
Wer die FAIR Game kaufen möchte, erhält eine Bockdoppelflinte, die seit 1971 für die Niederwildjagd konzipiert wird und dabei italienische Handwerkskunst mit einem bewährten Keilverschluss-System und dem hauseigenen Inner-Technichoke XP50-Wechselchoke-System verbindet. Mit einem Abgabegewicht von 3.450 g und einer Preisrange von 3.250 bis 3.399 € im deutschen Handel positioniert sich die Flinte klar im gehobenen Mittelfeld.
Hinter der Marke FAIR steht die F.A.I.R. S.r.l. (Fabbrica Armi Isidoro Rizzini), ein traditionsreiches Familienunternehmen aus Gardone Val Trompia im Valtrompia-Tal bei Brescia – dem historischen Zentrum der italienischen Waffenherstellung. Seit der Markteinführung der Modellreihe 1971 hat das Unternehmen die Game-Baureihe kontinuierlich weiterentwickelt, ohne den handwerklichen Charakter aufzugeben.
Die Flinte richtet sich in erster Linie an Niederwildjäger: Taubenjagd, Hasenjagd und Fasanenjagd zählen zu den klassischen Einsatzbereichen. Zudem eignet sie sich durch die Stahlschrotbeschuss-Zulassung für die Wasserwildjagd. Für das Inner-Technichoke XP50-System liefert der Hersteller drei Chokes mit (Cylinder, 1/4 und 1/2), das X-Cones-System reduziert den Rückstoß spürbar, und der Spezialjagdschaft aus Walnuss mit Fischhaut-Textur sorgt für sicheren Griff auch bei Nässe.
Im FAIR Game Preisvergleich zeigt sich, dass die Flinte bei deutschen Fachhändlern ab 3.250 € erhältlich ist. Neben der Standard-Rechtsausführung stehen eine Linksversion sowie die Lincoln Game Lady als kürzere Damenvariante zur Verfügung.
Der Keilverschluss ist bei Bockdoppelflinten eine der robustesten und bewährtesten Lösungen überhaupt. Ein keilförmiges Element verriegelt die Läufe am Bodenstück, verteilt die Kräfte beim Schuss gleichmäßig und sorgt für dauerhaft stabile Verbindung – selbst nach vielen tausend Schuss. Das Ergebnis: hohe Steifigkeit, lange Lebensdauer und zuverlässige Funktion unter Jagdbedingungen.
Das Kaliber 12/76 – auch als Magnum-Kaliber bezeichnet – erlaubt die Verwendung sowohl von 70-mm- als auch von 76-mm-Patronen. Das ist ein praktischer Vorteil: Günstige Standardmunition für Niederwild lässt sich ebenso verschießen wie hochgefüllte Magnum-Ladungen oder moderne Stahlschrotpatronen für die Wasserwildjagd. Gerade angesichts der zunehmenden Bleischrot-Verbote in der EU – insbesondere für Feuchtgebiete – ist die Stahlschrot-Zulassung ein zukunftssicheres Merkmal.
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Das X-Cones-System bildet den Übergang zwischen Patronenlager und Lauf als konische Kammer aus. Diese Geometrie reduziert die Stoßwelle beim Schuss, mindert den gefühlten Rückstoß und verbessert laut Hersteller gleichzeitig das Deckungsbild des Schrotes. Für Jäger, die mehrere Schüsse in schneller Folge abgeben – etwa auf einer Tauben- oder Entenjagd – ist das ein spürbarer Vorteil.
Mit 3.450 g liegt die Flinte ausreichend schwer, um den Rückstoß von Magnum-Ladungen zu dämpfen, ist aber noch führig genug für aktive Jagdszenarien wie Pirsch und Ansitz. Zum Vergleich: Deutlich leichtere Flinten unter 3.000 g machen den Rückstoß bei 76-mm-Patronen spürbar unangenehmer.
Das Inner-Technichoke XP50-Wechselchoke-System ist das zentrale Feature der Flinte. Die drei mitgelieferten Engungen – Cylinder, 1/4 und 1/2 – decken ein breites Einsatzspektrum ab: von kurzen Drückjagd-Distanzen mit dem Cylinder-Choke bis zum weiteren Feldschuss auf Niederwild mit dem 1/2-Choke. Der Choke-Wechsel erfolgt werkzeuglos und schnell, sodass sich die Flinte innerhalb von Sekunden an den nächsten Jagdeinsatz anpassen lässt.
Der selektive Einabzug – englisch Single Selective Trigger – ermöglicht es dem Schützen, vor dem ersten Schuss zu wählen, welcher Lauf zuerst feuert. Das ist praxisrelevant: Mit dem unteren Lauf (meist enger gechoked) nimmt man auf weitere Distanz, mit dem oberen Lauf (weiter gechoked) auf kurze Distanz. Die Laufschiene ist ventiliert und guillochiert, 7 mm breit und mit einem Messing-Korn versehen – eine klassische, funktionale Konfiguration für die Niederwildjagd.
