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Die wichtigsten Kenndaten im Überblick:
| Merkmal | Wert | Anmerkung |
|---|---|---|
| Metrische Bezeichnung (C.I.P.) | 5,7 × 43 mm | Verifiziert |
| Typ | Zentralfeuer-Büchsenpatrone, randlos | Verifiziert |
| Einführungsjahr | 1950 | Verifiziert |
| Geschossdurchmesser | 5,63–5,70 mm (0,2215–0,2245 Zoll) | Verifiziert (SAAMI) |
| Hülsenlänge | 44,7 mm (1,760 Zoll) | Verifiziert (SAAMI) |
| Max. Gasdruck (SAAMI MAP) | 50.000 psi (344,7 MPa) | Verifiziert (SAAMI) |
| Max. Gasdruck (C.I.P. Pmax) | 3.700 bar (369,6 MPa) | Verifiziert (C.I.P.) |
| Geschossgewicht (typisch) | ca. 40–55 gr / 2,6–3,6 g | ⚠ Richtwert |
| Mündungsgeschwindigkeit V0 | ca. 900–1.050 m/s | ⚠ Richtwert |
| Mündungsenergie E0 | ca. 1.100–1.500 J | ⚠ Richtwert |
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Die .222 Rem. war 1950 die erste kommerziell erfolgreiche randlose .22-Patrone (5,56 mm) in den USA – ein Meilenstein in der Patronenentwicklung. Über viele Jahre hinweg dominierte sie den Benchrest-Sport und galt als Referenz für kleinkalibriges Präzisionsschießen. Zwar hat die .223 Remington und die militärische 5,56 × 45 NATO die .222 Rem. in weiten Teilen verdrängt, doch in Europa – besonders in Deutschland – erfreut sie sich weiterhin starker Verbreitung. Gerade in Ländern mit Restriktionen für halbautomatische Waffen in Kriegswaffenkalibern bietet die .222 Rem. eine beliebte und rechtlich unkompliziertere Alternative. Wie genau diese Sonderstellung in der Praxis aussieht, wird im Abschnitt zu Waffen weiter erläutert.
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Die .222 Rem. ist offiziell nach C.I.P. als 5,7 × 43 mm klassifiziert. Umgangssprachlich kursieren in der Schützen- und Jägergemeinschaft die Bezeichnungen „Triple Deuce“ und „Triple Two“ – beide abgeleitet von der dreifachen Zwei im Kalibernamen. Wichtig zu wissen: Die .222 Rem. war niemals NATO-Standard. Verwechslungen mit der 5,56 × 45 NATO oder der .223 Remington kommen vor, sind aber sachlich falsch. Diese beiden Patronen sind weder dimensions- noch leistungsidentisch mit der .222 Rem. und bedienen andere Plattformen und rechtliche Rahmenbedingungen.
Auf Raubwild und Niederwild ist die .222 Rem. bis etwa 150–200 m effektiv einsetzbar; die effektive jagdliche Reichweite hängt stark von Geschosstyp und geforderter Mindestenergie ab.
Hier lohnt eine klare Unterscheidung, denn diese zwei Begriffe meinen sehr unterschiedliche Dinge. Die ballistische Reichweite beschreibt, wie weit ein Geschoss physikalisch fliegen kann – dieser Wert liegt bei der .222 Rem. deutlich jenseits von 2.000 m. Für Jäger und Sportschützen ist diese Zahl allerdings ohne praktische Bedeutung. Relevant ist stattdessen die jagdlich effektive Reichweite: der Bereich, in dem das Geschoss noch ausreichend Energie für einen ethisch vertretbaren, sicheren Schuss liefert. Die .222 Rem. unterschreitet die häufig als jagdliche Mindestenergie für Rehwild diskutierte 500-Joule-Schwelle typischerweise bereits deutlich vor 200 m. Zudem gilt: Je größer die Schussdistanz, desto höher das Risiko, den Gefährdungsbereich zu unterschätzen. Sicherheitsabstände und das Geländeprofil müssen deshalb immer berücksichtigt werden.
