachschleifen oder professionell schleifen lassen
  • Stirn- oder Taschenlampe: Batterien und Akkus prüfen, ggf. ersetzen
  • Gehörschutz: Funktion elektronischer Kapselgehörschützer testen
  • Jagdrucksack: Auf Vollständigkeit und Reißverschlüsse prüfen
  • Erste-Hilfe-Set: Verbandsmaterial auf Vollständigkeit und Haltbarkeit prüfen
  • Sitzunterlage: Isolierende Unterlage für den Ansitz auf dem Hochsitz
  • Wildbergehilfe: Gurt oder Wanne zum sicheren Transport erlegten Wilds
  • Munition: Ausreichenden Vorrat sichern; Haltbarkeit prüfen; ggf. bleifreie Munition besorgen – in einigen Bundesländern und an Gewässern ist bleifreie Munition Pflicht

Worauf besonders achten: In Bayern und Baden-Württemberg ist Bleischrot an Gewässern verboten – dort ist ausschließlich bleifreie Munition erlaubt. Wer in diesen Bundesländern jagt, sollte entsprechende Patronen rechtzeitig besorgen.

Häufiger Fehler: Optik nicht prüfen. Ferngläser und Zielfernrohre können durch Stöße dejustiert werden oder durch Feuchtigkeit im Inneren beschlagen. Vor der Saison immer die Sauberkeit der Linsen und die Funktionstüchtigkeit der Verstellmechanik kontrollieren. Beschlagene Optik kann im Dunkeln über die Brauchbarkeit einer Waffe täuschen.

Zeitaufwand: 1 bis 2 Stunden.

Schritt 6: Abschussplan und Reviervorbereitung

Wer auf Schalenwild jagen möchte, braucht einen gültigen Abschussplan. Dieser muss bei der Unteren Jagdbehörde abgestimmt und bestätigt sein. Den Abschussplan für das neue Jagdjahr 2026/2027 sollte man rechtzeitig vor dem 1. April einreichen oder vom Vorjahr übernehmen lassen, sofern er genehmigt ist.

Neben dem Abschussplan steht die Reviervorbereitung an:

  • Hochsitze kontrollieren: Jede Kanzel im Revier persönlich auf Stabilität und Sicherheit prüfen. Auf morsche Sprossen, lockere Schrauben und wacklige Plattformen achten. Unfallverhütungsvorschriften schreiben eine jährliche Kontrolle vor.
  • Kirrungen erneuern: Kirrungen sind kleine Futterplätze für Schwarzwild, die mit geringstmöglicher Futtermenge bestückt werden, um das Wild an bestimmte Stellen zu locken. Diese sollten für die neue Saison erneuert werden.
  • Wildkameras überprüfen: Batterien wechseln, SD-Karten austauschen und Ausrichtung der Kamerafallen prüfen.
  • Salzlecken auffüllen: Diese Mineralstoffstellen für das Wild (besonders für Schalenwild wie Rotwild und Rehwild) sollten rechtzeitig aufgefüllt werden.

Worauf achten: In Bayern kommt möglicherweise die Abschussplanfreiheit für Rehwild. Dann entfällt dort die Pflicht, den Rehwild-Abschuss vorher genehmigen zu lassen. In allen anderen Bundesländern gilt jedoch weiterhin: Schalenwild – also Reh, Rot-, Dam- oder Muffelwild – darf nur erlegt werden, wenn der Abschussplan behördlich bestätigt ist. Wer ohne genehmigten Plan schießt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Häufiger Fehler: Hochsitze nicht vor der Saison auf Sicherheit prüfen. Die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (VSG 4.4) schreibt eine jährliche Kontrolle vor. Defekte Hochsitze sind ein häufiger Unfallgrund – ein Sturz kann tödlich enden.

Zeitaufwand: 1 bis 2 Tage, je nach Reviergröße und Anzahl der Einrichtungen.

