
Die .38 Special +P ist die druckverstärkte Version einer der bekanntesten Revolverpatronen der Welt – und für viele Sportschützen und Jäger in Deutschland das optimale Mittelmaß zwischen Leistung und Beherrschbarkeit. Wer einen WBK-tauglichen Revolver besitzt und mehr aus dem klassischen .38-Kaliber herausholen möchte, ohne auf den deutlich stärkeren Rückstoß der .357 Magnum umzusteigen, findet in der .38 Special +P eine praxisnahe Antwort.
Was ist .38 Special +P? Der Zusatz „+P“ steht für erhöhten Gasdruck. Gegenüber der Standard-.38 Special mit einem SAAMI-Maximaldruck (MAP) von 117 MPa arbeitet die +P-Variante mit 138 MPa – das entspricht einem Druckanstieg von knapp 18 %. Dieser Unterschied macht sich in spürbar mehr Mündungsenergie und höherer Geschossgeschwindigkeit bemerkbar. Entscheidend ist dabei: Die .38 Special +P darf ausschließlich in Waffen verschossen werden, die der Hersteller explizit für +P-Munition freigegeben hat. Alle .357-Magnum-Revolver sind konstruktionsbedingt +P-kompatibel, da ihr zulässiger Druckbereich ohnehin weit darüber liegt.
Die Patrone hat einen Geschossdurchmesser von 9,1 mm (0,357 Zoll), eine Hülsenlänge von 29,0 mm und eine Gesamtlänge von 38,2 mm. Damit ist sie geometrisch identisch mit der Standard-.38 Special – der Unterschied liegt ausschließlich im Druckniveau.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Geschossdurchmesser | 9,1 mm (0,357″) |
| Hülsenlänge | 29,0 mm (1,14″) |
| Patronen-Gesamtlänge | 38,2 mm (1,505″) |
| SAAMI MAP (+P) | 138 MPa (20.000 psi) |
| SAAMI MAP (Standard) | 117 MPa (17.000 psi) |
| C.I.P. pmax | 230 MPa (kein separater +P-Wert) |
| Referenz-Lauflänge | 102 mm (4″) |
| Typische Geschossgewichte | 115 gr (7,5 g) – 158 gr (10,2 g) |
| V0-Bereich | 271–374 m/s (890–1.225 fps) |
| E0 (belegt) | 375 J bei 158 gr / 271 m/s |
Die .38 Special +P liefert mit 158-Grain-Geschossen aus einem 4-Zoll-Lauf rund 375 Joule Mündungsenergie bei 271 m/s – rund 15–20 % mehr als die Standardladung, bleibt aber deutlich unter den Werten der .357 Magnum.
Für den deutschen Markt ist die C.I.P.-Norm maßgeblich. Das C.I.P. führt kein eigenes +P-Regime für das Kaliber .38 Special: Der dort festgelegte pmax von 230 MPa liegt ohnehin weit oberhalb des SAAMI-+P-Wertes von 138 MPa. Formal macht das den +P-Zusatz für europäische Käufer weniger relevant – in der Praxis kennzeichnen Hersteller ihre höher geladene Munition aber weiterhin mit „+P“, weshalb die Bezeichnung auch hierzulande geläufig bleibt.
Neben der standardisierten +P-Variante existiert noch die Bezeichnung +P+, die weder SAAMI- noch C.I.P.-konform ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Winchester-Laborierung mit 158 Grain Bleigeschoss (Lead), die eine Mündungsgeschwindigkeit von 271 m/s und eine Energie von 375 Joule erreicht. Diese Munition ist ursprünglich für Strafverfolgungsbehörden entwickelt worden. Die Verwendung von +P+ in nicht ausdrücklich freigegebenen Waffen kann gefährlich sein und wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Zu Preisen: Im Rahmen der Marktrecherche konnten für den deutschen und europäischen Markt keine belastbaren Händlerpreise ermittelt werden. Typische 50er-Packungen .38 Special +P liegen erfahrungsgemäß im Bereich von €XX–€XX – dieser Wert wird nach abgeschlossener Marktrecherche redaktionell ergänzt.
