
Wer die Fortmeier M2002 kaufen möchte, steht vor einem der interessantesten Angebote im europäischen ELR-Segment: einer Einzellader-Repetierbüchse aus der Manufaktur von Heinrich Fortmeier in Delbrück, die werkzeuglosen Kaliberwechsel von .308 Win bis .50 BMG, kaltgeschmiedete Edelstahlläufe und ein Take-Down-System zu einem Einstiegspreis ab ca. 4.600 € vereint.
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Heinrich Fortmeier ist ein auf Großkaliber- und Präzisionsbüchsen spezialisierter deutscher Hersteller, dessen Gewehre in Kleinserie gefertigt werden. Die M2002 wurde um 2018 auf den Markt gebracht und richtete sich von Beginn an an ambitionierte Long-Range- und Extreme-Long-Range-Sportschützen (ELR) – also Schützen, die auf Distanzen von 1.000 bis weit über 2.000 Meter schießen. Das modulare Multikaliber-Konzept ist dabei das eigentliche Alleinstellungsmerkmal: Kein anderes System in diesem Preissegment erlaubt den werkzeuglosen Wechsel zwischen Standardkalibern wie .308 Win und Extremkalibern wie .50 BMG.
Die zentralen Stärken liegen im breiten Kaliberspektrum, dem Take-Down-System für kompakten Transport und den kaltgeschmiedeten, kannelierten Edelstahlläufen. Horst Grillmayer fasste die Präzisionsleistung im Test für All4Shooters und Visier treffend zusammen: „Die Streukreise konnten sich sehen lassen: 11 Millimeter mit .308er auf 100 Meter.“ Das entspricht sub-MOA-Leistung und belegt die Fertigungsqualität aus Delbrück eindrucksvoll.
Die modulare Einzellader-Bauweise ist für das Extreme-Long-Range-Schießen eine durchdachte Entscheidung. Beim ELR-Sport zählt Präzision weit mehr als Feuerrate: Jeder Schuss wird sorgfältig vorbereitet, die Patrone einzeln eingeführt, und das System auf maximale Wiederholgenauigkeit ausgelegt. Ein Magazin würde Gewicht und Komplexität hinzufügen, ohne im ELR-Kontext nennenswerten Nutzen zu bringen.
Das Gewicht der M2002 bewegt sich je nach Konfiguration zwischen 9,8 und 10,5 kg ohne Optik. Für mobile Anwendungen ist das zweifellos viel. Vom Dreibein oder einem stabilen Zweibein aus betrachtet, ist dieses Gewicht jedoch gut vertretbar – gerade weil das Kaliberspektrum bis .50 BMG (12,7×99 mm NATO) reicht und ein leichteres Chassis bei diesen Energieniveaus schlicht wenig Sinn ergäbe.
Das Kaliberspektrum umfasst neun Kammern: .308 Win, .300 Win Mag, .338 Lapua Mag, .375 CheyTac, .408 CheyTac, .416 Barrett, .50 BMG, 9,5×70 mm und .375 SnypeTac. Damit deckt die Büchse alles vom klassischen 100-Meter-Präzisionsschuss bis zu ELR-Distanzen jenseits von 2.000 Metern ab.
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Das Abzugsgewicht liegt zwischen 1.500 und 2.000 g und ist damit für präzises Langstreckenschießen gut geeignet. Erhältlich sind Single-Stage-, Direkt- und Druckpunktabzüge in fester Ausführung. Die Lauflängen betragen serienmäßig 717 mm und 820 mm, weitere Maße sind auf Anfrage möglich.
Ein technisches Detail verdient besondere Aufmerksamkeit: das zentrisch zur Laufachse montierte Zweibein. Diese Anordnung reduziert die Drehmomente beim Schuss – das heißt, die Büchse kippt beim Abfeuern weniger zur Seite und bleibt stabiler im Schussbild. Der Vorderschaft lässt sich dabei gleichzeitig als Tragegriff nutzen, was den Transport nach dem Zerlegen erleichtert.
Die Picatinny-Schiene ist mit 0 oder 30 MOA Vorneigung erhältlich. Die 30-MOA-Variante ist für Long-Range-Optiken konzipiert: Sie ermöglicht es, den Verstellbereich des Zielfernrohrs nach unten zu verschieben, sodass auf großen Distanzen mehr Klickreserve zur Verfügung steht. Die kannelierten Edelstahlläufe erfüllen dabei eine Doppelfunktion – sie reduzieren das Laufgewicht spürbar und verbessern gleichzeitig die Wärmeabgabe, was im Test durch All4Shooters und Visier ausdrücklich bestätigt wurde.
Die Mündungsbremse mit 2 bis 3 Kammern und 28 mm Durchmesser zählt ebenfalls zu den getesteten Stärken: Sie dreht sich im Betrieb zuverlässig nicht los – ein Detail, das bei Großkalibern keine Selbstverständlichkeit ist.
