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| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Bezeichnung | .45-70 Government (.45-70 Gov’t) | Wikipedia DE |
| Typ | Zentralfeuerpatrone | Wikipedia DE |
| Geschossdurchmesser | 11,6 mm (.458 in)¹ | Wikipedia DE |
| Hülsenlänge | 53,5 mm (2.105 in) | Wikipedia DE |
| Gesamtlänge | 64,8 mm (2.550 in) | Wikipedia DE |
| C.I.P. pmax | 220 MPa (32.000 psi) | C.I.P. / Wikipedia EN |
| Typische Geschossgewichte | 300 gr (19,4 g), 405 gr (26,2 g), 500 gr (32,4 g) | Wikipedia DE, All4Shooters |
| V0-Bereich | 350–410 m/s (Original) bis über 600 m/s (modern) | Wikipedia EN, All4Shooters |
| Energiebereich E0 | ca. 1.600–2.700 J | berechnet / All4Shooters |
| Referenz-Lauflänge | 560 mm (Marlin 1895) | All4Shooters |
¹ Hinweis zum Geschossdurchmesser: All4Shooters gibt 11,4 mm an, während Wikipedia DE und der C.I.P.-Standard 11,6 mm (.458 in) nennen. Maßgeblich für die Kaufentscheidung ist der C.I.P.-konforme Wert von 11,6 mm.
Neben .45-70 Government sind die Schreibweisen .45-70 Gov’t und .45-70 Trapdoor gebräuchlich. Die historischen Bezeichnungen .45-70-405 und .45-70-500 verweisen direkt auf das jeweilige Geschossgewicht in Grain – eine praktische Orientierungshilfe beim Munitionskauf.
Die .45-70 Government verschießt schwere Geschosse von 300 bis 500 Grain (19,4–32,4 g) mit Mündungsenergien zwischen ca. 1.600 und 2.700 Joule – je nach Laborierung und Lauflänge. Der C.I.P.-Maximaldruck beträgt 220 MPa.
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Mit der .45-70 Government kann man jagdlich effektiv auf Distanzen bis etwa 150–200 Meter schießen. Unter optimalen Bedingungen und mit modernen Laborierungen sind laut All4Shooters auch 300 Meter möglich. Im sportlichen Bereich werden Wettkämpfe auf bis zu 1.000 Yards (914 m) geschossen – das zeigt die erstaunliche Bandbreite dieses alten Kalibers.
| Laborierung | Geschoss | V0 (m/s) | E0 (J) | E @ 91 m (J) | E @ 914 m (J) | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| .45-70-405 (Original) | 405 gr Rundkopf-Blei | 410 | ca. 2.200 (ber.) | keine Daten | keine Daten | Wikipedia EN |
| .45-70-405 (Carbine) | 405 gr Rundkopf-Blei | 350 | ca. 1.600 (ber.) | keine Daten | keine Daten | Wikipedia EN |
| .45-70-500 | 500 gr Rundkopf-Blei | 401 | ca. 2.600 | ca. 2.070 | ca. 760 | Wikipedia EN |
Hinweis: Zwischenwerte für 50 m, 200 m und 300 m liegen nicht vor. Die Angabe „(ber.)“ kennzeichnet rechnerisch abgeleitete Werte. BC-Werte (ballistischer Koeffizient) sind für keine Laborierung aus belastbaren Quellen verfügbar – auf eine Interpolation wurde daher verzichtet.
Zwischen den historischen Schwarzpulver-Laborierungen und modernen Nitro-Ladungen liegen Welten. Die originalen Ladungen erreichen Mündungsgeschwindigkeiten von 350–410 m/s. Moderne Laborierungen hingegen erzielen laut All4Shooters über 600 m/s, während Wikipedia DE einen Maximalwert von rund 420 m/s nennt – diese Abweichung ist auf unterschiedliche Treibladungen, Druckstufen und Waffenplattformen zurückzuführen.
Für den Käufer ist dabei eine Frage entscheidend: Ist die Munition für historische Trapdoor-Waffen (niedrige Druckstufe) oder für moderne Unterhebelrepetierer (höhere Druckstufe, bis zum C.I.P.-Maximum von 220 MPa) laboriert? Diese Unterscheidung hat direkte Auswirkungen auf Sicherheit und Leistung.
Sportliches Schießen auf 1.000 Yards ist dokumentiert – etwa mit dem Ruger No. 1. Allerdings lagen zum Recherchezeitpunkt weder Streukreise noch Drop-Tabellen aus belastbaren Quellen vor. Die .45-70 wird im sportlichen Bereich auf extreme Distanzen eingesetzt; belastbare Präzisionsdaten für diese Entfernungen waren zum Recherchezeitpunkt jedoch nicht verfügbar.