Den Abschluss bildet ein Spezialjagdschaft aus Walnuss mit Fischhaut-Textur. Diese Oberflächenbearbeitung verhindert das Verrutschen auch bei nassen Händen oder bei Jagd im Regen. Die Gummi-Schaftkappe dämpft den Rückstoß zusätzlich und schützt den Schaft beim Abstellen der Flinte.
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Hersteller | F.A.I.R. S.r.l. |
| Modell | FAIR Game |
| Waffentyp | Bockdoppelflinte (Over/Under) |
| System | Keilverschluss |
| Kaliber | 12/76, 20/76 |
| Magazinkapazität | 2 Schuss (Doppellauf) |
| Lauflänge | 73 cm (Standard), 66–76 cm je nach Variante |
| Gewicht | 3,45 kg (12/76, 73 cm) |
| Schaftmaterial | Walnuss, Fischhaut-Textur, Gummi-Schaftkappe |
| Abzug | Selektiver Einabzug, Straight-Typ |
| Visierung | Ventilierte, guillochierte Laufschiene (7 mm), Messing-Korn |
| Besonderheiten | Inner-Technichoke XP50 (Cylinder, 1/4, 1/2), X-Cones-System, Ejektor, Stahlschrotbeschuss, Linksausführung verfügbar |
Die FAIR Game Modellreihe umfasst mehrere Ausführungen, die unterschiedliche Schützenprofile ansprechen. Als Ausgangspunkt dient die Standard-Rechtsversion.
FAIR Game Standard 12/76 (Rechtsausführung): Dies ist die meistverkaufte und günstigste Variante der Modellreihe. Mit Kaliber 12/76, 73 cm Lauflänge und 3.450 g Gewicht stellt sie die Referenz dar – und ist ab 3.250 € im deutschen Fachhandel erhältlich. Wer eine bewährte Bockdoppelflinte für die Niederwildjagd sucht und Rechtshänder ist, findet hier das vollständige Paket ohne Aufpreis.
FAIR Game Links 12/76 (Linksausführung): Für Linkshänder bietet die Modellreihe eine echte Linksversion – keine bloße Spiegelversion des Schafts, sondern eine konstruktiv angepasste Ausführung. Lauflänge und Gewicht entsprechen der Standardversion (73 cm, 3.450 g), der Preis beginnt ab 3.295 €. Das entspricht einem Aufpreis von rund 45 €, was in dieser Preisklasse moderat ist. Bei einigen Händlern kann der Aufpreis bis zu 149 € betragen.
Lincoln Game Lady: Die Lincoln Game Lady ist auf Schützinnen mit kürzerem Armmaß ausgelegt. Die Lauflänge beträgt 66 cm statt 73 cm, die Schaftlänge 34 cm, und das Gewicht reduziert sich auf rund 3.300 g – also etwa 150 g weniger als bei der Standardversion. Diese Kombination aus kürzerem Schaft und leichterem Gesamtgewicht erleichtert den sicheren Anschlag und macht die Flinte bei längeren Jagdtagen angenehmer zu führen.
FAIR Game 20/76: Wer ein geringeres Rückstoßniveau bevorzugt oder auf leichteres Schrot für die Fasanen- oder Rebhuhnjagd setzt, findet die Modellreihe auch im Kaliber 20/76. Die Preisdifferenz gegenüber der 12/76-Version beträgt erfahrungsgemäß rund 200 € weniger. Das 20er-Kaliber eignet sich besonders für Jäger, die auf Schussweiten unter 30 Meter setzen und geringeres Rückstoßniveau schätzen.
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Die FAIR Game 12/76 ist eine Jagdflinte, deren Stärken klar in der Niederwildjagd liegen. Das Choke-System Inner-Technichoke XP50 erlaubt eine präzise Anpassung an die jeweilige Jagdsituation: Der Cylinder-Choke empfiehlt sich für kurze Distanzen bis etwa 20 Meter, wie sie bei der Drückjagd auf Niederwild oder im dichten Unterholz entstehen. Der 1/4-Choke deckt den klassischen Mitteldistanzbereich ab, der bei der Hasenjagd oder auf Waldparcours typisch ist. Für weiteren Schuss auf Fasan oder Rebhuhn im offenen Gelände bietet der 1/2-Choke die nötige Schrotbündelung auf Distanzen bis etwa 35 bis 40 Meter.