Schritt 7: Jagdhund vorbereiten

Wer mit einem Jagdhund jagt, muss diesen ebenfalls auf die neue Saison vorbereiten. Ein gesunder, gut ausgebildeter Hund ist nicht nur ein treuer Begleiter, sondern in vielen Situationen gesetzlich vorgeschrieben.

Was genau tun:

  • Tierarztbesuch: Impfungen auffrischen, Entwurmung durchführen lassen und allgemeinen Gesundheitscheck absolvieren. Rechtzeitig vor der Saison einen Termin buchen.
  • Brauchbarkeitsnachweis prüfen: Der Brauchbarkeitsnachweis ist eine amtliche Bestätigung, dass der Hund für die Jagd geeignet ist. Prüfen, ob er noch gültig ist oder erneuert werden muss.
  • Training auffrischen: Gehorsamkeit, Apportieren, Verweisen und Nachsuche (= das Suchen und Finden angeschossenen Wilds) regelmäßig trainieren, besonders wenn der Hund in der jagdarmen Zeit weniger gearbeitet hat.

Worauf achten: Für Drückjagden – also Jagdformen, bei denen Treiber und Hunde das Wild den Schützen zutreiben – ist in vielen Bundesländern die Verwendung eines brauchbaren Jagdhundes gesetzlich vorgeschrieben. Wer keinen brauchbaren Hund nachweisen kann, darf in diesen Bundesländern nicht an der Drückjagd teilnehmen.

Zeitaufwand: Tierarztbesuch ca. 1 Stunde; das Training sollte über mehrere Wochen vor der Saison aufgebaut werden.

5 häufige Fehler bei der Saisonvorbereitung – und wie du sie vermeidest

Selbst erfahrene Jäger machen bei der Saisonvorbereitung immer wieder dieselben Fehler. Hier sind die fünf häufigsten – und wie du sie gezielt vermeidest.

Fehler 1: Jagdschein nicht rechtzeitig verlängert

Wer zu spät bei der Behörde erscheint, steht am 1. April ohne gültigen Schein da. Die Folgen sind schwerwiegend: ohne Jagdschein kann die Waffenbesitzkarte widerrufen werden und der Besitz von Munition wird illegal. Außerdem darf man schlicht nicht jagen. Die Lösung ist einfach: Spätestens 8 Wochen vor Ablauf – also Anfang Februar – den Antrag bei der Unteren Jagdbehörde stellen. Viele Behörden brauchen mehrere Wochen Bearbeitungszeit. Mehr dazu in unserem Artikel Jagdschein machen 2025: Kosten & Ablauf nach Bundesland.

Fehler 2: Veraltete Jagdzeiten-Tabelle

Sich auf die Tabellen aus dem Vorjahr zu verlassen, ist 2026 besonders gefährlich. In Hessen, Bayern und Baden-Württemberg ändern sich die Jagdzeiten grundlegend. Die Lösung: Jedes Jahr vor dem 1. April die aktuelle Landesjagdverordnung auf der Website des zuständigen Ministeriums oder Landesjagdverbandes prüfen und ausdrucken.

Fehler 3: Waffe nicht eingeschossen

Transport, Temperaturschwankungen und die Lagerung im Waffenschrank können die Treffpunktlage der Büchse verändern – ohne dass es äußerlich erkennbar ist. Wer das nicht prüft, riskiert angeschossenes Wild. Die Lösung: Vor jeder neuen Saison mindestens 3 Kontrollschüsse auf dem Schießstand abgeben. Drei Schüsse in enger Gruppe auf 100 Meter zeigen zuverlässig, ob die Waffe noch stimmt.