Nein – und das sollte klar benannt werden. Für Distanzen jenseits von 300 m bieten Kaliber wie die .223 Remington oder die .22-250 Remington deutlich mehr Energiereserven und flachere Flugbahnen. Die .222 Rem. verliert aufgrund ihres vergleichsweise geringen Geschossgewichts schneller an Energie als schwerere Kaliber – das ist physikalisch unvermeidbar und kein Konstruktionsfehler, sondern eine Eigenschaft des Konzepts. Wer präzise Distanztabellen für seine konkrete Laborierung benötigt, findet verlässliche Werkzeuge bei den Herstellern selbst: Die Ballistic Calculator-App von Hornady sowie die RWS Kugelballistik-App liefern individuelle Flugbahnberechnungen auf Basis realer Geschossdaten.
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Die .222 Rem. ist ein ausgesprochenes Raubwildkaliber. Für Fuchs, Waschbär und Marder ist sie in Deutschland bundesweit ohne Einschränkung einsetzbar – beim Schalenwild sieht die Lage komplizierter aus.
Mit .222 Rem. bundesweit bejagbar:
Bedingt / länderabhängig:
Nicht geeignet:
Die jagdliche Eignung der .222 Rem. für Schalenwild richtet sich nach dem Landesjagdrecht. Die Mindestkaliber- und Mindestenergie-Anforderungen variieren zwischen den Bundesländern erheblich. Prüfen Sie vor der Jagd die aktuelle Verordnungslage Ihres Bundeslandes. Dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dient der allgemeinen Orientierung.
Kaum eine Frage spaltet die Jägerschaft mehr als die, ob die .222 Rem. für Rehwild taugt.
Hintergrund: Nach der traditionell in vielen Bundesländern geltenden Regelung waren für Rehwild mindestens 5,6 mm Geschossdurchmesser und 1.000 Joule auf 100 m (E100) erforderlich. Die .222 Rem. erfüllt zwar das Kalibermindestmaß von 5,6 mm knapp, erreicht jedoch typischerweise nur rund 600–800 Joule auf 100 m – und unterschreitet damit die klassische 1.000-Joule-Schwelle in den meisten Laborierungen deutlich. Auf der anderen Seite steht die hervorragende Präzision des Kalibers: Ein sauber gesetzter Blattschuss auf kurze Distanz kann mit der .222 Rem. gelingen, und die geringe Wildbretentwertung wird von vielen Jägern als klarer Vorteil geschätzt.
Allerdings haben mehrere Bundesländer – darunter Niedersachsen und Brandenburg – die Mindestenergie-Anforderungen für Rehwild in den letzten Jahren gesenkt oder vollständig gestrichen. Stand 2026 ist die Rechtslage deshalb uneinheitlich. Wer die .222 Rem. auf Rehwild einsetzen möchte, muss die aktuell gültige Fassung des Landesjagdgesetzes seines Bundeslandes prüfen – eine pauschale Freigabe gibt es nicht.
Die .222 Rem. gilt unter erfahrenen Jägern als besonders wildbretschonend. Das geringe Geschossgewicht und der kleine Durchmesser führen bei einem Geschoss mit kontrollierter Deformation zu einem vergleichsweise engen Schusskanal und geringem Gewebeschaden. Gerade auf Raubwild schätzen viele Jäger diesen Effekt – das Wild fällt sauber, und das Fleisch bleibt weitgehend unversehrt. Dieser Vorteil gilt jedoch nur bei richtiger Geschossauswahl und passendem Abstand.
Die richtige Munition entscheidet bei der .222 Rem. über Erfolg oder Misserfolg. Als Standard-Allrounder gilt das 50-gr-Geschoss (3,2 g), das für die meisten Raubwild-Anwendungen und – wo erlaubt – auch für Rehwild geeignet ist. Leichtere 40-gr-Geschosse (2,6 g) kommen vor allem im Varmint-Bereich zum Einsatz, während 52- bis 55-gr-Varianten das Match- und Trainingssegment bedienen.
