















































Die .338 Winchester Magnum ist eine der leistungsstärksten Jagdpatronen für Standardlänge-Repetiersysteme – und seit ihrer Einführung die erste Wahl für Jäger, die auf starkes Schalenwild oder auf größere Distanzen jagen. Wer regelmäßig auf Rotwild, Schwarzwild oder nordamerikanischen Elch ansitzt, findet in der .338 Win. Mag. ein Kaliber, das nahezu alle Anforderungen erfüllt.
Winchester brachte die Patrone 1958 auf den Markt – konzipiert als Alternative zur .375 H&H Magnum für Jäger, die ein leistungsstarkes Großwildkaliber in einem handlichen Long-Action-Gewehr wollten. Technische Grundlage ist eine verkürzte und aufgeweitete .375-H&H-Hülse. Im Handel und in der Fachliteratur begegnet Ihnen das Kaliber unter mehreren Bezeichnungen: .338 Winchester Magnum, .338 WinMag oder .338 Win. Mag. – metrisch entspricht das 8,6 × 64 mm, gelegentlich auch als 8,4 × 64,8 Winchester angegeben. Eine NATO-Bezeichnung existiert nicht.
| Kennwert | Daten |
|---|---|
| Geschossdurchmesser | 8,6 mm (0,338 in) |
| Hülsenlänge | 63,5 mm (2,500 in) |
| Maximale Gesamtlänge (L3) | 93,15 mm |
| C.I.P. Maximaldruck (pmax) | 4.300 bar (430 MPa) |
| SAAMI MAP | 64.000 psi (440 MPa) |
| Dralllänge (Standard) | 1:254 mm (1:10 in), 6 Nuten |
| Übliche Geschossgewichte | 200–250 gr (13–16 g); Gesamtspanne 150–300 gr (9,7–19,4 g) |
| Mündungsgeschwindigkeit (V0) | 780–940 m/s je nach Laborierung |
| Mündungsenergie (E0) | ca. 5.280–5.530 J |
| Patronentyp | Zentralfeuer, Gürtelpatrone (belted magnum) |
Ein kurzer Hinweis zu den Druckwerten: C.I.P. und SAAMI nutzen unterschiedliche Messverfahren, weshalb 4.300 bar und 64.000 psi nicht einfach ineinander umgerechnet werden können. Beide Werte stellen lediglich die Obergrenze im jeweiligen Prüfstandard dar.
Die .338 Win. Mag. verschießt Geschosse von 200 bis 250 Grain (13–16 g) mit Mündungsgeschwindigkeiten zwischen 780 und 940 m/s und erreicht dabei Mündungsenergien von über 5.200 Joule – genug Leistung für alle europäischen Schalenwildarten bis hin zu afrikanischem Großwild der mittleren Klasse. Die breite Spanne bei V0 erklärt sich durch unterschiedliche Geschossgewichte, Lauflängen und Laborierungen. Leichtere Geschosse mit 185–200 Grain erreichen die höheren Werte; schwere 250-Grain-Geschosse bewegen sich am unteren Ende der Skala.
Mit der .338 Win. Mag. lässt sich bei jagdlich relevanter Auftreffenergie von mindestens 2.000 Joule effektiv auf Distanzen von über 500 Metern schießen. Damit gehört das Kaliber zu den wenigen Jagdpatronen für Standard-Long-Action-Gewehre, die in diesem Entfernungsbereich noch ausreichend Energie für schweres Schalenwild liefern.
| Laborierung | Gewicht | V0 | E0 | Weiterer Datenpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Winchester Ballistic Silvertip (SBST338) | 200 gr (13 g) | 850 m/s | 5.312 J | E > 2.200 J bis 572 m; E > 1.400 J bis 730 m |
| Hornady SST Superformance | 200 gr (13 g) | 923 m/s | 5.526 J | 500 m: 636 m/s / 2.575 J |
| Hornady GMX (bleifrei) | 185 gr (12 g) | 940 m/s | 5.282 J | 100 m: 870 m/s / 4.524 J |
Ballistikrechner wie Hornady 4DOF oder Strelok liefern Näherungswerte, die aber von realen Bedingungen abweichen können. Interpolierte Zwischenwerte werden hier daher nicht angegeben.