Die .45-70-500-Laborierung liefert auf 91 m (100 yds) noch ca. 2.070 Joule. Das liegt knapp über der deutschen Mindestanforderung von 2.000 Joule auf 100 m für Schalenwild (ausgenommen Rehwild). Auf deutlich größeren Distanzen ist davon auszugehen, dass diese Schwelle unterschritten wird – da E200- und E300-Werte fehlen, lässt sich keine verbindliche Reichweitenaussage über 100 m hinaus treffen.
Die .45-70 Government ist eine Nahbereichspatrone mit klarem Stärke-Profil: schwere Geschosse, hohe Stoppwirkung, Waldjagd. Welche Wildarten sich damit bejagen lassen, hängt von den gesetzlichen Mindestanforderungen ab – und davon, auf welche Distanz Sie schießen.
Die .45-70 ist keine Flachschuss-Patrone für weite Distanzen. All4Shooters beschreibt sie als besonders geeignet für Großwild aus der Nähe mit hoher Stoppwirkung im Waldrevier. Wer im offenen Gelände regelmäßig auf Distanzen über 200 m ansitzt, greift besser zu einem moderneren Jagdkaliber. Im Wald hingegen, auf der Drückjagd oder beim Treiben, spielt die .45-70 ihre Stärken voll aus: kurze Reaktionszeit, schwere Geschosse, maximale Wirkung im Nahbereich.
In Bundesländern mit Bleifrei-Pflicht auf bestimmten Flächen sollten Jäger vor dem Kauf die Verfügbarkeit bleifreier Varianten beim Händler prüfen.
Die genannten Mindestenergie- und Kaliberwerte basieren auf den Anforderungen des Bundesjagdgesetzes (§ 19 BJagdG) und der jeweiligen Landesjagdgesetze. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Die .45-70-Munition ist in einer überschaubaren, aber funktional klar differenzierten Auswahl erhältlich. Die Bandbreite reicht von historischen Rundkopf-Bleigeschossen bis zu modernen Deformationsgeschossen – je nach Einsatzzweck gibt es die passende Laborierung.
| Geschossart | Typische Gewichte | Einsatz | Bleifrei | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Rundkopf-Blei | 405 gr (26,2 g), 500 gr (32,4 g) | Original-Ladung, Sport, historische Waffen | Nein | Wikipedia DE/EN |
| Hohlspitze (HP) / Deformation | 300 gr (19,4 g), 405 gr (26,2 g) | Jagd (Großwild, Drückjagd) | k. A. | All4Shooters |
| TM (Terminal Maximum) | k. A. | Jagd (Deformation) | k. A. | Wikipedia DE |
Remington HP 300 gr (19,4 g): Das leichteste verfügbare Hohlspitz-Deformationsgeschoss erreicht die höchste Mündungsgeschwindigkeit im Vergleich der .45-70-Laborierungen. Es eignet sich für die Jagd auf mittleres Schalenwild und liefert eine gute Deformationsleistung bei flacherer Flugbahn als die schwereren Varianten. → Preisvergleich: Remington bei jagdpreisvergleich.de ab €.
Remington HP 405 gr (26,2 g): Dieses schwere Hohlspitzgeschoss bietet einen guten Kompromiss aus Penetration und Deformation. Für Drückjagd und Großwild ist es eine solide Wahl – ausreichend schwer für tiefes Eindringen, aber mit kontrollierter Aufpilzung.
Original-Laborierung .45-70-405: Rundkopf-Blei mit 405 Grain – für historische Waffen und sportliches Schießen konzipiert. Da es kein Deformationsgeschoss ist, empfiehlt sich diese Laborierung für die Jagd nur eingeschränkt.
Original-Laborierung .45-70-500: Rundkopf-Blei mit 500 Grain – maximale Penetration, historischer Militärstandard. Sportliches Langstreckenschießen auf 1.000 Yards ist mit dieser Laborierung dokumentiert.
Bei der .45-70 Government existieren Laborierungen auf sehr unterschiedlichen Druckstufen. Munition für historische Trapdoor-Waffen ist deutlich niedriger laboriert als Munition für moderne Unterhebelrepetierer wie den Marlin 1895. Vor dem Kauf unbedingt prüfen, ob die gewählte Laborierung zur eigenen Waffe passt. Die Verwendung von zu hoch laborierter Munition in einer historischen Trapdoor-Waffe kann gefährlich sein. → Preisvergleich: Marlin 1895 bei jagdpreisvergleich.de ab 1649 €.
Zum Recherchezeitpunkt (03/2026) waren keine bleifreien Laborierungen, Match-Spezialladungen oder Subsonic-Varianten für die .45-70 aus belastbaren Quellen identifizierbar. Weitere Hersteller neben Remington – etwa Hornady oder Winchester – bieten .45-70-Munition an, jedoch lagen keine konkreten Produktdaten aus den ausgewerteten Quellen vor.