| Geschossgewicht | Geschosstyp | Hersteller / Produkt (Beispiele) | Einsatzzweck | Bleifrei | BC (G1) |
|---|---|---|---|---|---|
| 40 gr / 2,6 g | Hohlspitz (V-MAX) | Hornady V-MAX | Varmint, Raubwild | Nein | ⚠ BC-Wert beim Hersteller abfragen |
| 50 gr / 3,2 g | Teilmantel-Spitz (TMS), Softpoint | RWS TMS, GECO Softpoint | Raubwild, Rehwild (wo zulässig) | Nein | ⚠ BC-Wert beim Hersteller abfragen |
| 50 gr / 3,2 g | Softpoint | Sako Gamehead | Raubwild, Rehwild (wo zulässig) | Nein | ⚠ BC-Wert beim Hersteller abfragen |
| 50 gr / 3,2 g | Monolithisch (GMX / CX) | Hornady GMX / Hornady CX | Raubwild, Rehwild (wo zulässig) | Ja | ⚠ BC-Wert beim Hersteller abfragen |
| 52 gr / 3,4 g | Hohlspitz Boot Tail (HPBT) | Sierra MatchKing HPBT | Match, Benchrest | Nein | ⚠ BC-Wert beim Hersteller abfragen |
| 55 gr / 3,6 g | Vollmantel (FMJ) | Sellier & Bellot FMJ, GECO FMJ | Sportschießen, Training | Nein | ⚠ BC-Wert beim Hersteller abfragen |
Bleifreie Geschosse gewinnen in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Mehrere Bundesländer schreiben den bleifreien Schuss auf bestimmten Flächen bereits vor, und der Trend setzt sich fort. Allerdings ist das Angebot an bleifreier .222 Rem.-Munition deutlich kleiner als bei .223 Remington oder .308 Winchester. Wer auf bleifreies Schießen angewiesen ist, sollte die Verfügbarkeit vor dem Kauf sorgfältig prüfen und Alternativen wie den Hornady CX in die engere Wahl ziehen – sofern er sich nach Prüfung der Herstellerdaten als geeignet erweist.
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Subsonic-Varianten der .222 Rem. sind am Markt nicht etabliert. Wer auf Schallreduzierung setzt, sollte dies über einen Schalldämpfer und nicht über Subsonic-Munition lösen – denn entsprechende Laborierungen sind für dieses Kaliber praktisch nicht verfügbar.
Die .222 Rem. ist ein Repetierer-Kaliber. Die große Mehrheit der Büchsen, die in diesem Kaliber angeboten werden, sind klassische Repetierer mit Dreh-Kammer-Verschluss oder Geradezugsysteme. Das ist kein Zufall: Die .222 Rem. wurde nicht für halbautomatische Plattformen entwickelt, und in Deutschland hat sie gerade deshalb eine besondere Stellung.
| Modell | Typ | Preisklasse | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Howa 1500 Varmint | Repetierer | Budget–Mittelklasse | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, solide Verarbeitung |
| Ruger American Ranch | Repetierer | Budget | Kompakt, leicht, gut für Ansitz und Pirsch |
| CZ 527 | Repetierer (Mini-Mauser) | Mittelklasse | Klassiker für .222 Rem., leicht und kompakt |
| Tikka T3x Varmint | Repetierer | Mittelklasse–Premium | Beliebter Allrounder, sehr gute Abzugsqualität |
| Sako 85 Varmint | Repetierer | Premium | Finnische Präzision, schwerer Lauf für maximale Genauigkeit |
| Blaser R8 Professional Success | Repetierer (Geradezug) | Premium | Wechsellauf-System; .222 Rem. als dedizierter Raubwild-Lauf verfügbar |
| Steyr Mannlicher SM12 | Repetierer | Premium | Leichter Bergjagd-Repetierer, gute Handlichkeit |
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Für die klassische Raubwildjagd auf Ansitz und Pirsch genügen 51–56 cm Lauflänge. Wer maximale Präzision am Schießstand sucht, profitiert von 56–60 cm. Kürzere Läufe um 51 cm erleichtern das Handling im Revier, kosten jedoch etwas Mündungsgeschwindigkeit. Längere Läufe von 56–60 cm sind der richtige Kompromiss für den sportlich orientierten Schützen, der Präzision und Leistung maximieren möchte.