| Distanzbereich | Einordnung |
|---|---|
| Bis ca. 300 m | Komfortabler jagdlicher Bereich; alle gängigen Laborierungen liefern deutlich über 2.000 J |
| 300–570 m | Winchester Ballistic Silvertip liefert noch über 2.200 J; jagdlich auf schweres Wild vertretbar |
| 500–730 m | Restenergie sinkt auf 1.400–2.575 J je nach Laborierung; Grenzbereich, praxistauglich nur bei sehr guter Schießfertigkeit und optimalen Bedingungen |
Die .338 Win. Mag. wird von Long-Range-Schützen geschätzt und hat eine treue Anhängerschaft unter ambitionierten Fernschützen. Allerdings steht das Kaliber im Schatten der .338 Lapua Magnum, wenn es um extreme Distanzen jenseits von 700 Metern geht. Wer das Kaliber primär für jagdliche Distanzen bis 500 Meter einsetzt, wird die Reichweitengrenze der .338 Lapua Magnum in der Praxis kaum vermissen.
Die .338 Win. Mag. ist für alle in Deutschland vorkommenden Schalenwildarten zugelassen und übertrifft die gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich. Zudem eignet sie sich für nordamerikanisches Großwild wie Elch, Wapiti, Karibu, Schwarzbär, Grizzlybär und Bison sowie für afrikanisches mittelgroßes Wild wie Kudu, Eland und Zebra.
| Wildkategorie | Mindestenergie auf 100 m | Mindestkaliber | .338 Win. Mag. erfüllt? |
|---|---|---|---|
| Rehwild (leichtes Schalenwild) | 1.000 J | – | Ja, deutlich (E100 ca. 4.500+ J) |
| Übriges Schalenwild (Rot-, Schwarz-, Damwild etc.) | 2.000 J | 6,5 mm | Ja, deutlich (8,6 mm; E100 ca. 4.500+ J) |
Die hier genannten Werte entsprechen den bundesgesetzlichen Vorgaben nach § 19 BJagdG. Landesspezifische Regelungen können abweichen – bitte prüfen Sie die jeweils gültigen Vorschriften Ihres Bundeslandes.
Für reines Rehwild ist die .338 Win. Mag. zwar jagdrechtlich problemlos einsetzbar, in der Praxis aber deutlich überdimensioniert. Die hohe Auftreffenergie kann bei kurzen Distanzen unter 100 Metern zu starker Wildbretentwertung führen. Viele erfahrene Jäger greifen für reines Rehwild daher zu kleineren Kalibern. Wer jedoch ein einziges Kaliber für alle heimischen Wildarten nutzen möchte, wird mit der .338 Win. Mag. auch auf Rehwild keine jagdrechtlichen Probleme haben.
Für Bundesländer mit Bleifrei-Vorgaben auf bestimmten Flächen – etwa in Staatsforsten – steht mit der Hornady GMX in 185 Grain eine dokumentierte bleifreie Laborierung zur Verfügung. Auf 100 Meter liefert sie noch 4.524 Joule, also mehr als das Doppelte der gesetzlichen Mindestenergie für schweres Schalenwild. Weitere bleifreie Produkte anderer Hersteller sind am Markt verfügbar; die jeweiligen technischen Details finden Sie auf den Herstellerseiten.
Für die sogenannten „Big Five“ – Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe und Leopard – ist die .338 Win. Mag. in vielen afrikanischen Ländern nicht zugelassen. Dort gelten Mindestkalibervorgaben von .375 (9,5 mm) oder größer. Für diese Einsatzzwecke empfiehlt sich die .375 H&H Magnum oder ein ähnlich leistungsstarkes Kaliber.
Die richtige Munitionswahl entscheidet darüber, wie gut das Kaliber in der Praxis funktioniert. Die .338 Winchester Magnum bietet eine breite Auswahl an Geschossgewichten und -typen – von leichten 185-Grain-Monometallgeschossen bis hin zu schweren 250-Grain-Jagdgeschossen für maximale Penetration.