Die .45-70 Government und der Unterhebelrepetierer gehören zusammen. Anders als bei modernen Jagdkalibern dominiert hier klar die Lever-Action-Plattform, ergänzt durch Einzellader. Dieses Waffenkonzept prägt auch das Einsatzprofil: schnelle Schussfolge auf kurze Distanzen bei der Drückjagd oder präzises Einzelfeuerschießen im Sport.
| Modell | Typ | Lauflänge | Einsatzbereich | Einordnung | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Marlin 1895 | Unterhebelrepetierer | 560 mm | Jagd (Drückjagd, Großwild), Sport | Referenzwaffe für .45-70 | All4Shooters |
| Ruger No. 1 | Einzellader (Kipplauf) | k. A. | Sport (Langstrecke bis 1.000 yds) | Premium-Einzellader | All4Shooters |
| Springfield Model 1873 „Trapdoor“ | Einzellader (Fallenblock) | k. A. | Historisch / Sammler | Ursprungswaffe des Kalibers | Wikipedia DE |
Das Kaliber ist primär in manuell betriebenen Repetierer- und Einzelladersystemen verbreitet – das entspricht auch dem historischen Ursprung und dem typischen Einsatzprofil.
Als Referenz-Lauflänge für Werksangaben dient die 560 mm des Marlin 1895 (All4Shooters). Wer spezifische Drallangaben benötigt, sollte direkt beim Hersteller nachfragen.
Auch von der Waffenseite aus gilt: Historische Springfield Model 1873 „Trapdoor“-Gewehre sind ausschließlich für niedrig laborierte Munition ausgelegt. Moderne Unterhebelrepetierer wie der Marlin 1895 können dagegen höher laborierte Patronen sicher verschießen – bis zum C.I.P.-Maximum von 220 MPa. Wer eine historische Waffe besitzt, muss zwingend auf speziell für Trapdoor-Waffen laborierte Munition zurückgreifen. Dieser Punkt ist keine Kleinigkeit: Es geht um die Sicherheit des Schützen.
Zum Recherchezeitpunkt (03/2026) lagen keine detaillierten Munitionstests aus deutschsprachigen oder internationalen Fachmedien für die .45-70 Government vor. Die folgenden Einschätzungen stützen sich auf den Übersichtsartikel von All4Shooters sowie die dokumentierten historischen Leistungsdaten.
All4Shooters beschreibt die .45-70 sinngemäß als eine auf den Nahkampf im Wald spezialisierte Patrone, die auf kurzen Distanzen eine außergewöhnliche Stoppwirkung entfaltet. Moderne Laborierungen haben das Energieniveau gegenüber den Originalladungen deutlich erhöht – die Mündungsgeschwindigkeit kann dabei laut dieser Quelle über 600 m/s betragen, was im Vergleich zu den historischen 350–410 m/s einen erheblichen Sprung darstellt. Im sportlichen Bereich sind Wettkampfteilnahmen auf 1.000 Yards belegt, allerdings ohne konkrete Präzisionsangaben.
Der Rückstoß ist aufgrund der schweren Geschosse von 300 bis 500 Grain und der Mündungsenergie von bis zu 2.700 Joule als erheblich einzuschätzen – messbare Werte lagen zum Recherchezeitpunkt jedoch nicht vor, daher handelt es sich hier um eine allgemeine Einordnung. Zudem erfordert die parabolische Flugbahn schwerer, langsamer Geschosse eine gute Distanzschätzung im Revier – besonders auf der Drückjagd, wo die Zeit zum Schuss knapp ist.
Die .45-70 ist ein Spezialistenkaliber. Wer ihre Stärken kennt und bewusst nutzt – Nahbereich, hohe Stoppwirkung, Unterhebelrepetierer als Waffenplattform – erhält ein effektives und charaktervolles Jagdwerkzeug. Für den Allround-Einsatz über weite Distanzen gibt es modernere Alternativen.
Sobald Fachtests aus Publikationen wie VISIER, DWJ oder WILD UND HUND verfügbar sind, lassen sich konkrete Messwerte zu Streukreisen, gemessenen V0-Werten und Wildwirkung ergänzen. Nutzerrezensionen auf jagdpreisvergleich.de bieten bis dahin eine weitere Informationsquelle aus der Praxis.
Die .45-70 Government ist eine historisch bedeutsame Patrone, die ihren festen Platz in der modernen Jagd- und Sportpraxis behauptet. Ihre Stärken liegen klar im Nahbereich: Schwere Geschosse von 300 bis 500 Grain erzeugen Mündungsenergien von ca. 1.600 bis 2.700 Joule und bieten auf kurze Distanzen eine außergewöhnliche Stoppwirkung. Die 500-gr-Laborierung liefert auf 100 Meter noch rund 2.070 Joule – damit wird die gesetzliche Anforderung von 2.000 Joule für Schalenwild knapp erfüllt. Auf Distanzen deutlich über 100–150 Meter ist das Kaliber jagdlich nur eingeschränkt einsetzbar.
Ideal für:
Weniger geeignet für:
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