Fehler 4: Bleimunition in Verbotsgebieten verwenden

In Bayern und Baden-Württemberg ist Bleischrot an Gewässern verboten. In einigen Schutzgebieten können weitere Einschränkungen gelten. Wer trotzdem Blei einsetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Lösung: Vor der Saison prüfen, ob im eigenen Bundesland oder im konkreten Jagdgebiet Bleimunitionsverbote gelten. Im Zweifel bleifreie Jagdkugelpatronen verwenden – sie bieten bei vielen Kalibern inzwischen eine gleichwertige Präzision.

Fehler 5: Hochsitze nicht auf Sicherheit kontrolliert

Ein Hochsitz, der über den Winter gelitten hat, kann zur tödlichen Falle werden. Morsche Sprossen, lockere Nägel und wacklige Plattformen sind häufige Unfallursachen. Die Lösung: Vor Saisonstart jeden Hochsitz im Revier persönlich kontrollieren. Die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (VSG 4.4) schreibt eine regelmäßige Kontrolle vor. Defekte Teile sofort reparieren oder den Hochsitz sperren.

5 Praxis-Tipps für einen erfolgreichen Jagdsaison-Start 2026

Neben der Pflicht-Vorbereitung gibt es einige praktische Tipps, die das neue Jagdjahr deutlich entspannter und erfolgreicher machen.

Tipp 1: Digitale Jagdzeiten-Übersicht erstellen

Lade die aktuellen Jagdzeiten deines Bundeslandes als PDF herunter oder nutze eine Jagd-App. So hast du die Zeiten für Rehwild, Schwarzwild, Federwild und Co. auch unterwegs im Revier griffbereit – und vermeidest versehentliche Schonzeitverstöße. Viele Landesjagdverbände bieten solche Übersichten kostenlos zum Download an.

Tipp 2: Trockentraining zu Hause nutzen

Eine einfache und kostengünstige Ergänzung zum Schießstandbesuch ist das Trockentraining zuhause. Du bist zeitlich unabhängig und kannst jederzeit üben. Trockentraining bedeutet: Mit der entladenen Waffe den Zielvorgang und das Abziehen üben – ohne scharfe Munition. Durch regelmäßiges Trockentraining verbesserst du vor allem die Grundlage für einen sicheren Schuss: eine gleichmäßige und ruckfreie Betätigung des Abzugs. 10 Minuten täglich über einige Wochen bringen dabei mehr als ein einzelner hastiger Schießstandbesuch.

Tipp 3: Munitionsvorrat frühzeitig sichern

In den Wochen vor dem 1. April sind beliebte Kaliber wie .308 Win., 8×57 mm IS oder .30-06 Spr. oft vergriffen. Kaufe rechtzeitig ausreichend Jagdmunition und günstigere Übungspatronen für das Schießtraining. Prüfe außerdem die Haltbarkeit älterer Munition im Waffenschrank – Patronen können mit der Zeit ausgasen und Korrosion verursachen. Alte oder beschädigte Munition sollte fachgerecht entsorgt werden.

Tipp 4: Jagdversicherung überprüfen

Neben der Pflicht-Jagdhaftpflichtversicherung (Mindestdeckung: 500.000 € für Personenschäden, 50.000 € für Sachschäden) lohnt ein Blick auf Zusatzversicherungen. Besonders sinnvoll sind eine Jagdunfallversicherung und – wer mit Hund jagt – eine Jagdhunde-OP-Versicherung. Vor der Saison prüfen, ob die Police für das gesamte neue Jagdjahr 2026/2027 gültig ist und die Deckungssummen noch ausreichen.

Tipp 5: Bundesjägertag 2026 vormerken

Der Bundesjägertag findet vom 3. bis 4. Juli 2026 in Suhl (Thüringen) statt. Er ist die wichtigste Veranstaltung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und bietet aktuelle Informationen zu Jagdpolitik, Gesetzesänderungen und Praxisthemen. Besonders in diesem Jahr – mit der Wolf-Jagdzeit als neuem Thema – werden die Diskussionen und Beschlüsse des Bundesjägertags richtungsweisend sein. Wer sich für die Weiterentwicklung des Jagdrechts interessiert, sollte den Termin im Kalender notieren.