Besonders interessant ist die Flinte für die Wasserwildjagd. Das 76-mm-Patronenlager erlaubt hochgefüllte Stahlschrotladungen für Ente und Gans – und das ist in der aktuellen Regulierungsdiskussion ein handfester Vorteil. Die EU-Bleiverbote in Feuchtgebieten sind bereits in vielen Bundesländern Realität; eine Flinte, die Stahlschrot problemlos verarbeitet, ist damit nicht nur heute sinnvoll, sondern auch zukunftssicher.
Der automatische Ejektor wirft abgeschossene Hülsen beim Öffnen der Flinte sofort aus – bei schnellen Jagdszenarien wie der Treib- oder Entenjagd spart das wertvolle Sekunden beim Nachladen. Zudem unterstützt das leicht vorderlastige Gleichgewicht der Flinte bei 73 cm Lauflänge das Durchziehen beim Schwungschuss, wie es bei der Bewegungsjagd gefragt ist.
Für Raubwild wie den Fuchs ist die Flinte mit geeigneter Flintenlaufgeschoss-Munition auf kurze Distanzen einsetzbar, wobei der Cylinder-Choke hier die erste Wahl darstellt. Der Einsatz als Primärwaffe auf der Schwarzwildjagd ist hingegen nicht das primäre Ziel dieses Modells.
Als Jagdflinte ist die FAIR Game nicht für den wettkampfmäßigen Trap- oder Skeet-Betrieb konzipiert. Die 73 cm lange Laufschiene und der Jagdschaft ohne sportspezifische Einstellmöglichkeiten machen sie für den Freizeitsport auf dem Parcours nutzbar, aber nicht für den Wettkampfbetrieb geeignet. Wer gelegentlich einen Jagdparcours oder Compak Sporting besucht, kann die Flinte dort problemlos einsetzen. Für dedizierten Tontaubensport empfiehlt sich jedoch ein auf diesen Zweck ausgelegtes Modell.
Da unabhängige internationale Testberichte zur FAIR Game aktuell nicht vorliegen, basieren die folgenden Einschätzungen auf den technischen Merkmalen, Händlerbeschreibungen und dem Vergleich mit dem Wettbewerb.
Vorteile:
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Nachteile:
Die FAIR Game positioniert sich mit 3.250 bis 3.399 € im Mittelfeld des deutschen Marktes für Bockdoppelflinten. Drei Konkurrenten sind besonders relevant: die Beretta 686 Silver Pigeon, die Browning B525 und die Winchester Model 101.
Beretta 686 Silver Pigeon: Der direkteste Vergleichskandidat kommt ebenfalls aus Italien und kostet rund 2.800 € – also etwa 450 € weniger als die FAIR Game. Die Beretta 686 bringt 12/76 und 20/76 mit, wiegt mit rund 3.100 g etwa 350 g weniger und kommt mit fünf Mobilchokes im Lieferumfang. Ihr wichtigster Vorteil ist die weltweite Ersatzteil- und Serviceinfrastruktur des größten Gewehrherstellers der Welt. Was sie nicht bietet: das X-Cones-System zur Rückstoßdämpfung und eine zertifizierte Stahlschrot-Zulassung in der Standardkonfiguration.
Browning B525: Die belgische Bockdoppelflinte liegt mit rund 3.500 € etwas oberhalb der FAIR Game. Sie überzeugt mit hochwertigen Gravuren, exzellenter Laufqualität und einem breiten Variantenangebot. Mit etwa 3.600 g ist sie allerdings die schwerste der vier Vergleichsflinten. Wer vor allem auf Verarbeitungsqualität und Optik Wert legt und bereit ist, mehr zu investieren, findet in der Browning B525 eine überzeugende Alternative.
Winchester Model 101: Preislich liegt das Modell mit rund 3.200 € nahezu auf Augenhöhe mit der FAIR Game. Es überzeugt mit klassischem Design und solider Verarbeitung. Allerdings fehlen das X-Cones-System und die Stahlschrot-Zulassung, die die FAIR Game besonders für die Wasserwildjagd interessant machen. Zudem ist die Verfügbarkeit einer Linksausführung beim Model 101 begrenzt.
Wann welches Modell wählen?
Die FAIR Game bietet mit dem X-Cones-System und dem Stahlschrotbeschuss zwei Alleinstellungsmerkmale in der Preisklasse zwischen 3.250 und 3.399 €, die weder die günstigere Beretta 686 Silver Pigeon noch die teurere Browning B525 in dieser Kombination bieten. Wer eine sofort verfügbare Linksversion, Zukunftssicherheit durch Stahlschrot-Zulassung und spürbare Rückstoßdämpfung in der Mittelklasse sucht, ist mit der FAIR Game gut beraten. Wer hingegen Markenpräsenz und globale Servicenetze priorisiert, greift zur Beretta 686. Für maximale Verarbeitungsqualität bleibt die Browning B525 die erste Wahl – zum entsprechend höheren Preis.
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