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Hersteller | Heinrich Fortmeier, Delbrück, Deutschland |
| Waffentyp | Einzellader-Repetierbüchse, modular, Take-Down |
| Kaliber | .308 Win, .300 Win Mag, .338 Lapua Mag, .375 CheyTac, .408 CheyTac, .416 Barrett, .50 BMG (12,7×99 mm), 9,5×70 mm, .375 SnypeTac |
| Magazinkapazität | 1 Schuss (Einzellader) |
| Lauflänge | 717 mm, 820 mm (weitere auf Anfrage) |
| Gewicht | 9,8–10,5 kg (ohne Optik) |
| Abzug | 1.500–2.000 g, Single Stage / Direktabzug / Druckpunktabzug (fest) |
| Visierung | Keine offene Visierung; Picatinny-Schiene (0 / 30 MOA Vorneigung) |
| Lauf | Kaltgeschmiedeter Edelstahllauf mit Kannelierung, 4–8 Züge, Rechtsdrall |
| Mündungsbremse | 2–3 Kammern, 28 mm Durchmesser |
| Zweibein | Zentrisch zur Laufachse, Vorderschaft als Tragegriff nutzbar |
| Einstiegspreis | Ab ca. 4.600 € (.308 Win-Variante) |
Die M2002 erscheint am Markt in drei wesentlichen Konfigurationen, die sich nach Einsatzzweck und Kaliberpräferenz unterscheiden.
Die Multikaliber-TD-Variante (Take-Down) ist das Herzstück des Programms und die am häufigsten getestete und diskutierte Ausführung. Sie erlaubt den werkzeuglosen Wechsel zwischen allen neun verfügbaren Kalibern – von .308 Win bis .50 BMG – und lässt sich ohne Werkzeug zerlegen. Der dokumentierte Einstiegspreis liegt bei 4.600 € für die .308-Win-Kammer bei Huntac. Diese Variante bildet die Grundlage des im All4Shooters- und Visier-Test bewerteten Gewehrs.
Die Fortmeier M2002 .50 BMG ist die dedizierte Großkalibervariante für Schützen, die sich klar auf das ELR-Schießen mit 12,7×99 mm konzentrieren. Sie ist bei mehreren spezialisierten Händlern – darunter Die Waffenbrüder, Sleipnir Precision und VDB/Albrecht & Beck – gelistet, Preise jedoch jeweils auf Anfrage. Es ist davon auszugehen, dass diese Ausführung über dem Einstiegspreis der .308-Win-Version liegt.
Die Standard-Einzellader-Variante stellt die Basisversion dar, ohne dass der Hersteller hierfür abweichende Spezifikationen kommuniziert. Für Schützen, die maximale Kaliberflexibilität anstreben, ist die Multikaliber-TD-Variante die sinnvollere Wahl.
Zu Linkshänder-Ausführungen macht Fortmeier keine öffentlichen Angaben. Interessenten sollten hier direkt beim Hersteller in Delbrück anfragen, da Sonderfertigungen in der Kleinserienfertigung grundsätzlich möglich sind.
Die M2002 wurde für eine Disziplin gebaut, in der jeder Millimeter zählt: das Extreme-Long-Range-Schießen. Dabei geht es darum, auf Distanzen von 1.000 bis weit über 2.000 Meter präzise Treffer zu erzielen – eine Anforderung, die spezialisierte Systeme mit hoher Wiederholgenauigkeit, stabilen Plattformen und einem breiten Kaliberspektrum erfordert.
Die dokumentierten Präzisionswerte sprechen für sich: 11 mm Streukreis auf 100 m mit .308 Win entspricht sub-MOA-Leistung, also weniger als 1 Winkelminute. Auf 500 m erzielte die Büchse mit ELR-Kalibern wie 9,5×70 mm und .375 SnypeTac Streukreise zwischen 58 und 76 mm – ebenfalls auf sub-MOA-Niveau für diese Distanz. Das Kaliberspektrum lässt sich dabei nach Einsatzdistanz staffeln: .308 Win und .300 Win Mag für Distanzen bis rund 1.000 m, .338 Lapua Mag für den Bereich bis 1.500 m, .375 CheyTac und .408 CheyTac für 1.500 bis 2.500 m sowie .50 BMG für ELR-Distanzen jenseits von 2.000 m.
Das Rückstoßmanagement übernimmt die mehrkammrige Mündungsbremse. Sie reduziert den Rückstoß besonders bei Großkalibern spürbar, was beim Schießen aus dem Stand oder vom Zweibein die Schussfolge und Zielwiederaufnahme erleichtert. Der im Test gemessene Augenabstand von 75 bis 90 mm gibt zudem Hinweise auf die nötige Abstimmung der Zielfernrohrmontage.
Für die mobile Jagd scheidet die M2002 aus: Das Gewicht von bis zu 10,5 kg ohne Optik, das Einzellader-System ohne schnelle Nachladefunktion und die auf stationäres Schießen ausgelegte Konstruktion machen sie für Pirsch, Drückjagd oder bewegliche Ansitzsituationen ungeeignet. Theoretisch wäre ein Einsatz auf stationären Hochsitzen über große Distanzen denkbar – etwa zur Wildschadenbekämpfung mit .308-Win-Matchmunition –, doch als Jagdwaffe ist die Büchse weder konzipiert noch vermarktet.