Häufige Fragen zum Jagdsaison-Start 2026

Wann beginnt das Jagdjahr in Deutschland?

Das Jagdjahr beginnt bundesweit am 1. April und endet am 31. März des Folgejahres. Alle Jagdzeiten, Schonzeiten und Abschusspläne orientieren sich an diesem Zeitraum – nicht am Kalenderjahr. Auch der Jahresjagdschein wird auf Basis des Jagdjahres ausgestellt: Er gilt immer bis zum 31. März, unabhängig davon, wann er beantragt oder verlängert wurde. Das Jagdjahr 2026/2027 beginnt also am 1. April 2026 und endet am 31. März 2027.

Sind die Jagdzeiten in allen Bundesländern gleich?

Nein, die Jagdzeiten sind nicht in allen Bundesländern gleich. Die Bundesjagdzeitenverordnung legt zwar bundesweite Mindestjagdzeiten fest, aber jedes Bundesland kann eigene Zeiten festlegen, die Vorrang vor dem Bundesrecht haben. Das bedeutet: In Bayern gelten andere Jagdzeiten als in Niedersachsen oder Hessen. Landesspezifische Vorschriften haben Vorrang vor dem Bundesrecht, das nur dann zur Anwendung kommt, wenn ein Bundesland keine eigene Regelung getroffen hat. Vor jeder Jagd muss man deshalb die Landesjagdverordnung des Bundeslandes prüfen, in dem man jagt. Besonders 2026 gibt es in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg umfangreiche Änderungen, die Jäger kennen müssen.

Welche wichtigen Änderungen gibt es im Jagdrecht ab April 2026?

Die drei größten Neuerungen ab April 2026 im Überblick: Erstens wird der Wolf ab 1. April 2026 ins Bundesjagdgesetz aufgenommen – Problemwölfe dürfen ganzjährig entnommen werden, die reguläre Wolf-Jagdzeit läuft vom 1. Juli bis 31. Oktober. Zweitens modernisiert Hessen sein Jagdrecht: Fuchs, Waschbär und Nutria sind ab sofort ganzjährig jagdbar, und die Dachs-Jagdzeit wurde verlängert. Drittens plant Bayern eine Novelle, die den Rehbock-Jagdbeginn auf den 16. April vorzieht und Abschussplanfreiheit für Rehwild vorsieht. In Baden-Württemberg sind zudem seit Januar 2026 mehrere invasive Arten wie Marderhund und Waschbär ganzjährig jagdbar.

Was kostet die Verlängerung des Jagdscheins?

Die Kosten für die Jagdschein-Verlängerung variieren je nach Bundesland erheblich. Nordrhein-Westfalen ist am günstigsten: Hier kostet der Jahresjagdschein nur 35 Euro, der Zweijahresschein 50 Euro und der Dreijahresschein 65 Euro. In Hamburg zahlt man für den Jahresjagdschein 113,40 Euro. In Berlin kostet der Dreijahresschein 201,50 Euro. In Baden-Württemberg legen die einzelnen Stadt- und Landkreise die Gebühren selbst fest, sodass die Preise dort variieren können. Als grober Richtwert gilt: 100 bis 200 Euro pro Jahr – je nach Bundesland und gewählter Laufzeit. Wer einen Dreijahresschein löst, zahlt in den meisten Bundesländern weniger als für drei einzelne Jahresscheine.

Gibt es in Baden-Württemberg eine Jagdruhe?

Ja. In Baden-Württemberg gilt vom 16. Februar bis 15. April 2026 eine allgemeine Jagdruhe. In dieser Zeit ist die Jagd auf nahezu alle Wildarten untersagt. Dies dient dem Wildschutz, insbesondere der ungestörten Aufzucht von Jungtieren im Frühling. Ausnahmen können für Schwarzwild (Wildschwein) und bestimmte invasive Arten gelten. Jäger in Baden-Württemberg müssen hier die aktuelle Landesverordnung sorgfältig prüfen, um in dieser Periode keine unbeabsichtigten Verstöße zu begehen.