Die .38 Special +P ist eine Kurzwaffen-Patrone. Ihre effektiven Einsatzdistanzen liegen typischerweise im Bereich von 25 bis 50 Metern. Für jagdliche Zwecke – konkret als Fangschuss-Patrone mit dem Revolver – sind Distanzen von wenigen Metern bis maximal etwa 25 Meter praxisrelevant. Diese Einordnung ergibt sich aus dem grundsätzlichen Charakter der Patrone: moderate Energie, kurze Läufe, Kurzwaffendesign.
Die folgende Tabelle zeigt die verfügbaren Mündungsdaten der zwei belegten Laborierungen:
| Laborierung | Geschoss | Gewicht | Lauflänge | V0 | E0 |
|---|---|---|---|---|---|
| Winchester +P+ | Lead (Vollblei) | 158 gr (10,2 g) | 102 mm (4″) | 271 m/s (890 fps) | 375 J |
| Norma „Magnum +P“ | unklar | unklar | unklar | 374 m/s (1.225 fps) | nicht angegeben |
Ballistikdaten für 50, 100, 200 und 300 Meter liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Ballistikkoeffizient-Werte (BC, G1 oder G7) sind für keine .38 Special +P-Laborierung aus den verfügbaren Quellen belegbar. Eine Extrapolation wird hier bewusst nicht vorgenommen.
Die Differenz zwischen 271 m/s (Winchester) und 374 m/s (Norma) ist erheblich – und erklärungsbedürftig. Die Winchester-Laborierung ist als +P+ klassifiziert und nutzt ein schweres 158-Grain-Bleigeschoss. Die Norma-Eigenbezeichnung „.38 Special Magnum +P“ deutet auf ein eigenes Leistungsniveau hin, das möglicherweise ein deutlich leichteres Geschoss verwendet. Ohne bestätigtes Geschossgewicht der Norma-Ladung ist ein direkter Vergleich der beiden Laborierungen nicht seriös möglich.
Für Langstreckenanwendungen ist die .38 Special +P nicht geeignet. Mit 375 Joule an der Mündung – dem besten belegten Wert – liegt die Energie bereits am Startpunkt weit unter den Anforderungen für jagdliche oder sportliche Distanzanwendungen. Auf 100 Meter ist mit einem erheblichen Energieverlust zu rechnen, der die Patrone für reguläre Jagd auf Schalenwild vollständig irrelevant macht. Wer vollständige ballistische Tabellen benötigt, sollte Herstellerdatenblätter von Federal oder Hornady heranziehen oder einen eigenen Chronographen-Test am Schießstand durchführen. Diese Datenlücke wird redaktionell ergänzt, sobald verlässliche Werte vorliegen.
Die Antwort ist klar und direkt: Die .38 Special +P ist in Deutschland für die reguläre Schalenwildjagd nicht zugelassen. Mit 375 Joule Mündungsenergie wird die gesetzliche Mindestanforderung von 1.000 Joule auf 100 Meter für Rehwild bei Weitem nicht erreicht. Das einzige jagdrelevante Einsatzgebiet in Deutschland ist der Fangschuss mit der Kurzwaffe.
Dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar. Die jeweils gültigen Landesjagdgesetze sowie die individuellen WBK-Auflagen des Besitzers sind in jedem Fall maßgeblich und müssen eigenverantwortlich geprüft werden.
Im Rahmen der Recherche konnten keine bleifreien .38 Special +P-Laborierungen identifiziert werden. Falls entsprechende Produkte – etwa von RUAG/Geco oder Federal – am Markt verfügbar sind, wird dies redaktionell ergänzt. Insbesondere in Bundesländern mit Bleiverbot für Büchsenmunition auf Schalenwild könnte die Frage nach bleifreiem Fangschuss-Material relevant werden. Die Rechtslage ist hier bundesländerabhängig und uneinheitlich.
Das Angebot an .38 Special +P Munition ist deutlich breiter, als die drei im Research belegten Laborierungen vermuten lassen. Hersteller wie Federal, Hornady und Speer führen diverse +P-Laborierungen im Programm – die folgenden konkreten Daten stammen jedoch ausschließlich aus den primären Recherchequellen und werden nicht durch weitere Annahmen ergänzt.