Der typische Drall für die .222 Rem. liegt bei 1:14 Zoll (356 mm), was auf Geschossgewichte von 50–55 gr optimiert ist. Für besonders leichte Varmint-Geschosse um 40 gr kann ein schnellerer Drall von 1:12 Zoll sinnvoll sein – in der Praxis ist dies aber für die meisten Käufer kein ausschlaggebendes Kriterium. Wichtiger ist die Gesamtkombination aus Lauflänge, Drall und bevorzugter Munition.
Halbautomaten in .222 Rem. sind am deutschen Markt praktisch nicht vertreten. Vereinzelt haben Hersteller wie Browning oder Benelli Versionen in .222 Rem. angeboten, doch die Verfügbarkeit schwankt stark – und wer in der Praxis einen Halbautomaten sucht, greift meist zur .223 Remington.
Genau hier liegt ein wichtiger Kaufgrund: Die .223 Remington und die militärische 5,56 × 45 NATO stehen in Deutschland unter besonderer Aufmerksamkeit, da sie dem Kaliber der Bundeswehr entsprechen. Es besteht zwar kein generelles Verbot für Jäger, aber viele wählen bewusst die .222 Rem., um rechtliche Diskussionen zu vermeiden. Die .222 Rem. bietet nahezu identische ballistische Leistung auf Raubwild – ohne die Nähe zum NATO-Standardkaliber.
Zum Recherchezeitpunkt lagen keine aktuellen Fachtests mit Messdaten für die .222 Rem. vor. Die folgenden Einschätzungen basieren auf langjähriger Praxiserfahrung der Jäger- und Schützencommunity – sie geben den Stand der verbreiteten Einschätzung wieder, sind aber ausdrücklich nicht durch Testergebnisse einzelner Publikationen belegt.
Die .222 Rem. gilt in Jäger- und Schützenkreisen als inhärent präzises Kaliber. Historisch war sie jahrzehntelang die dominierende Benchrest-Patrone – erst die .222 Rem. Mag. und später die 6 PPC lösten sie in diesem Spezialsegment ab. Mit einer hochwertigen Büchse und guter Werksladung gelten Streukreise unter 25 mm auf 100 m (entspricht weniger als 1 MOA) als gut erreichbar. Bei besonders hochwertigen Kombinationen aus Büchse und Laborierung soll sogar 0,5 MOA möglich sein.
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Der Rückstoß der .222 Rem. wird allgemein als sehr moderat beschrieben – deutlich unter dem einer .243 Win. und vergleichbar mit der .223 Remington. Das macht sie zu einer ausgezeichneten Wahl für rückstoßempfindliche Schützen, Jugendliche in der Ausbildung und Jäger, die lange Ansitze bevorzugen, bei denen ein geringer Mündungsknall und angenehmes Schussverhalten zählen. Zudem gilt die .222 Rem. als gut schalldämpfertauglich – ein weiterer Vorteil für die Raubwildjagd, bei der Diskretion gefragt ist.
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Für Jäger, die ein präzises, rückstoßarmes Kaliber für die Raubwildjagd und das sportliche Schießen suchen, ist die .222 Rem. nach wie vor eine ausgezeichnete Wahl – vorausgesetzt, die jagdrechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Bundeslandes werden beachtet.
Zugleich gibt es Einschränkungen, die klar angesprochen werden müssen. Für Schalenwild – selbst für Rehwild – ist die .222 Rem. nur in Bundesländern einsetzbar, deren Landesrecht niedrigere Energieschwellen vorsieht oder keine E100-Grenze mehr vorschreibt. Die typische Mündungsenergie liegt bei ca. 1.100–1.500 Joule (E0), die Energie auf 100 m bei ca. 600–900 Joule (E100) – womit die klassische 1.000-Joule-Schwelle für Rehwild in den meisten Laborierungen nicht erreicht wird. Ab etwa 150 m nehmen die Energiereserven weiter ab, sodass die .222 Rem. kein Universalkaliber für alle Distanzen ist. Hinzu kommt: Das Munitions- und Waffenangebot ist kleiner als bei .223 Rem. oder .308 Winchester, und bleifreie Optionen sind begrenzt.
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