Muss ich meine Waffe vor jeder Saison einschießen?

Eine gesetzliche Pflicht zum Einschießen vor jeder Saison gibt es nicht. Allerdings gehört es zur jagdlichen Sorgfaltspflicht und zum Grundsatz des waidgerechten Jagens. Durch Transport, Temperaturschwankungen und die Lagerung im Waffenschrank kann sich die Treffpunktlage einer Büchse verändern – ohne dass es äußerlich erkennbar ist. Fachleute empfehlen daher, vor jeder neuen Jagdsaison mindestens drei Kontrollschüsse auf 100 Meter auf dem Schießstand abzugeben. Einige Bundesländer verlangen zudem einen Schießnachweis als Voraussetzung für die Teilnahme an Gesellschaftsjagden wie Drückjagden.

Welche Bußgelder drohen bei Schonzeitverstößen?

Wer Wild außerhalb der Jagdzeit bejagt, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit – bei Vorsatz sogar eine Straftat. Die Höhe der Bußgelder hängt vom Bundesland und der Schwere des Verstoßes ab. In Niedersachsen können Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Schonzeitverstößen mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Bei vorsätzlichen Verstößen gegen die Schonzeit drohen nach § 38 BJG sogar Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder empfindliche Geldstrafen. Bei fahrlässigen Verstößen sind bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe möglich. Wiederholte Verstöße können zudem zum Entzug des Jagdscheins führen. Die genauen Sätze variieren je nach Bundesland.

Fazit – Gut vorbereitet in den Jagdsaison-Start 2026

Das Jagdjahr 2026/2027 bringt die bedeutendsten Rechtsänderungen seit Jahren. Drei Erkenntnisse sollte jeder Jäger mitnehmen:

Erstens: Die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz und die umfangreichen Landesreformen in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg verändern das Jagdrecht grundlegend. Wer diese Änderungen nicht kennt, riskiert empfindliche Strafen – bis hin zum Entzug des Jagdscheins.

Zweitens: Eine systematische Jagdsaison Vorbereitung in 7 Schritten – vom Jagdschein über die Waffenpflege und das Einschießen bis zur Revierkontrolle – stellt sicher, dass man am 1. April legal, sicher und gut ausgerüstet ins neue Jagdjahr starten kann. Diese Checkliste ist kein bürokratischer Aufwand, sondern eine Investition in ein erfolgreiches und sicheres Jagdjahr.

Drittens: Wenige Tage Vorbereitung – Schießstand, Revierbegehung, Rechtsrecherche – zahlen sich über das gesamte Jagdjahr aus. Durch mehr Sicherheit, weniger rechtliches Risiko und besseren Jagderfolg.

Vorbereitung ist kein lästiger Pflichttermin, sondern die Grundlage für ein erfolgreiches Jagdjahr. 2026 gilt das mehr denn je – denn wer die neuen Regeln kennt und befolgt, kann mit ruhigem Gewissen ins Revier gehen.

Ein Ausblick: Der Bundesjägertag vom 3. bis 4. Juli 2026 in Suhl wird zeigen, wie die neuen Regelungen – insbesondere die Wolf-Jagdzeit – in der Praxis ankommen. Weitere Landesreformen sind bereits in der Diskussion. Jäger sollten die politischen Entwicklungen im Jagdrecht weiterverfolgen, um auch in den kommenden Jahren auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Jetzt die 7-Schritte-Checkliste abarbeiten – dann ist am 1. April alles erledigt. Auf jagdpreisvergleich.de findest du die passende Jagdausrüstung, Munition und Schalldämpfer zum besten Preis – damit du gut vorbereitet in dein bestes Jagdjahr startest.