Die Stärken der M2002 sind gut dokumentiert. An erster Stelle steht die Präzision: „Die Streukreise konnten sich sehen lassen: 11 Millimeter mit .308er auf 100 Meter“, schrieb Horst Grillmayer nach seinem Praxistest für All4Shooters und Visier. Dieses Ergebnis bestätigt, dass die Fertigungsqualität der kannelierten Edelstahlläufe klar im Profibereich liegt.
Ebenso herausragend ist das werkzeuglose Multikaliber-Konzept. Kein anderes System unter 5.000 € erlaubt den Wechsel zwischen .308 Win und .50 BMG ohne jedes Werkzeug – das ist eine echte Seltenheit im ELR-Segment. Die kannelierten Läufe tragen dazu bei, dass auch intensive Schießsessions nicht durch Überhitzung limitiert werden. Sleipnir Precision charakterisiert das Gewehr treffend als „Eisenschwein“ – ein robustes, langlebiges System, das für harte Bedingungen gebaut ist.
Das Take-Down-System ermöglicht einen kompakten Transport, der bei einem Gewehr dieser Klasse sonst kaum möglich wäre. Zudem liegt die Mündungsbremse im Test ohne jedes Losdrehen fest – ein Detail, das bei Schüssen im .50-BMG-Bereich durchaus relevant ist.
Zwei Punkte verdienen vorab Beachtung. Erstens empfehlen All4Shooters und Visier für Magnum-Kaliber Zündhütchen mit hoher Anzündenergie – sogenannte XLRM-Zündhütchen wie etwa CCI 250 oder Federal 215M Großgewehrzündhütchen. Das erhöht die laufenden Munitionskosten leicht und erfordert etwas Beschäftigung mit der Ladepraxis.
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Zweitens schränkt das 40-mm-Mittelrohr-Konzept die Auswahl kompatibler Zielfernrohrmontagen ein. Wer auf Picatinny-Montagen wie die Spuhr-Montagen-Systeme oder auf Optiken wie Schmidt & Bender PM II, Kahles K525i oder Nightforce ATACR setzt, sollte die Kompatibilität vorab sorgfältig prüfen. Das hohe Gewicht von 9,8 bis 10,5 kg ohne Optik bleibt ein Faktor – für stationäres Long-Range-Schießen vom Dreibein aus ist er gut handhabbar, für spontane Einsätze nicht.
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Das ELR-Segment ist überschaubar. Wenige Hersteller weltweit bieten Systeme an, die für Distanzen jenseits von 1.500 Metern konzipiert sind. Die M2002 trifft dabei auf drei bekannte Konkurrenten – mit deutlichen Preisunterschieden.
Die Accuracy International AXMC ist das vielleicht bekannteste Multikaliber-Präzisionsgewehr auf dem Markt, militärisch erprobt und mit einem breiten Zubehörangebot. Ihr Preis liegt bei mindestens 5.000 €, oft deutlich darüber bis rund 8.000 €. Gegenüber der M2002 bietet sie ein Magazin für Folgeschüsse und eine besonders robuste Feldverankerung. Der Kaliberwechsel ist jedoch weniger konsequent werkzeuglos umgesetzt als beim deutschen Konkurrenten – und der Einstiegspreis liegt spürbar höher. Wer den Repetierer mit Magazin bevorzugt oder Wert auf ein militärisch bewährtes System legt, greift zur AXMC.
Das Barrett MRAD kommt aus dem US-amerikanischen Militärumfeld und gilt als Referenzsystem für professionelle Anwender. Mit einem Einstiegspreis ab ca. 6.000 € bis rund 7.000 € liegt es über der M2002. Es bietet ein Faltverschluss-System und Multikaliber-Option, ist aber schwerer als die Fortmeier. Wer US-Militärstandard und robustes Faltsystem priorisiert, ist beim MRAD gut aufgehoben.
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Wer ein dediziertes .408-CheyTac-System sucht, greift zur CheyTac M200 Intervention – muss aber mit mehr als dem Doppelten des M2002-Preises rechnen. Die M200 kostet ab ca. 10.000 € und ist auf eine einzige ELR-Patrone ausgelegt. Als ikonisches Referenzsystem für .408 CT hat sie ihre Berechtigung, überzeugt jedoch nicht durch Kaliberflexibilität.
Die Fortmeier M2002 bietet ab 4.600 € den günstigsten Einstieg in das ELR-Multikaliber-Segment – die Accuracy International AXMC kostet mindestens 5.000 €, die Barrett MRAD ab ca. 6.000 €. Wer maximale Kaliberflexibilität von .308 Win bis .50 BMG, deutsche Manufakturfertigung und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis im ELR-Bereich kombinieren möchte, findet in der M2002 die stärkste Option. Wer hingegen ein Magazin für Folgeschüsse, einen militärisch standardisierten Rahmen oder ein spezialisiertes Einzelkaliber-System benötigt, findet in AXMC, MRAD oder der Steyr SSG 08 als weitere Long-Range-Alternative jeweils passendere Konzepte.
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