Das am häufigsten eingesetzte Gewicht ist 200 Grain (13 g): Es gilt als vielseitigster Allrounder und deckt die meisten jagdlichen Situationen ab. Schwerere Geschosse mit 225 Grain (14,6 g) oder 250 Grain (16 g) empfehlen sich für schweres Großwild, bei dem maximale Eindringtiefe gefragt ist. Leichtere Laborierungen mit 185 Grain (12 g) bieten eine flachere Flugbahn und eignen sich besonders als bleifreie Option für mittleres Schalenwild. Die Gesamtspanne reicht von 150 bis 300 Grain – wobei die Extremwerte in der Praxis kaum genutzt werden.
| Produkt | Geschosstyp | Gewicht | Bleifrei |
|---|---|---|---|
| Winchester Ballistic Silvertip (SBST338) | Deformationsgeschoss, Polycarbonat-Spitze | 200 gr (13 g) | Nein |
| Winchester Accubond (S338CT) | Bonded-Geschoss, Combined Technologies | 200 gr (13 g) | Nein |
| Hornady SST Superformance | Hohlspitz-Deformationsgeschoss, Polymer-Kappe | 200 gr (13 g) | Nein |
| Hornady GMX | Monometall expandierend (Gilding Metal eXpanding) | 185 gr (12 g) | Ja |
| Gian-Marchet Highland | Monometall, Schweizer Fertigung | 12 g | Ja (impliziert) |
Neben Hornady GMX und dem Gian-Marchet Highland sind weitere bleifreie Geschosse – etwa Barnes TTSX, Brenneke TUG oder RWS HIT – grundsätzlich am Markt erhältlich. Große europäische Munitionshersteller wie RWS, Norma, Sellier & Bellot, Geco und Lapua bieten ebenfalls Laborierungen in .338 Win. Mag. an – konkrete Produktdaten werden in einer künftigen Aktualisierung ergänzt.
Match-Laborierungen – etwa mit dem Sierra MatchKing 300 gr HPBT – existieren und werden von Long-Range-Schützen genutzt. Subsonic-Munition in .338 Win. Mag. ist unüblich und ebenfalls nicht dokumentiert.
Die .338 Win. Mag. ist ein klassisches Repetierer-Kaliber. Für das Standardlänge-Long-Action-System gibt es ein breites Waffenangebot – von soliden Einsteigermodellen bis hin zu handgefertigten Präzisionsgewehren im Premiumsegment.
Das Kaliber wurde ursprünglich für den Winchester Model 70 entwickelt – einen klassischen Repetierer mit Long-Action-System, der bis heute als Referenzwaffe für dieses Kaliber gilt. Der Standard-Drall beträgt 1:254 mm (1:10 Zoll) mit 6 Nuten und ist für die gängigen Geschossgewichte von 200 bis 250 Grain ausgelegt. Wer regelmäßig sehr schwere Geschosse jenseits von 250 Grain verschießt, kann von einem schnelleren Drall profitieren – für den Alltagsjäger reicht der Standard jedoch vollständig aus.
Typische Lauflängen liegen bei 610 bis 660 mm (24 bis 26 Zoll). Kürzere Läufe von etwa 560 mm (22 Zoll) reduzieren die Mündungsgeschwindigkeit, können aber für mobile Jagd oder Drückjagd sinnvoll sein. Halbautomaten in .338 Win. Mag. sind selten und spielen auf dem deutschen Markt eine untergeordnete Rolle.
| Modell | Typ | Preissegment | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Winchester Model 70 | Repetierer | Mittelklasse / Premium | USA |
| Sako 85 | Repetierer | Premium | Finnland |
| Tikka T3x | Repetierer | Mittelklasse | Finnland |
| Browning X-Bolt | Repetierer | Mittelklasse / Premium | Belgien/USA |
| Remington 700 | Repetierer | Mittelklasse | USA |
| Mauser M18 | Repetierer | Budget / Mittelklasse | Deutschland |
| Blaser R8 | Geradezug-Repetierer | Premium | Deutschland |
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Als allgemeine Orientierung gilt: Einsteigermodelle starten bei etwa 800 bis 1.200 Euro, Mittelklassesysteme liegen zwischen 1.200 und 2.500 Euro, und Premiumgewehre wie der Blaser R8 beginnen bei 2.500 Euro aufwärts. Diese Werte sind Richtwerte und keine verifizierten Händlerpreise – aktuelle Waffenpreise entnehmen Sie bitte den jeweiligen Händlerangeboten.