| Geschossart | Typ. Gewicht | Beispiel-Produkt | Einsatz | Bleihaltig | BC |
|---|---|---|---|---|---|
| TMJ (Total Metal Jacket) | 158 gr (10,2 g) | Yugoimport A-332 | Training / Sport | Ja (ummanteltes Blei) | nicht belegt |
| JHP (Jacketed Hollow Point) | 115 gr (7,5 g) | Cor-Bon +P | Expansion / Selbstverteidigung | Ja | nicht belegt |
| Lead (Vollblei) | 158 gr (10,2 g) | Winchester +P+ | Fangschuss / Vielseitig | Ja (reines Blei) | nicht belegt |
Der TMJ (vollständig ummanteltes Geschoss) ist die erste Wahl für das Training am Schießstand. Die vollständige Metallummantelung verhindert Bleiabrieb in Lauf und Kammer und reduziert damit die Bleiexposition in geschlossenen Schießanlagen spürbar. Die 158-Grain-Laborierung von Yugoimport (Bezeichnung A-332) ist ein typisches Beispiel für kosteneffiziente Trainingsmunition im Revolverbetrieb.
Der JHP (Hohlspitzgeschoss mit Metallmantel) ist für kontrollierte Aufpilzung beim Aufprall ausgelegt. Die 115-Grain-Variante von Cor-Bon nutzt das leichtere Geschoss, um bei gleichem Druckniveau eine höhere Anfangsgeschwindigkeit zu erzielen. Konkrete Geschwindigkeitswerte für diese Laborierung lagen in der Recherche allerdings nicht vor. Für Sportschützen, die .38 Special +P Hohlspitz-Munition suchen, bieten neben Cor-Bon auch Hornady Critical Defense +P und Federal Hydra-Shok +P bekannte Optionen – konkrete Datenblätter zu diesen Produkten sollten redaktionell ergänzt werden.
Das Vollbleigeschoss ist die klassischste Revolver-Laborierung. Die Winchester +P+-Variante mit 158 Grain ist das einzige Produkt, für das im Rahmen der Recherche sowohl V0 (271 m/s) als auch E0 (375 Joule) belegt sind. Damit liefert sie ausreichend Energie für den Fangschuss und gilt als bewährte Allround-Wahl im Revolvereinsatz.
Preisklassen: Für den deutschen und europäischen Markt liegen keine Preisdaten vor. Preisklassen (Budget / Mittel / Premium) werden nach abgeschlossener Marktrecherche redaktionell ergänzt.
Die .38 Special +P Eigenschaften machen sie zu einer ausschließlichen Kurzwaffen-Patrone. Sie wird nahezu ausnahmslos in Revolvern verwendet. Vereinzelte Lever-Action-Büchsen in diesem Kaliber existieren zwar, sind im deutschen Markt jedoch Nischenprodukte ohne nennenswerte Verbreitung.
Die Kernaussage für die Waffenwahl ist eindeutig: Jeder .357-Magnum-Revolver kann .38 Special +P sicher verschießen. Der zulässige Gasdruck der .357 Magnum liegt nach SAAMI-Norm bei 241 MPa – der +P-Druck von 138 MPa wird damit mehr als deutlich unterschritten. Darüber hinaus muss die Waffe vom Hersteller explizit für +P-Munition freigegeben sein, sofern sie kein .357-Magnum-Revolver ist.
Kompaktrevolver (Snubnose, 2-Zoll-Lauf): Modelle wie der Smith & Wesson Model 642 oder der Ruger LCR sind leicht und kompakt. Sie eignen sich gut für den Fangschuss-Einsatz. Der kurze Lauf geht jedoch auf Kosten der Mündungsgeschwindigkeit und erzeugt einen stärkeren Mündungsknall. Bei 2-Zoll-Läufen ist erfahrungsgemäß mit etwa 10–15 % geringerer V0 gegenüber dem 4-Zoll-Referenzlauf zu rechnen.
Service-Revolver (4-Zoll-Lauf): Modelle wie der Smith & Wesson Model 66/67 oder der Ruger GP100 entsprechen der Referenz-Lauflänge von 102 mm, auf die sich alle V0- und E0-Angaben in diesem Text beziehen. Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis aus Handlichkeit, Mündungsenergie und Präzision.
Sport-Revolver (6-Zoll-Lauf): Modelle wie der Smith & Wesson Model 686 oder der Korth NXR bieten durch die längere Visierlinie und den längeren Lauf Vorteile für den Schießsport. Die V0 steigt gegenüber dem 4-Zoll-Lauf weiter an.
→ Preisvergleich: Smith & Wesson Model 642 bei jagdpreisvergleich.de ab 899 €.
→ Preisvergleich: Ruger GP100 bei jagdpreisvergleich.de ab 999 €.
→ Preisvergleich: Smith & Wesson Model 686 bei jagdpreisvergleich.de ab 1199 €.
Wichtiger Hinweis zu älteren Revolvern: Ältere Waffen, insbesondere Smith & Wesson J- und K-Rahmen-Revolver aus der Zeit vor etwa 1960, können für eine dauerhafte Belastung mit +P-Munition nicht ausgelegt sein. Die Herstellerangabe muss in jedem Fall geprüft werden, bevor +P-Munition regelmäßig verschossen wird.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes liegen keine aktuellen Fachtests speziell zu .38 Special +P-Laborierungen aus den ausgewerteten Quellen vor. Weder deutsche Medien wie VISIER oder WILD UND HUND noch internationale Publikationen wie Shooting Times oder American Rifleman haben in den verfügbaren Quellen aktuelle vergleichende Tests zu dieser Patrone veröffentlicht. Präzisionsdaten, Streukreisangaben oder dokumentierte Anwenderberichte sind in der Recherche nicht vorhanden.
Trotz fehlender Testergebnisse lassen sich aus den ausgewerteten Fachquellen einige praxisrelevante Einschätzungen ableiten. Die Plattform RevolverGuy ordnet die .38 Special +P als praktisch sinnvollen Kompromiss zwischen der Standard-.38 Special und der .357 Magnum ein: mehr Leistung bei noch beherrschbarem Rückstoß, insbesondere in leichten Revolver-Rahmen. Diese Einschätzung deckt sich mit dem Energieunterschied von rund 15–20 %, den die +P gegenüber der Standardlaborierung bietet.
Chuck Hawks betont in seiner Einordnung die Bedeutung der Waffen-Freigabe: +P-Munition kann die Lebensdauer älterer Revolver verkürzen und sollte grundsätzlich nur in ausdrücklich freigegebenen Waffen verwendet werden. Dieser Hinweis ist besonders für Käufer relevant, die gebrauchte Revolver nutzen.
Sobald aktuelle Fachmedien-Reviews verfügbar sind, werden diese hier ergänzt. Sinnvoll wären vergleichende Tests der Laborierungen Federal Hydra-Shok +P, Hornady Critical Defense +P und Speer Gold Dot +P – jeweils aus einem 2-Zoll- und einem 4-Zoll-Lauf – da diese im deutschen Markt erfahrungsgemäß am verbreitetsten sind. Streukreisangaben und Chronographen-Daten werden nachgetragen, sobald sie vorliegen.
Die .38 Special +P ist kein Jagdkaliber im klassischen Sinn – aber sie ist auch weit mehr als eine reine Trainingspatrone. Für Jäger, die einen zuverlässigen Revolver-Fangschuss mit moderatem Rückstoß suchen, und für Sportschützen, die in Revolver-Disziplinen mehr Leistung als die Standard-.38 Special wünschen, ohne den deutlich stärkeren Rückstoß der .357 Magnum in Kauf zu nehmen, bietet die .38 Special +P ein ausgewogenes Leistungsprofil.
Für die reguläre Schalenwildjagd in Deutschland scheidet die .38 Special +P aus. Die gesetzlichen Mindestanforderungen von 1.000 Joule auf 100 Meter (Rehwild) und 2.000 Joule auf 100 Meter (übriges Schalenwild) sind mit maximal 375 Joule an der Mündung nicht annähernd erreichbar. Zudem ist die Patrone ausschließlich in +P-freigegebenen Waffen zulässig. Die Datenlage bleibt an einigen Stellen lückenhaft: Für den deutschen und europäischen Markt liegen keine Händlerpreise vor, ballistische Tabellen über Distanz fehlen, BC-Werte sind für keine Laborierung belegt, und aktuelle Fachtests sind noch nicht verfügbar.
Wer als Jäger oder Sportschütze einen Revolver für den Fangschuss oder das Sportschießen sucht und dabei auf eine bewährte, weit verbreitete Patrone mit breiter Herstellerbasis setzen möchte, liegt mit der .38 Special +P richtig. Die Patrone erfüllt als Kurzwaffen-Fangschusspatrone die gesetzlichen Anforderungen mit komfortabler Reserve.
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