Die folgenden Einschätzungen basieren auf allgemeinen Praxiserfahrungen, die in der Jägerschaft und unter Schützen weit verbreitet sind. Dieser Abschnitt wird aktualisiert, sobald Testergebnisse aus Medien wie Caliber, WILD UND HUND, DWJ oder Shooting Times vorliegen.
Der Rückstoß der .338 Win. Mag. ist deutlich höher als bei Standardkalibern wie .308 Winchester oder .30-06 Springfield. In einem Gewehr mit einem Gesamtgewicht von 3,5 Kilogramm entwickelt die Patrone einen Rückstoßimpuls, den viele Schützen als Grenze des angenehm Schießbaren empfinden. Allerdings lässt sich dieser Effekt erheblich reduzieren: Ein schwereres Gewehr, ein gut angepasster Schaft, eine Rückstoßbremse oder – besonders effektiv – ein Schalldämpfer mildern den empfundenen Rückstoß deutlich. Wer die .338 Win. Mag. regelmäßig einsetzen möchte, sollte diesen Aspekt frühzeitig einplanen.
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Von hochwertigen Repetierern mit Fabrikmunition sind erfahrungsgemäß Streukreise um 1 bis 1,5 MOA auf 100 Metern zu erwarten. Mit abgestimmten Handladungen sind auch Sub-MOA-Gruppen möglich. Die hohe Auftreffenergie sorgt auf schweres Wild für sichere und schnelle Wirkung. Bei leichtem Wild wie Rehwild und kurzen Schussdistanzen unter 100 Metern ist hingegen mit starker Wildbretentwertung zu rechnen – ein Aspekt, der beim Einsatz des Kalibers auf kleinerem Wild bedacht werden sollte.
Die .338 Win. Mag. profitiert von einem Schalldämpfer gleich doppelt: Der Gehörschutz verbessert sich erheblich, und der empfundene Rückstoß sinkt spürbar. Für Jäger, die das Kaliber regelmäßig einsetzen, ist ein Schalldämpfer daher eine sinnvolle Investition – sowohl für die eigene Gesundheit als auch für den Schießkomfort.
Die .338 Winchester Magnum ist ein vielseitiges Großwildkaliber mit einem klaren Stärken-Schwächen-Profil. Für Jäger, die regelmäßig auf starkes Schalenwild – Rotwild, Schwarzwild, Elch – oder auf größere Distanzen jenseits von 300 Metern jagen und ein vielseitiges Magnum-Kaliber suchen, das in Standard-Repetiersystemen verfügbar ist, bietet die .338 Win. Mag. eine hervorragende Kombination aus Leistung, Reichweite und Geschossauswahl. Sie ist das Mittel der Wahl, wenn die .30-06 Springfield an ihre Grenzen stößt, aber die .338 Lapua Magnum zu viel des Guten wäre.
Zwar überzeugt das Kaliber auf vielen Feldern, allerdings gibt es auch klare Einschränkungen. Der deutlich erhöhte Rückstoß erfordert Training und ggf. technische Maßnahmen wie Schalldämpfer oder Rückstoßbremse. Für reines Rehwild ist das Kaliber überdimensioniert, und die Wildbretentwertung bei kurzen Distanzen ist ein reales Risiko. Zudem liegen die Munitionskosten über denen von Standardkalibern. Im Long-Range-Bereich wird die .338 Win. Mag. von der .338 Lapua Magnum übertroffen.
| Kriterium | .30-06 Springfield | .338 Win. Mag. | .338 Lapua Magnum | .375 H&H Magnum |
|---|---|---|---|---|
| E0 (typisch) | ca. 3.800–4.200 J | ca. 5.280–5.530 J | ca. 6.500–7.000 J | ca. 5.500–6.000 J |
| Rückstoß | Moderat | Hoch | Sehr hoch | Sehr hoch |
| Jagdliche Reichweite (≥ 2.000 J) | ca. 300–350 m | ca. 500–570 m | ca. 700+ m | ca. 400–500 m |
| Waffenangebot | Sehr groß | Groß | Eingeschränkt | Eingeschränkt |
| Munitionskosten | Niedrig bis mittel | Mittel bis hoch | Hoch | Mittel bis hoch |
| Typischer Einsatz | Universaljagd bis Rotwild | Großwild, weite Schüsse | Long Range, Großwild | Afrikanisches Großwild |
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